Monats-Archive: März 2009

Imagine

da018 200x300 Imagine

Stell dir vor:

du bist ein kleines Kind, 3-4 Jahre alt.

Deine frühsten Erinnerungen bestehen aus einer glühenden Sonne und Staub. In deinen Ohren klingt das Lachen und Weinen von Kindern und Gesänge von Frauen, manchmal gemischt mit Schüssen aus der Ferne.

Du hast viel Hunger und noch schlimmer ist der Durst. Aber du hast früh gelernt, dass Weinen nichts hilft.

Wenn du Bauchweh hast, gibt es nichts, was deine Schmerzen lindert. Vielleicht stirbst du aber auch daran.

Manchmal nimmt dich eine Frau, Marimba Grace, in den Arm. Sie riecht warm und würzig und ein wenig nach Schweiß.

Eines Tages kommt eine fremde Frau in das Haus, in dem du wohnst. Sie hat so helle Haut, dass es dich fast blendet. Sie redet in einer Sprache, die du nicht verstehst. Und alle Blicke sind auf dich gerichtet. Als sie dich lächelnd auf den Arm nimmt, machst du dir vor Angst in die Hose. Sie kreischt, gibt dich weg und alle lachen.

An ihrem Körper ist nichts Weiches.

Sie riecht streng nach etwas Blumigen, redet viel und laut und schrill. Und telefoniert immer wieder mit einem dieser kleinen Telefone. Sie muss sehr reich sein.

Nach einiger Zeit kommt die fremde Frau wieder und nimmt dich in ein großes, vornehmes Haus mit. Du wirst von anderen fremden Menschen in einer Badewanne von oben bis unten abgeschrubbt. Das Baden macht dir Spaß, aber eigentlich willst du wieder zurück.

Dann kommt ein fremder Mann, guckt dir in den Mund, in die Ohren und sonstwo hin. Er untersucht deinen Kopf, murmelt etwas zu der fremden Frau und sticht dir in den Arm. Das tut dir weh.

Die fremde Frau schenkt dir ein schönes Kuscheltier und redet lächelnd auf dich ein. Das Tier, welches dein neues – und erstes -  Plüschtier darstellt, hast du nie gesehen. Und du darfst essen und trinken, bis du Bauchschmerzen hast. Du wirst angezogen in Sachen, die seltsam riechen und hart sind. Aber sie sehen neu und teuer aus.

Du schläfst das erste Mal in deinem Leben alleine in einem riesigen Bett. Mit Kopfkissen. Weich.

Und alles so still.

Am nächsten Tag kommen Marimba und Pater Jonas zu dir. Marimba Grace hat Tränen in den Augen und sagt, dass du großes Glück hast und jetzt immer ganz brav sein musst.

Zum Abschied segnet dich Pater Jonas.

Du bist nun das neue Kind von Madonna.

Foto:  Margarethenhöhe in Darmstadt

Neue Fotos

tur 019 300x200 Neue Fotos


Meine Urlaubsfotos aus der Türkei sind fertig.

Die Schönsten habe ich hier bei Flickr abgelegt.


Nachtrag: Die Bedeutung von nebenstehenden Foto ist ganz lustig. Ein Mitglied von Flickr schrieb mir, dass sich der Graffiti auf ein Fußballspiel mit Fenerbahce bezieht (unter dem Pfeil sieht man noch ganz schwach die Buchstaben ‘FB’).

Würde mich interessieren, ob Antalya Fenerbahce tatsächlich wie angekündigt, besiegt haben.


Sommerzeit

050308 spring 300x213 Sommerzeit

Pünktlich zur Einführung der Sommerzeit (und nicht wie geplant letzte Woche am meteorologischen Frühlingsbeginn) soll das Wetter langsam besser werden.

Das heißt vielleicht auch, dass der Regen wärmer wird.

Auf jeden Fall bedeutet dies, dass wir nun 1 Stunde früher als geplant aufstehen, um den kalten Morgen noch ein wenig auszukosten und das wir auf der Heimfahrt von der Arbeit den Regen noch bei Tageslicht erleben können.

Erfunden hats eigentlich Benjamin Franklin, der bereits 1784 eine Zeitumstellung zur Vermeidung der Kerzenverschwendung forderte.

Aber erst 1916 wurde die Sommerzeit eingeführt, damit die Beschäftigten der Rüstungsindustrie mehr Licht hatten, um irgendwelche Kanonen zusammenzubasteln.

Irgendwer hat diese Regelung wieder abgeschafft, damit sie 1940 aus ähnlichen Gründen wie im Ersten Weltkrieg wieder eingeführt wurde. Nach dem Krieg gab es 1947 sogar eine Hochsommerzeit, zu der von Mai-Juni die Uhren dann um 2 Stunden vorgestellt wurden. Das wurde aber den Leuten dann doch zu viel und alle Zeitumstellung wurde ab 1949 abgeschafft.

Bis dann die Ölkrise kam. 7 Jahre ließ sich die Bundesregierung Zeit, um 1980 den genialen Plan einer Sommerzeit einzuführen.

Aber dem Energieverbrauch hat es nichts geschadet, Mensch und Tier  stellt sich trotz großer Diskussionen samt Biorhythmus innerhalb 14 Tage um.

Und ich frage mich immer wieder, was das eigentlich soll. Es sieht gar nicht nach Frühling aus und nach Sommer schon gar nicht.

Hilde

2584397105 1371ab5e4d Hilde

Zu ihrer Zeit mochte ich “die Knef” nicht.

Ich war ein junges Mädchen, sie war mir zu alt (besonders die Stimme), zu rau und ruppig, zu sentimental, zu problembehaftet.

Vielleicht lag es an Heike Makatsch, denn seitdem ich heute in dem Film “Hilde” war, ist sie mir fast sympatisch.

Auf jeden Fall stellt “die Makatsch” in diesem Film eine unglaublich intelligente, talentierte und außergewöhnliche Frau dar, was mit Sicherheit auch stimmt.

Als die Gruppe Extrabreit das Lied “Rote Rosen” zusammen mit Hildegard Knef aufnahm, war ich entsetzt.

Heute denke ich: warum sollte man sich nicht einmal selbst Glück und Leichtigkeit wünschen?

Verdient hätten wir es alle.



Für mich soll’s rote Rosen regnen


Hildegard Knef


Mit sechzehn sagte ich still, ich will,

will groß sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,

mit sechzehn sagte ich still, ich will,

will alles, oder nichts.


Für mich soll’s rote Rosen regnen,

mir sollten sämtliche Wunder begegnen.

Die Welt sollte sich umgestalten und ihre Sorgen für sich behalten.


Und später, sagte ich noch, ich möchte,

verstehen, viel sehen, erfahre, bewahren,

und später, sagte ich noch, ich möcht’,

nicht allein sein, und doch frei sein.


Für mich soll’s rote Rosen regnen,

mir sollten sämtliche Wunder begegnen.

Das Glück sollte sich sanft verhalten,

es sollte mein Schicksal, mit Liebe verwalten.


Und heute sage ich still, ich sollte,

mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen,

kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen,

will alles, oder nichts.


Für mich soll’s rote Rosen regnen,

mir sollten ganz neue Wunder begegnen.

Mich fern, von altem Neu entfalten,

von dem was erwartet, das meiste halten.

Ich will…, Ich will…!

Pervers

ad 24 300x199 Pervers

Ich kenne eine perverse Drecksau.

Dieses Coming-Out ist mir ein wenig unangenehm, aber es ist leider so.

Eine perverse Drecksau.

Dabei sieht diese Person gar nicht besonders auffällig aus!

Es handelt sich um einen jungen Mann Anfang 20. Er ist nett und freundlich und hat dieses 1-Millionen-Dollar-Lächeln, das manche Menschen so unwiderstehlich macht.

Also pervers sieht er nicht aus.

Und gewaschen wirkt er auch.

Was hat er sich da zu Schulden kommen lassen?

Mir wurde berichtet, dass er zuerst eine 14jährige Freundin gehabt haben soll. Das ist zugegeben ein wenig jung. Und jetzt hat er eine Freundin, die viel älter ist, als er. Nämlich geschlagene 34 Jahre!

Demnach könnte sie fast seine Mutter sein und deswegen ist er eine perverse Drecksau.

Das sage nicht ich, sondern ein Altersgenosse, der mir völlig aufgebracht von ihm erzählt hat. Wörtlich.

Wenn wir mal in Richtung Prominenz und Blaublut blicken, sehen wir mehrere Exemplare dieser Gattung. Zum Beispiel ist Ashton Kutscher um einiges jünger, als seine Frau. Ebenso gehört der Ex (wie war noch mal sein Name?) von Madonna dazu, ganz zu schweigen von Prinz Charles!

Und das sind nur die Beispiele, die mir spontan einfallen.

So war es immer: eine Frau soll mindestens 4 Jahre jünger und 15 Zentimeter kleiner als ihr Mann sein.

Damit sie besser sehen kann, wo der Hammer hängt.

Käferplage Obernburg

dsc00343 1 300x200 Käferplage Obernburg

In meinem Wohnort findet am Sonntag anlässlich des Frühlingsmarktes eine Käferausstellung (“Käferplage Obernburg”) statt.

Dies ist mir ein willkommener Anlass, meine tiefe Liebe zu diesem Ur-Auto zu bekunden.

Das erste Auto, an dass ich mich erinnern kann, als Kind darin gesessen zu haben, war ein VW Käfer.

Mein erstes eigenes Auto war natürlich auch einer, ich hatte insgesamt 2 Stück, die ich 4 Jahre (von TÜV zu TÜV) gefahren habe.

Natürlich erkannte man Anfang der 80er diverse Vor- und Nachteile an einem solchen Gerät.

Es galt als spießbürgerlich, einen Käfer zu fahren. Die wahren Alternativen, Linken, Ökos, wie auch immer fuhren eine Ente (2CV) oder einen Kasten-Renault (R4). Diese waren hoffnungslos überteuert und angerostet, aber hip. Dafür bat einem der Käfer viel Fläche für die angesagtesten Aufkleber dieser Zeit! Mit dabei war bei mir natürlich das damals obligate “Atomkraft Nein Danke”, sowie etliches anderes klebende Zeug, mit dem ich meiner Umwelt meine werte Meinung darlegen konnte. Besonders stolz war ich auf einen Aufkleber, der einem TÜV-Stempel nachempfunden war. Allerdings war dort zu lesen: Bis 1979 Gesinnungsgeprüft (naja, die Achtziger…). Dies erweckte an der Grenze zu Österreich gerne mal ein wenig Unmut.

Außerdem verbrauchte so ein VW schon für die damaligen Zeiten viel Sprit! Unter 12-13 Liter kam ich auch bei sparsamster Fahrweise nicht. Dafür hatte man sonst kaum hohe Kosten. Für 1000 – 1500 DM war man bis zur nächsten Hauptuntersuchung bei dem Fahrspaß dabei; jede Reparatur, sei es nun ein Kabelbrand oder Winterreifen kostete nicht mehr als 100 DM. Und vor allen Dingen fand man an jeder besseren Ecke dieser Welt einen Mechaniker, der sich mit einem Käfer auskannte und einem weiterhelfen konnte.

Natürlich war man im Käfer nicht besonders schnell, hatte man die Gelegenheit auf der Überholspur einem BMW-Fahrer die Tränen in die Augen zu treiben. Und im Winter bei einer Fahrt über schneebedeckte Berge war man der absolute König!

Die Heizung und die Lüftung waren beim Käfer das größte Problem. Die Lüftung bestand de facto nur aus 2 Klappfenstern vorne, die sich auch wunderbar für das Entsorgung von Kippen eigneten (jaja, die Umwelt…), sowie als Einbruchhilfe, wenn man mal wieder den Schlüssel im verschlossenen Auto hat stecken lassen. Im Winter hatte man die sensationelle Gelegenheit, seine Handschuhe und den dicken Steppmantel aufzutragen.

Gerne wurde beim Käfer kritisiert, dass man besonders wegen des nur angedeuteten Kofferraums wenig Platz hätte.

Alles Lüge!

Ich habe mit meinem VW etliche Umzüge gemeistert, ich bin in Urlaub gefahren (allein oder mit mehreren Leuten, die längste Fahrt, die ich im Käfer eines Freundes mitgemacht habe, war ein Trip nach Monaco samt Campingausrüstung!) und einmal darin übernachtet. Geht alles!

Es ist von Menschen niemals ein besseres Auto gebaut worden, als der VW Käfer.

Der Käfer war ein Auto mit Seele!

Als ich meinen ersten Käfer zum Verschrotten fahren musste, verklemmte sich während der Fahrt die Hupe. Der Dauerton hörte sich an, wie ein weinendes Walross. Und so begleitete ich mein liebes Auto auf seinem letzten Weg in die Presse.


Coming soon:

  • Sabienes TraumKleid
  • Geheimtipps vor dem Weltuntergang
  • Menschenleer

Ich bin dabei:

Folge mir auf Bloglovin

bloglovin

Listed: