Zur Zeit ist es völlig unwichtig, ob es 36°C im Schatten oder um den Schatten herum hat: Es ist einfach heiß!
Als wir vor einigen Jahren an einem solchen Rekordhitzetag nach Dresden fuhren, haben wir eigentlich ziemlich bald gemerkt, dass es sich hierbei um eine dumme Idee handelte.
Wir wollten gar nicht aus unserem klimatisierten Auto aussteigen, denn die Hitze knallte einem ins Gesicht, als würde man gegen eine unsichtbare Wand laufen.
Damals war die Renovierung der Gedächtniskirche noch nicht fertig gestellt, in der ganzen Stadt wurde gehämmert, geklopft und gestaubt. Myriaden von Touristen verstopften die Altstadt, vor dem Zwinger versuchte ein Kammerorchester mit Mozart gegen die Hitze anzufideln. Ohne Erfolg.
Der Abend brachte nur wenig Abkühlung. Wir saßen in der Nähe der Elbterrassen in einem Straßenlokal und konnten vor lauter Temperatur kaum etwas essen, dass Bier schmeckte innerhalb kürzester Zeit schal und lau.
Plötzlich hallten Hardrock-Akkorde, bekannte Gitarrenriffs, rythmische Bässe und Schlagzeug durch die Altstadt. Auf der Suche nach der Quelle der willkommenen Intonisierung kamen wir auf die Elbterrassen und siehe da: am anderen Ufer fand ein Open Air Konzert statt. Und es spielte die Band Deep Purple! Keine Ahnung, wer die Altrocker samt Sauerstoffgerät und Rollator nach Sachsen verfrachtet hat. Aber sie haben es immer noch ganz schön drauf. Und so standen wir und viele andere standen oberhalb der Elbe, genossen die (für uns) kostenlose Aufführung und rockten dazu.
Den Moment, als die Gruppe ihr weltbekanntes “Smoke on the Water” spielte und die Bässe über den trägen, wabernden Strom, der sich durch die warme Sommernacht wältzte, klangen, werde ich nie vergessen!














