Monats-Archive: September 2009

Gesichtsbuch

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Seit einiger Zeit habe ich einen Account bei ‘Facebook’ und da ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll, hätte ich ihn fast vergessen.

Aber wie es der Zufall will, hat mich gestern eine Bekannte ‘ge-added’ – so sagt man dass, wenn man behauptet, jemanden, der sich in der gleichen virtuellen Community wie man selbst herumtreibt, zu kennen.

Naja, eigentlich kennen wir uns gar nicht wirklich! Wir sind uns ein paarmal in einer Newsgroup begegnet (das sind Institutionen aus den Anfängen des WWW – ich glaube, zu der Zeit hat Sue Ellen noch gesoffen). Aber ich habe mich trotzdem gefreut und weiß jetzt wenigstens, wie sie aussieht.  SIE weiß es aber nicht von mir! Denn ich bin ja gemein und ein Fuchs und gebe kaum private Bildchen von mir im Internet preis. …Ähem…

Also hatte ich ab gestern morgen um 10.30 Uhr bereits eine Freundin bei Facebook. Bei der Durchsicht ihrer Freundesliste traf ich auf 2 weitere Bekannte (ebenfalls auch aus dieser Newsgroup), die ich meinerseits sofort ge-added habe.

So kann ich nun vermelden, dass ich seit gestern Mittag über 3 Facebookfreunde verfüge!

Und konnte den ganzen Tag nichts arbeiten, weil ich mich um dieses blöde Facebook kümmern musste. Es gibt dort verschiedene Tools, eigentlich kleine Quizfragen. Nun weiß ich, dass ich meinen Neigungen gemäß in Rom sehr glücklich leben könnte, dass mein ansteckendes Lachen jedem, der mich sieht, als erstes auffällt und das meine Vertrauensseeligkeit mein größtes Problem mit anderen Menschen sei. Sollte uns das nicht zu denken geben? Aber nein, ist doch nur “Just For Fun!”.

Außerdem traf mich die Erkenntnis, dass mein Hexenname ist Edon the naked Witch und mein Indianername Chief Yellow Wulf sei.
Ich könnte noch viel mehr machen: ein Mafiaspiel spielen, virtuelle Unterhosen und Topfpflanzen verschenken usw… Auf jeden Fall gibt es dort genügend Material, um sich die Zeit totzuschlagen.

Denn solche Institutionen wurden anscheinend für Querschnittsgelähmte und sonstige Bettlägerigen erfunden, die ohnedies den lieben langen Tag ohne Abwechslung, dafür bei einigermaßen klarem Verstand vor sich hindämmern würden.

Freundeportale sind in der letzten Zeit teilweise zu Recht ziemlich in Verruf geraten. Zuviel sind die Informationen, die man auf diese Weise der ganzen Welt zur Verfügung stellt. Zugroß die Gefahr, dass damit Schindluder getrieben wird. Denn von irgendwas müssen diese Seitenbetreiber auch leben, bestenfalls schaffen sie das mit Werbeeinnahmen.

Ich frage mich: was soll ich den ganzen Tag chitten und chatten, twittern und twattern, zingen und pingen?
Wie viel Profil habe ich eigentlich, dass ich es mehrfach in die ganze Welt hinausposten muss?
Denn wer kennt wen schon wirklich? Soll wirklich irgendein Nasenbohrer-VZ über meine Zeit bestimmen?

Hoffentlich findet keiner von meinen neuen Freunden heraus, dass ich auch noch einen Twitter-Account habe!

Überraschungs-Norbert

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Heute wurde ich von Norbert Blüm überrascht.

Ja. Genau. DER Norbert Blüm (“Die Renden sind sischer”).

Natürlich nicht ‘en nature’ sondern in einem Radiointerview in BR3.

Dort erzählte er, dass er seinen 6 Enkelkindern zur Einschulung keine großen Geschenke macht, sondern sie, bzw. er und seine Frau ‘schenken’ ihnen ein Patenkind. Besser gesagt: sie übernehmen eine Patenschaft für ein Kind beim Kinderhilfswerk, dieses Kind aus der 3. Welt wird dann quasi das Patenkind für den Enkel oder Enkeltochter. Die Enkels halten sogar Briefkontakt mit ihren Patenkindern und erfahren dadurch auch ein bisschen was von dem Leben außerhalb eines gutbürgerlichen Einfamilienhaus irgendwo im Westen Deutschlands.

Ich halte dies für eine ausgezeichnete Idee!

Norbert Blüm sagt, dass es anscheinend einen Wettbewerb unter den Großeltern gibt, mit welchen teuersten Waren sie die Schultüten ihrer Enkel füllen. (Komisch, bei uns war das nicht so. Vielleicht hätte ich das damals mal anregen sollen?)
Er hält es für wichtig, dass Kinder frühzeitig lernen, Verantwortung zu übernehmen. Naja, das Geld für die Patenschaft werden seine Enkel wohl nicht vom Taschengeld berappen, aber es ist eben auch als eine symbolische Verantwortung zu verstehen.

Das Kinderhilfswerk unterstützt Projekte, z.B. Kinderheime und Schulen in der 3. Welt. Wir hatten mal eine ganze Zeit ein Patenkind aus Kenia und mit diesem Mädchen (sie hieß Grace) Briefkontakt. Irgendwann bekam das Heim, in dem sie wohnt einen anderen Träger und unsere Patenschaft erlosch. Damals haben wir uns entschlossen, zugunsten anderer sozialen Projekte kein Patenkind mehr zu übernehmen.
Schade irgendwie. Vielleicht sollten wir mal wieder eine Patenschaft übernehmen?
Unsere Kinder sind schon wieder aus der Schule raus, aber vielleicht haben wir ja mal kleine Enkelchen…

Letztes Jahr besuchte Norbert Blüm mit seiner ältesten Enkeltochter deren Patenkind in Indien.

Das ist dann natürlich eine ganz große Schultüte gewesen!

Foto: Kinder in Gdansk (Danzig), eigentlich wäre zu diesem Zeitpunkt Schule gewesen

Zur Bundestagswahl

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Gelb ist eine schöne Farbe.

Gelb sind: Sonnenblumen, Gummienten, Honigmelonen, Straßenschilder, Löwenzahn, Bananen, Briefkästen, Kanarienvögel, Quitten, Gummistiefel, Ostfriesennerze, Zitronen, Smileys und manchorts der Strom.

Ich mag Gelb bei: Tapeten, Bettwäsche, Osterglocken, Limonade, Fahrrädern, Sommerkleidern, Kaffeetassen, und Paprika.

Gelb wirkt frisch und heiter, kann aber auch auf Gefahr, Gift oder etwas Ungesundes hinweisen.

In der Farbtherapie hilft die Farbe Gelb gegen Depressionen – aber nur dort.

Gelb stellt man häufig aus Ocker her, in meinem Farbkasten war das gelbe Töpfchen immer schnell schmutzig oder leer.

Vermischt man Gelb und Schwarz kommt niemals Grün heraus.
Rot oder Pink schon lange nicht.

Und: Haben wir jetzt 2 Kanzlerinnen?


Schlauspruch KW 40

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Elternliebe kann immer nur eine Einbahnstraße sein.
Man kann die Liebe eigentlich nur an seine eigene Kinder weiter geben.

Unbekannter Schlaumeier.
Mir hat der Spruch aber sehr gut getan. Irgendjemand sollte ihn mal meiner Mutter mitteilen.

Hildegard Everywhere

kraut 14 300x214 Hildegard Everywhere

Es gibt Hildegardbücher, Hildegardtees, Hildegardfilm.
Und Hildegardedelsteine, Hildegardkräuter, Hildegardmedizin.

Wir können mit Hildegard fasten, meditieren, kochen.
Und essen dann Hildegardkuchen, Hildegardmüsliriegel und trinken Hildegardamaretto.

Kaufen tun wir Hildegardklopapier, Hildegardslipeinlagen, Hildegardfiltertüten.
Für unser Hildegardfertighaus, Hildegardauto, Hildegardfengshui.

Wir sind hildegardweise, hildegarderleuchtet, hildegardspeziell.
Dank unserer Hildegardmusik, Hildegarddichtung, Hildegardwahrheit.

Liebe Hildegard von Bingen: Hättest du dir alles in deinen Visionen träumen lassen?

Kunst

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Hurra! Hurra!

Dieter Bohlen ist nun ein Künstler!!

Er hat aber auch sehr schwer für diesen Status gearbeitet. Wochenlang ist er täglich vor dem Gebäude der Künstlersozialversicherung hin und her marschiert, hat dort sämtliche Klinken geputzt. Und nur damit sie ihm endlich den Status als Künstler anerkennen. Zum Schluss soll er ihnen sogar einen größeren Betrag angeboten haben (man munkelt von 1,2 Mio Euro) und in Anbetracht dieser Summe hatten die Sachbearbeiter endlich ein Einsehen mit dem armen Kerl.

Künstler!!

Das ich das noch erleben darf!

Ich weiß halt nicht, in welchem Fach er als Künstler zugeordnet sein mag.

Trallala-Liedchen, komponiert auf der Bontempi-Orgel?

Analfixierte Sprachschöpfungen?

Gnadenlose Selbstüberschätzung? Mhm… Der Begriff ‘Kunst’ kommt ja bekanntlich von ‘Können’.

Und Selbstüberschätzung: DAS kann er!!

Das Bild ist mit freundlicher Überlassung von Anahato D. Wallhäuser


Coming soon:

  • Sabienes TraumKleid
  • Geheimtipps vor dem Weltuntergang
  • Menschenleer

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