Also.
Ich bin 50.
Ich bin eine Frau.
Was habe ich mit den meisten Frauen meines Alters in der westlichen Hemisphäre gemeinsam?
Genau. Ich bin in den Wechseljahren.
Wechseljahre sind nichts Ekliges. Man altert auch nicht abrupt. Es hat nichts mit Vorverwesung zu tun.
Es ist eine Zeit, in der der Körper seine Prioritäten ändert.
Irgendwann sagt der Körper: “Mädel, du bist zu alt zum Kinderkriegen. Und wenn dein Partner nicht der jüngere Bruder von Madonna’s Lover Jesus Luz ist, ist es auch für ihn besser, wenn du ihn nicht verspätet zum Papa machst. Ganz abgesehen davon, was das Kind davon halten würde.” und stellt ab nun den Modus um.
Und das nennt sich Wechseljahre oder auf gut Deutsch Klimakterium.
Das ist natürlich anstrengend. Und dies ist mein Problem.
Ich meine nicht nur Hitzewallungen und sonstiges Ungemach, die diese Zeit so mit sich bringt. Ich meine die allgemeine Sprachlosigkeit.
Denn tauschte man sich ab dem Auftretens des ersten pubertären Pickels mit Gott und der Welt über das Wohl und Wehe der praktizierten Weiblichkeit aus, herrscht nun eine Omertà, ein allgemeines Schweigen.
Frauen, die früher selbstbewusst ihren Menstruationskalender in der Küche hängen hatten, schwitzen nun still vor sich hin und schlucken heimlich eine Soja- oder Johanniskrauttablette gegen die schlimmsten Beschwerden.
Es scheint so, dass Literatur zu dem Thema nur unterm Ladentisch verkauft wird – wenn keine Kinder und Jugendliche in der Nähe sind.
Überhaupt Jugendliche!
Das sich die Filmwelt, besonders Hollywood im Jugendwahn befindet, brauche ich hier nicht weiter auszuführen.
Aber ich denke, dass auf internationalen Bildschirmen mehr Personen Sex miteinander gehabt haben, die per Gesetz eigentlich zu jung dafür wären, als solche, die sich über Verhütung keine Gedanken mehr machen brauchen.
Die einzige rühmliche Ausnahme ist der geniale Film: “Was das Herz begehrt”.
Hier bezeichnet sich Jack Nicholson selbst als Glückspilz, nachdem ihn Diane Keaton auf die Frage nach der Verhütung erklärt, das sie sich in der Menopause befindet.
So kann man es nämlich auch mal sehen!
Glückspilze sind wir!
Foto: Botanische Garten in Puerto de la Cruz, Teneriffa














