Im Moment höre ich gerade “Das Rätsel der Tempelritter” von Martina André als Hörbuch.
Dabei gelangen 2 Tempelritter (bzw. ein Ritter und sein Knappe) mit einer Zeitmaschine aus dem 14. Jahrhundert in das Jahr 2004 und landen ausgerechnet in der Eifel.
Habe ich schon erwähnt, dass ich Zeitreisen nicht mag?
Aber ich wollte hier auch gar nicht über das Buch oder Hörbuch erzählen.
Im Moment fasziniert mich der Gedanke, was wohl für einen Menschen aus dem Spätmittelalter in unserer heutigen Zeit alles fremd wäre.
Natürlich würden ihn Autos, Flugzeuge und Computer immens erstaunen, wenn nicht verängstigen. Und somit alles, was mit Strom zusammenhängt: Licht, Radio, Fernsehen, Küchengeräte usw.
Auch unsere Nahrung dürfte für einen Menschen aus dieser Zeit relativ ungenießbar sein, zur Verdauung eines Hamburgers oder einer Milchschnitte werden ihm schlichtweg die Enzyme fehlen.
Ebenso wird ihn der Besitz vieler Bücher wundern, genauso wie Fensterscheiben aus klarem, dünnen Glas oder unsere Kleidung und die dazu verwendeten Stoffe.
Aber was ich glaube, was einen solchen Menschen am meisten verwirren dürfte, sind die fremden Gerüche!
Hat man früher bestenfalls mit einem kostbaren Rosenduft Vorlieb nehmen müssen, in der Regel aber ein Odeur in Richtung Ziege an sich gehabt, so riecht heute alles nach Lavendel, Jasmin, Veilchen, Lenor, Meister Proper usw. . Wir sind umgeben von einem Geruchsrausch künstlicher Aromen aus dem Reagenzglas. Ein natürlicher Geruch – oh Gott, wie peinlich! – wie Schweiß, Jauche, Klo oder Menstruationsblut ist nicht erwünscht und wird verhindert, überdeckt, ausgelöscht, weggeputzt, drüberparfümiert.
Vielleicht hat jede Zeit ihre eigenen Gerüche?
Früher Mist, später Schweiß, heute Fresh Lemon und Ylang-Ylang?
Aber auch wenn ich Dufttannenbäumchen, Duftsäckchen, Duftbriefmarken nicht leiden kann, trauert meine Nase dem 14. Jahrhundert in seiner olfaktorischen Schlichtheit überhaupt nicht nach.
Foto: Ritter im Erlebnispark Adventon













