Was hatte es der Gartenfreund doch früher leicht!
Der hat sich nämlich ganz einfach einen hübschen Gartenzwerg gekauft mit Schubkarren und vielleicht sogar einem Rehlein und schon war es gemütlich zwischen Krüppelkonifere und Tagetes.
Heute gilt solch rotbemütztes Gartendeko als unerträglich spießig und deutsch von der übelsten Sorte.
Deswegen greift man im Gartencenter gerne zu exotischen Tonwaren.
Hier finden nun Engel, schlafend oder sinnend, allerlei Feen und Elfen, Buddhas oder fette Mönche, alles auf Antik getrimmt und oft gar nicht aus Stein oder Ton ihren reißenden Absatz.
Gerne stellt man sich auch eine überdimensionale Weinbergschnecke ins Rosenbeet. Damit die verfressenen Schleimer nach Muster arbeiten können.
Aber am allerschlimmsten finde ich die seit einiger Zeit in Mode gekommenen Pseudo-Zen-Gärten.
Also so ein Zengarten ist etwas ganz Besonderes, der nach bestimmten Richtlinien gestaltet wird. Da wird kein Stein, keine Furche dem Zufall überlassen. Er ist nach bestimmten Harmoniegesetzen aufgebaut, die wir als Mitteleuropäer niemals verstehen werden, da können wir noch so viele Feng-Shui-Bücher gelesen haben.
Deswegen karren einheimische Gärtner, die sich für eingeweiht halten (oder geben), weißen Kunstkies auf guten Mutterboden, pflanzen ein paar fürchterlich verunstaltete Gehölze (wobei wir eigentlich wieder bei der alpenländischen Krüppelkonifere wären) und stellen irgendwo zwischendrin noch eine kleine Pagode aus Beton auf.
Der Kies wird irgendwann mal grüne Algen ansetzen, die Gehölze gehen, weil überzüchtet sowieso ein und Nachbars Fiffi pinkelt ungeniert an die Pagode.
Da wünsche ich mir doch wieder den guten alten Gartenzwerg zurück.
Weil da jeder gleich realisiert, wie kitschig der ist.
Foto: Tulpen, ohne Zwerg in meinem Nicht-Zen-Garten













