Es gibt gute und schlechte Filme; traurige, lustige, romantische und spannende Filme.
Und es gibt Filme, die einem mit einem Gefühl tiefster Zufriedenheit und Schönheit entlassen.
Ein solcher Film ist “Nokan – Die Kunst des Ausklangs”.
Daigo, ein arbeitsloser Cellist, kehrt in sein Heimatdorf zurück und beginnt irrtümlich (er hat in einer Annonce den Begriff “Reise” zu wörtlich genommen) eine Arbeit als Zeremonienmeister bei Bestattungen.
Eine unreine Tätigkeit, eines begabten Musikers nicht würdig?
So könnte man meinen.
Aber das Herrichten der Toten vor den Augen der Familie erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl, Takt, Konzentration und Ehrfurcht vor dem Leben und dem Tod.
Und so findet Daigo zu sich selbst, zu seinen Wurzeln und auf Umwegen wieder zu seiner Musik.
Der Film ist sehr authentisch erzählt mit teils umwerfenden Landschaftsbilder auf den Fujiyama. Er bietet dem Zuschauer einen Blick in die moderne japanische Welt ohne japoneskes Klimbim und Teehaus-Romantik.
Wirklich japanisch wird es in den Szenen, wo vor den gespannten Gesichtern der Trauernden ein Toter hergerichtet wird, damit er würdevoll seine letzte Reise angehen kann.
Das ist nämlich große Kunst, das ist praktizierter ZEN.
Dazu erlebt man noch großartigste Musik; interessant ist es allemal, wenn während Beethovens’ Neunter vor dem heimischen Wohnzimmerfenster ein schweres Gewitter stattfindet.
Leider muss ich zugeben, dass das Werk eine leichte Einschlafquote birgt. Sie liegt ungefähr bei 1, was einem Sekundenschlaf gleich kommt.
Danke an Bella für den Tipp, ich hätte Nokan sonst ignoriert!
Und euch kann ich nur raten: Geht in das nächste Werkstattkino, wenn dort dieser Film läuft; leiht ihn euch aus; kauft ihn oder betet, dass er bald mal auf ARTE gezeigt wird.
Und hier geht es zur offiziellen Filmseite: www.nokan-der-film.de. Allerdings fand ich den Eintrag bei Wikipedia ausnahmsweiser noch ein bisschen informativer.














