Toxic, ein kroatischer Auftragskiller mit Wohnsitz in New York ist im Stress.
Denn bei seinem 66. Auftragsmord ging etwas schief und nun muss er fluchtartig die USA verlassen.
Auf dem Flughafen bringt er noch schnell einen Mann um die Ecke, um an dessen Papiere zu gelangen und sitzt nun im Flugzeug als Father Friendly auf dem Weg nach Island.
Dort wird er schon begeistert empfangen und die kleine Gemeinde der Episkopalkirche freut sich auf seine Fernsehpredigten in ihrem kleinen Bibelsender in Reykjavik.
Der isländische Autor Hallgrímur Helgason (“Eine Frau bei 1000 Grad”) hat auch mit diesem Roman bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, über den Tellerrand seines Eilandes am Nordpolarkreis hinweg auf die europäische Geschichte zu blicken.
Denn wer getäuscht durch die flotte Schreibe denkt, hier eine Gangsterklamotte in den Händen zu halten, wird sich im Laufe der Erzählung umstellen müssen: Dieses Buch ist ernst!
Es behandelt das Thema Mord und Totschlag im Allgemeinen und im Besonderen, im Krieg und auf der Straße. Denn Toxic hat seine Lehrjahre im Jugoslawienkrieg als kroatischer Soldat in Kämpfen gegen die Serben begonnen und diese Zeit und diese Schuld nie wirklich abgeschlossen. Ein ganz besonders unrühmliches Kapitel in der Geschichte Europas!
Was machen da noch ein paar ‘Sixpacks’ auf dem amerikanischen Kontinent aus?
Auch ist dieses Buch kein Thriller oder gar ein Krimi.
Es ist die Erzählung eines kaputten, kaputt gemachten Lebens, ohne Jammern oder Selbstmitleid.
Toxic erhält die Chance eines Neuanfangs, aber auch ein scheinbar friedliches, liebes, nettes Land wie Island hat seine Tücken – trotz lauter scheinbar friedlicher, butterblonden und stupsnasigen Menschen.
Und letztendlich muss Toxic einsehen, dass man von seiner eigenen Geschichte immer wieder eingeholt werden kann.
Und muss.
Dieses Buch hat mich trotz ein paar Längen sehr gefesselt und zum Denken angeregt, ohne unangenehm plakativ mit dem Hauptthema konfrontiert worden zu sein. Denn dazu ist die Geschichte dann doch wieder zu lustig und zu skuril erzählt.
Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen














