Nach dem Brexit ist vor dem Exit

Fahne von Großbritannien nach dem Brexit
Nach dem Brexit

Mit einem Federstreich (respektive Kreuzchen) haben nun ein Haufen von Nationalisten, Populisten und sonstige Pappnasen eine jahrzehntelange Arbeit zunichte gemacht. Die Briten haben mit knapper Mehrheit in einem Referendum beschlossen, dass sie aus der EU, aus der sie eh mit einem Haufen von Sonderkonditionen mit nur einem Bein gestanden sind, wieder austreten wollen.
Gemeinschaften, die einigermaßen sinnvoll sind, bei Kontroversen oder Problemen zu verlassen, scheint ja in Zeiten des Neoliberalismus und „Unterm-Strich-zähl-ich“-Parolen modern geworden zu sein. Um diesen öffentlichen Schaden wieder auszumerzen, wird Prinzessin Catherine noch einige niedliche Königskinder zur Welt bringen müssen. Und auch Prinz Harry sollte endlich einmal eine hübsche, adrette Brünette ehelichen, um auch mit vielen kleinen Kinderleins auf dem Familienporträt einer stattlichen, wunderschönen Königsfamilie ein positives Licht auf das Britische Empire zu werfen.
Wenn die Briten nun Pech haben, droht ihnen die relative Bedeutungslosigkeit ähnlich wie Laos, Kapverden oder Papua-Neuguinea im Verlauf der künftigen Weltgeschichte.
Denn nun drohen auch die Rebellen von Schottland mit der Souveränität und haben bereits den Antrag für einen EU-Beitritt vorliegen. Und die anachronistische Enklave Nordirland träumt von einem Anschluss an das Mutterland Irland.

Während sich nun die Vertreter in London auf neue alte Handelsverbindungen mit ehemaligen Kolonien in Indien und Neuseeland konzentrieren müssen, habe ich natürlich auch so meine Visionen von einem künftigen Europa.

Denn nach dem Brexit ist vor dem Exit

Bevor diese ganze Austreterei nun Schule macht und wir ein Spexit, Frexit oder Italexit bekommen und die EU nur noch aus Deutschland, Polen und Bulgarien besteht, sollten wir in Bayern unseren eigenen Exit planen. Denn warum sollte man nicht auch mal völlig unsinnige Forderungen formulieren? Die Frau Thatcher hat dies schon vor Jahren praktiziert und die AfD kann es schließlich auch.
Ich fordere also hiermit, dass Bayern aus der EU austritt – also einen Bayexit, was natürlich auch einen Austritt aus der Bundesrepublik haben wird.
Alternativ sollte mit den Alpenanrainern ein neuer Staat gegründet werden – Die Alpenrepublik!

Dabei fassen wir Bayern, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Südtirol (!ganz wichtig, wegen dem Törggelen!) und Slowenien (dann hätten wir Triest wieder und einen Zugang zur Adria) zu einem souveränen Staatsgebilde zusammen. Die französischen Seealpen nehmen wir mal nicht mit hinein, weil die Franzosen immer so schwierig sind.
Dafür wählen wir aber Salzburg zur Hauptstadt und Rätoromanisch als Landessprache. Das klingt immer so, als würde man ein Tiroler Latein sprechen.

Tatsächlich gibt es solche Szenarien bereits, ich möchte aber nicht wissen, von wem und welcher politischen Färbung solche Propagandisten nachgehen. Dieser Artikel ist lediglich ein Versuch, einmal eine feine Satire niederzuschreiben.

Denn an einem Tag mit solch dermaßen deprimierenden Nachrichten bleibt einem gar nichts anderes mehr übrig.

Foto: Flagge von Großbritannien nach dem Brexit ©sabienes.de
Text: Nach dem Brexit ist vor dem Exit ©sabienes.de

8 Kommentare zu “Nach dem Brexit ist vor dem Exit

  1. Iris sagt::

    Also ohne Bayern wäre doch ok und ich glaube gar nicht so weit weg von der Denkbarkeit. Ist schon öfter schnell aus Satire Ernst geworden.
    Und Tschüß!
    Iris

    • @Iris: Bayern wedelt bei Bedarf immer wieder mal mit seiner Verfassung herum und droht mit dem Bundesrepublik-Exit. Und der Alpenstaat wurde schon einmal nach dem 2. Weltkrieg angeplant.
      Alles blöde! Ich möchte kein Visum brauchen, wenn ich euch mal wieder in Berlin besuchen möchte!
      LG
      Sabienes

  2. Du hast den Grexit vergessen – der Urmutter aller Exits. 😆 „Big is beautiful“ ist sowas von out. Klein-Klein ist angesagt. Die Briten hatten nie eine Einstellung zu Europa. Insofern könnte man sagen, was soll’s. Mir macht die allgemeine Verfassung der Mitgliedsländer der Union mehr Sorgen als die EU selbst. Ehrlich jetzt. Es gibt dort viel Reformbedarf. Sicher. Aber die Probleme, mit der wir die EU identifizieren, gehen auf das Verhalten der Mitgliedsländer zurück. Die Egoismen werden immer schamloser vertreten. Das Benehmen der europäischen Länder in der Flüchtlingskrise ist ein Beispiel dafür gewesen. Die Krönung ist, dass nun die Nationalisten aller Länder Deutschland als Prügelknaben auserkoren haben. Genauer gesagt, Merkels Regierung. Gauland sagt, Merkels Flüchtlingspolitik habe den Brexit mitverursacht. Das ist so grotesk und auf der anderen Seite so gefährlich.

  3. Ich war traurig als die Nachricht kam. Unendlich traurig. Und als ich dann die Interviews mit den Leuten sah „Ich habe zwar dafür gestimmt, aber wollte ich dem #Brexit ja gar nicht.“ würde ich total wütend. Fürcwas haben diese Leute die Abstimmung gehalten? Für ein Spiel? Ein Spiel mit dem Leben aller EU-Bürger?
    Dann stellte sich pragmatismus ein. Die Hoffnung, dass die Politiker nen kühlen Kopf behalten und zumindest nun richtig verhandeln (u.a. auch für das Vethältnis Nordirland und Irland) – und dann sah ich BBC und eigentlich nur die Politikerin aus Schottland hat nen Plan. Naja, versucht eine zu haben. Alle andern UK-Politiker sind stumm…
    Well, what can I say? I’m not amused…
    Und Du offensichtlich auch nicht, Sabienes. Toll geschrieben- und den Frust liest man deutlich raus.

    • @Claudia: Und ich bin immernoch frustriert. Wir sind in Europa gute Nachbarn, auch mit GB. Und auf einmal ist alles nix, alles scheiße. Und Germany sowieso.
      LG
      Sabienes

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