Diesen Film habe ich abgelehnt.
Denn was soll denn das für eine Schmonzette sein:
Armes (großes, nicht kleines) Negerkind bekommt in einer reichen, weißen Familie eine Chance…
Na und? Aschenputtel ist auch schon erfunden worden.
Und dann dieses Sandra-Bullock-Gedöns: Zuerst lässt sie sich schön wie Schneewittchen den Oscar überreichen, trennt sich dann von ihrem tätowierwütigen, wie untreuen Ehemann Jesse James, um dann 14 Tage später ein “armes kleines Negerkind” zu adoptieren.
Also alles in allem ein tiefer Griff in die große, amerikanische Klischeekiste.
Oder?
Und dann habe ich ihn doch aus quasi journalistischen Interesse auf meine Ausleihliste bei LoveFilm gesetzt, vorgestern erhalten, gestern geguckt und war letztendlich sehr positiv überrascht.
Der Film lebt hauptsächlich von einer ungewöhnlich blonden und viel zu braun gebrutzelten Sandra Bullock als die toughe, rauhbeine Südstaatenlady Leigh Anne, die authentisch zu sich selber und in ihrer Rolle rüberkommt.
Allerdings halte ich es für gesundheitsschädlich, angetan im engen Etuikleid vor den Kleinkriminellen im Ghetto von Memphis herumzutanzen, auch oder gerade wenn man einen Oberstaatsanwalt im Gebetskreis und eine Pistole in der Clutchbag weiß.
Und dann gibt es noch den phlegmatischen, traumatisierten Big Mike, der anscheinend gar nichts kann, außer Ball spielen. Quinton Aaron spielt diese Rolle so überzeugend, dass man sich wundert, in der Castingliste diesen Namen zu lesen.
Der Titel “The Blind Side” bezieht sich auf eine Art toten Winkel, den im Football der Quarterback hat. Soviel zum Thema American Football, eine Sportart, die mir immer ein Buch mit 8 Siegeln sein wird.
Die Geschichte ist wahr, dass heißt, der Film basiert auf einer wahren Gegebenheit. Im Abspann gibt es ein paar Fotos aus dem wahren Leben des Footballstars Michael Oher.
Bei soviel Wahrheit darf ein bisschen Klischee hängen bleiben.
Finde ich.
Hier geht es zur offiziellen Filmseite von The Blind Side.














