Habt ihr letzte Woche den Film “Das wilde Leben”, die verfilmte Fachreportage über das Ex-Hippiegirl und Ex-Kommunardin Uschi Obermaier gesehen?
Ist euch da auch was aufgefallen?
Genau.
Damals in den 70ern ist die Uschi mit ihrem Kiez-Prinz Bockhorn nach Indien gefahren.
In einem Bus über den Landweg!
Solche Trips waren damals besonders unter den Söhnen und Töchtern große Mode. Man besorgte sich einen VW-Bus (“Bully”), malte ihn möglichst bunt an und stattete ihn mit den wichtigsten Dingen aus – was meistens bedeutete, eine besonders große Liegefläche einzubauen.
Mit einem solchen Gerät begab man sich über Griechenland, Türkei, Iran, Afghanistan und Pakistan nach Indien.
Weniger Begüterte bezwangen den Landweg per Anhalter, auch das war möglich. Hauptsache, man kam irgendwann in Indien an, denn dort war der Dope billig und überhaupt alles größer, schöner, weiter.
Das Gefühl von Freiheit und Abenteuer wartete auf einen in den fernen Steppen, wo einem mit viel Glück nichts Schlimmeres passieren konnte, als ein gerissener Keilriemen.
Und natürlich haben einige Reisende (egal, auf welche Weise sie sich nun auf den Weg begeben hatten) diesen Ausflug nicht ohne größeren Schaden an Leib und Seele überstanden.
Dennoch haben hier wahrscheinlich die meisten ihr persönliches Märchen von Tausendundeiner Nacht erlebt.
Heutzutage sind diese Wege so gut wie verschlossen. Natürlich gibt es immer wieder einige waghalsige Globetrotter, die auf diesem Landweg nach Indien ziehen.
Aber die politische und soziale Lage in den Transferländern ist schwierig.
Kriegsähnlich.
Diese Freiheit können wir uns nicht mehr nehmen.
Foto: Gefährlicher Zaun in Polen