Elegie der Nacht von Michel del Castillo
52 Bücher, Woche 41
Heute ist es bei 52 Bücher von Monstermeute & Zeugs ein wenig düster und geheimnisschwanger denn das Thema lautet:
Nachtgedanken.
Leider kann ich so wie Fellmonsterchen nicht mit Lyrik kontern (ihr Beitrag ist ein Auszug von Schillers’ Lied von der Glocke und sehr lesenswert), denn ich musste sofort an dieses Buch denken: Elegie der Nacht von Michel del Castillo .
Es erzählt die Geschichte des kleinen Tanguy, der verlassen von seinen Eltern in die Mühlen des spanischen Bürgerkriegs und des 2. Weltkriegs gerät.
Er wächst in verschiedenen Internierungslagern auf, wird in ein deutsches Konzentrationslager verschleppt und landet nach Ende des Krieges in einem von Mönchen geleiteten Waisenhaus, in dem das Leben fast noch brutaler ist.
Früh lernt er Todesangst, Gewalt, Demütigung und Hunger kennen.
Der spanische Autor Michel del Castillo schildert hier seine eigene zerrüttete Kindheit. Da ist nichts zu lesen von Dummenjungenstreichen und einem glücklichen Entkommen.
Das Buch ist elegisch – voller Trauer wegen einem für ein Kind viel zu grausamen Schicksal.
Dieses Buch ist nicht mein Eigentum, sondern eine Art Dauerleihgabe von einem Jugendfreund.
Er hatte dieses Buch in der Schule bei einem Vorlesewettbewerb gewonnen, wollte es aber nicht behalten.
In Anbetracht der Tatsache, dass auch er als kleiner Junge von seiner neurotischen Mutter getrennt worden ist und seine Kindheit bei verschiedenen Pflegeeltern verbracht hat, kann ich das auch gut verstehen.
Was ich nicht verstehen kann ist, dass man ein solch tragisches Buch als Hauptgewinn in einem Vorlesewettbewerb für 12jährige auslobt!
Bild: Tanguy – Elegie der Nacht von Michel del Castillo ©Amazon
Text: Elegie der Nacht von Michel del Castillo ©Sabienes





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