Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

Eine verzweifelte Rezension

Gone Girl

Gone Girl – Das perfekte Opfer

An dem Tag, an dem das ganze Unglück begann, kehrt Nick Dunne mit äußerst gemischten Gefühlen nach Hause zurück. Denn heute feiern er und seine Ehefrau Amy ihren 5. Hochzeitstag und er hat weder ein Geschenk, noch hat er irgendeine Überraschung vorbereitet. Als er sein Haus in einer Kleinstadt in Missouri betritt, ist die Einrichtung verwüstet und seine Frau verschwunden. Schnell gerät er als Ehemann ins Visier der Polizei, zumal er dazu neigt, ein bisschen zu lügen und ein bisschen die Wahrheit zu verschweigen. Erschwerend kommt hinzu, dass seine Frau einmal als Vorlage für die von ihren Eltern verfassten,  populären Jungmädchenbücher-Reihe „Amazing Amy“ gedient hat und somit einen gewissen Sympathievorsprung hat.
Mit der Zeit kommen immer mehr Details über die scheinbar so glückliche und ideale Partnerschaft der beiden Eheleute ans Licht. Aber solange es keine Leiche gibt, ist es schwierig, Nick als Täter dingfest zu machen.

Die Autorin Gillian Flynn

Gillian Flynn, Jahrgang 1971, stammt aus Kansas City in Missouri und arbeitete jahrelang als Fernsehkritikerin. Mit ihrem ersten veröffentlichten Roman, Cry Baby wurde sie berühmt, die Bücher Dark Places und nun Gone Girl waren große Erfolge.
Gone Girl wurde mit Ben Affleck und Rosamund Pike in den Hauptrollen verfilmt, die Verfilmung von Dark Places soll im Dezember 2015 in die Kinos kommen.
Gillian Flynn lebt mit Mann und Kind in Chicago.

Gone Girl – Meine Meinung

Ich habe über Wochen hinweg die Bücher Gone Girl und Girl On The Train miteinander verwechselt, was vielleicht an den Anglizismen im Titel lag.
Tatsächlich sind sich aber beide Werke nicht ganz unähnlich: Der Dreh- und Angelpunkt der Story ist in beiden Fällen eine verschwundene, schöne Frau. Auch der Stil weist Gemeinsamkeiten auf: Einmal die Tagebuchform, geschrieben von mehreren Protagonisten, und dann die stellenweise epischen Längen, während derer gar nichts zu geschehen scheint.
Aber bei dem vorliegenden Roman geht es weniger darum, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, als eine Lebenslüge zu erkennen, aufzudecken und zu transformieren. Doch während Rachel, dass Mädchen im Zug, ihre Aufgabe ganz gut bewältigt, sind Nick und Amy viel zu tief in ihrem Geflecht verstrickt und viel zu sehr von dem schönen Schein der heilen Welt geblendet. 
Dies ist dann eigentlich auch die Moral von der Geschichte, die mir wegen dieser Endaussage auch ausnehmend gut gefällt (auch wenn ich letztendlich Girl On The Train für das bessere Buch halte). Ein solches Streben nach dem perfekten Paar, dem perfekten Leben, in dem alles so „amazing“ ist, muss ganz einfach böse enden. 
Im Fall des Buches endet es mit einem maliziösen Cliffhanger, der den Leser fast verzweifeln lässt.

Verzweifelt war ich auch ein wenig während des letzten Drittels des Buches. Denn als sich die Angelegenheit so langsam aufzuklären beginnt, wird die ansonsten recht plausibel erzählte Geschichte immer unglaublicher. Es gibt ToDo-Listen und Pläne, die möchte ich wirklich nicht aus- und abarbeiten müssen.

Bibliografisches

  • Autor: Gillian Flynn, Christine Strüh (Übersetzung)
  • Titel: Gone Girl – Das perfekte Opfer
  • Originaltitel: Gone Girl
  • Taschenbuch: 592 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 8 (24. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596188784
  • Preis: 9,99 € (Taschenbuch), 9,99 € (Kindle), 6,99 € (Audio CD)
  • Bestelllink: GoneGirl – Das perfekte Opfer: Roman

Mit dieser Rezension beteilige ich mich bei Daggis Buchchallenge 2015, Aufgabe 52: Lese ein Buch das Dir von mehreren Personen empfohlen wurde.

Foto: Gone Girl, Buchcover ©sabienes.de
Text: Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn ©sabienes.de

2 Kommentare

  • Susanne Werner 30. Dezember 2015 um 11:21

    Mein erster Besuch hier. Bin selbst eine Leseratte und finde die Berichte klasse! Werde öfter vorbeischauen. Liebe Grüße, Susa

    Antworte
    • Sabienes 8. Januar 2016 um 23:01

      @Susanne Werner: Herzlich Willkommen!
      LG Sabienes

      Antworte

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