Der Heilige Nikolaus von Myra – Wer war das eigentlich?

heilige nikolaus

Ist das der Heilige Nikolaus oder eine festliche Tischdekoration?

Wahrscheinlich war gestern Abend oder heute Nacht der Nikolaus bei euch und hat euren Kindern ein paar Süßigkeiten und Spielsachen gebracht.
Und vielleicht habt ihr auch eine Kleinigkeit erhalten – wenn ihr brav gewesen seid! 

Adventskalender Söcken

Das 6. Söckcken

Heute ist es an mir, das 6. Söckchen des Adventskalender von offenesblog.de zu füllen und weil es so gut passt, möchte ich euch die (vielleicht wahre) Geschichte vom Heiligen Nikolaus von Myra erzählen. Denn es gibt kaum einen anderen Heiligen in der Kirchengeschichte, um den so viele Legenden ranken, wie um diesen Mann.

Der Heilige Nikolaus von Myra

Der Heilige Nikolaus wurde irgendwann im 3. Jahrhundert in Patara (südwestlich von Antalya) geboren und starb irgendwann im 4. Jahrhundert und zwar genau am 6. Dezember.
Seine Familie war wohl recht wohlhabend und gehörten zu einer Gemeinde von Frühchristen. Den Überlieferungen zur Folge wurde er bereits im zarten Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht (damals war das Zölibat noch nicht erfunden) und stieg ziemlich schnell zum Abt und später zum Bischof auf. Er agierte Zeit seines Lebens in der Gegend von Myra (dem heutigen Demre), eine Stadt in Kleinasien, die wie Patara, zum damaligen Lykien gehörte.
Die Behauptung, dass der Heilige Nikolaus ein Türke war, wäre also richtig, wenn es damals schon die Türkei oder wenigstens sowas, wie ein Osmanisches Reich gegeben hätte.
Er selbst hätte sich wahrscheinlich eher als Byzantiner oder Oströmer bezeichnet.

myra

Vor dem Nikolaus-Museum in Myra


Der Heilige Nikolaus und seine Legenden

Das Problem mit diesem Mann ist, dass seine Geschichte erst postmortem im 8. Jahrhundert zu Papier gebracht worden ist. Was würde er heute davon halten, wenn er hören würde, dass er im roten Mantel den Kindern Geschenke gebracht hat und ein Seeman gewesen sein soll?
Allerdings scheint er ein sehr dominanter und tatkräftiger Mann gewesen zu sein. Es wird erzählt, dass er auf dem Konzil von Nicäa seinem Widersacher Arius geohrfeigt hätte und man in deswegen im weiteren Verlauf wegsperren musste. Er kämpfte aber nicht nur gegen die von Arius angeführten Arianer (sie behaupteten, dass Jesus nicht Gottes Sohn gewesen wäre), sondern auch gegen den Kult der altrömischen Götter und tat sich bei der Vernichtung von Heiligtümern der Göttin Diana hervor.

Der Wohltäter?

In dieser Zeit gab es in Kleinasien mehrer Hungersnöte und der Heilige Nikolaus hat sich ganz einfach als Bischof um seine Leute gekümmert. Anscheinend hat er viel von seinem persönlichen Vermögen verschenkt, luchste einem im Hafen liegenden Schiff des Kaisers einen Teil der aus Getreide bestehenden Ladung ab und bewahrte 3 jungen Mädchen vor dem Verkauf als Sklavinnen, in dem er ihnen Gold für eine Mitgift schenkte.

Der Retter der Kinder?

Es gibt einige Überlieferungen, denen zur Folge er tote oder verschwunde Kinder wieder herbeigezaubert hätte. Manche lesen sich ein bisschen wie Bücher aus dem Zombie-Genre.

Der Seemann?

Wer früher am Meer wohnte, nutzte den Seeweg eher, als den Landweg. Aber der Heilige Nikolaus war kein Seemann, auch wenn er durchaus seetauglich gewesen sein muss. Er hat aber unzählige Seeleute gerettet, in dem er Seestürme von ihnen weggelenkt hat.

Fresken

Fresken im Museum des Heiligen Nikolaus


Nikolaus, der Schutzpatron

Ihr seht, der Nikolaus von Myra war ein rühriger Mann und hat auch posthum einiges zu tun. Er gilt nicht nur als Schutzpatron der Russen, Serben, Kroaten, Lothrigen und Bari (dorthin wurden im 11. Jahrhundert seine angeblichen Gebeine entführt), sondern ist auch für alle Seefahrer, Binnenschiffer, Kaufleute, Apotheker, Bäcker, Metzger, Getreidehändler, Drescher, Pfandleiher, Juristen, Schneider, Küfer, Fuhrleute und Salzsieder zuständig. Schüler und Studenten sollten ihn in ihrer Not vor bösen Klausuren anrufen, genauso wie die Pilger und Reisende, die Liebenden und Gebärenden, Ministranten, sowie Kinder und alte Leute. Darüber hinaus hat er auch noch ein Herz für Diebe, Gefängniswärter, Prostituierte und Strafgefangene.

Als Multitalent ist der Heilige Nikolaus für alle da, inklusive für die Webdesigner und Blogger.
Und ihr als meine Leser dieses Artikels seid natürlich besonders dann geschützt, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlasst!logo

(Für diesen Artikel habe ich ganz viele Quellen von ganz viel Wikipedia genutzt)

Die nächsten Türchen dieses Adventskalenders öffnen sich auf gesichtet.net, selbstexperiment.de und auf meinungs-blog.de

Alle Fotos: Der Heilige Nikolaus von Myra ©sabienes.de
Text: Der Heilige Nikolaus von Myra – Wer war das eigentlich? ©sabienes.de

18 Kommentare

  • Stephan 6. Dezember 2015 um 8:43

    Na, dann begebe ich mich direkt mal mit diesem Kommentar in besagten Schutz.
    Sehr interessant dein Beitrag über den Nikolaus. Es wundert mich, dass er bei all seinen Aufgabe noch die Kurve bekommt 😉 .
    Schöne Advents- und Weihnachtstage!

    Antworte
    • Sabienes 6. Dezember 2015 um 21:41

      @Stephan: Früher war man halt fleißig! 😉
      LG Sabienes

      Antworte
  • daggi 6. Dezember 2015 um 8:47

    Auf die Idee, das 6. Söckchen zu wählen, hätte ich auch mal kommen können.

    Wir haben für heute einen Familiengottesdienst mit diesem Thema vorbereitet und ich bin schwer (an-) gespannt, wie er ankommt. Wir haben einen kleinen „Zwist“ zwischen Bischof Nikolaus und dem Weihnachtsmann eingebaut.

    Lg
    Daggi

    Antworte
    • Sabienes 6. Dezember 2015 um 21:42

      @Daggi: Zu dem Unterschied zwischen dem Weihnachtsmann und dem Nikolaus habe ich auch schon mal recherchiert. Vielleicht schreibe ich darüber im Adventskalender vom nächsten Jahr – falls du mir nicht zuvorkommst!
      LG Sabienes

      Antworte
  • Nila 6. Dezember 2015 um 9:00

    Die Geschichte vom Heiligen Nikolaus von Myra wird schon im Kindergarten unseren Kindern erzählt. Finde ich prima, dass unsere Werte von Generation zu Generation weitergegeben werden. So kommt in vielen österreichschen Familen der Nikolaus am 6 Dezember zu den Kindern nach Hause.Dort wird dann gesungen und der Nikolaus erzählt eine kleine Geschichte. Am Schluss dürfen sich die Kinder eine Kleinigkeit aus seinem großen Juttesack nehmen.
    Zu meiner Zeit ging auch noch der Krampus an einer Kette mit 🙂
    Liebe Grüße
    Nila

    Antworte
    • Sabienes 6. Dezember 2015 um 21:44

      @Nila: Das haben wir früher auch so ähnlich gemacht und haben dabei mit Freunden und ihren Kindern eine kleine Feier gemacht. Das war wirklich schön.
      Ich denke, solche Traditionen und Geschichten sollte man nie sterben lassen.
      LG Sabienes

      Antworte
  • Markus 6. Dezember 2015 um 9:33

    Schönes Söckchen. Leider weiß ja heute kaum noch jemand um die Bräuche und dergleichen und es geht nur noch um die Geschenke… Nun ja schönen Nikolaustag Euch allen.

    Antworte
    • Sabienes 6. Dezember 2015 um 21:58

      @Markus: Danke, dir auch – nachträglich. Und viele Geschenke! 😉
      LG Sabienes

      Antworte
  • christiane 6. Dezember 2015 um 10:35

    …lese ich immer wieder gern, diese geschichten zum nikolaus-
    danke sehr und schöne grüße
    christiane

    Antworte
    • Sabienes 6. Dezember 2015 um 22:01

      @Christiane: Bitte sehr!
      LG Sabienes

      Antworte
  • Alex 6. Dezember 2015 um 15:45

    Hallo Sabienes
    und herzlichen Dank für dein passendes Söckchen zum 6. Dezember.
    Ich wünsche Euch allen einen angenehmen 2. Advent.
    Habt eine schöne Vorweihnachtszeit.

    Antworte
  • Erdbeere 6. Dezember 2015 um 20:14

    Hallo Sabine,

    auch diese Söckchen ist ein ganz besonderes. Sehr lehrreich und interessant.

    Lieben-das-mit-der-Sklavinen-Rettung-hat-mich-meisten-beeindruckt-Gruß,
    Erdbeere

    Antworte
  • Sandra Dietzel 7. Dezember 2015 um 6:49

    So kannte ich die Geschichte noch nicht. Dankeschön.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche.
    Lg

    Antworte
    • Sabienes 9. Dezember 2015 um 22:16

      @Sandra: Manches habe ich beim Schreiben selbst erst erfahren! 😉
      LG
      Sabienes

      Antworte
  • Marc 7. Dezember 2015 um 11:51

    Vielen Dank für diese schöne und lehrreiche Geschichte!

    Antworte
  • Fulano 11. Dezember 2015 um 19:47

    Schön und lehrreich. Was ich mich beim letzten Absatz frage. Gibt es tatsächlich Schutzheilige für moderne Berufe?
    Herzliche Grüße und eine tolle Adventszeit
    Fulano

    Antworte
    • Sabienes 13. Dezember 2015 um 14:14

      @Fulano: Ja gibt es. Die Heilige (und dir wahrscheinlich auch sehr bekannte) Bona von Pisa ist zum Beispiel die Schutzheilige der Stewardessen. 🙂
      LG
      Sabienes

      Antworte

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