Horrorszenario: Leerer Kühlschrank und kein Auto!

horrorszenario
Ein echtes Horrorszenario für mich!

Frauen und hier besonders Hausfrauen meines Sternzeichens (ich bin ein waschechter Stier) sagt man ja gerne nach, dass man bei ihnen stets wohlgefüllte Kühlschränke und Vorratsschränke finden wird.
Und das stimmt auch irgendwie. Außerdem habe ich ein Auto.
Meistens.

Ohne Auto im Neubaugebiet

Studiersohn 2 hat sein Auto etwas langfristig in die Werkstatt gestellt, was für mich schon Grund genug wäre, angesichts der anstehenden Reparaturkosten ein bisschen in Panik zu geraten.
Es finden zwar im Moment keine Vorlesungen statt, aber dennoch musste er nun in die entfernte Universitätsstadt fahren, um dort etwas zu erledigen.
Mit meinem Auto.
Und da Neubaugebiete, wie unseres auch, immer darunter leiden, dass sie ohne Infrastruktur auskommen, wird es schwierig sein, in den nächsten Tagen einkaufen zu gehen. Ich könnte natürlich auch mal ganz traditionell zu Fuß mit der Einkaufstasche losziehen. Aber ich wohne oben an einem Berg und zum nächsten (Billig-)Discounter laufe ich etwa eine halbe Stunde. Heimwärts mit vollen Taschen und bergauf würde ich wahrscheinlich doppelt so lange brauchen und mit dem Fahrrad ist ein solcher Aufstieg auch kein Vergnügen.

Außerdem muss ich auch mal was arbeiten, habe also nur begrenzt Zeit.

Objektiv betrachtet ist das alles kein großes Problem, denn wahrscheinlich werden wir armen Eltern in den nächsten Tagen, Wochen oder gar Monate nicht verhungern müssen. Vorausgesetzt natürlich, mein Mann entschließt sich endlich, auch mal Paprika zu essen. Oder das ich keinen Heißhunger auf Schokolade bekomme. Oder wenn ich einen Salat im Kühlschrank hätte.

Horrorszenario: Leerer Kühlschrank und kein Auto!

Das, was ich euch hier erzähle, klingt natürlich nach einem absoluten Luxusproblem. Aber tatsächlich wäre hier oben einmal beinahe ein solches Horrorszenario eingetreten.
Bei einem Rentnerehepaar hatte sich die Frau den Arm gebrochen. Und da sie die einzige der beiden war, die noch Autofahren konnte, kamen sie nicht mehr aus dem Haus – weder zum Arzt, noch zum Einkaufen. Natürlich wollten sie nicht zur Last fallen und baten niemanden um Hilfe.
Als dann doch mal jemand bei ihnen vorbeigeschaut hat, ging es dem Pärchen gar nicht mehr so gut.

So ein Neubaugebiet ist also schon ein gefährliches Pflaster!

Selbst einkaufen oder Lieferservice?

lieferservice für lebensmittel

Die kluge Frau (Hausfrau, Stier, ich) baut natürlich vor und legt sich Vorräte an, damit ja kein Horrorszenario, sprich Versorgungsengpass entstehen kann. Natürlich kann ich jederzeit meine Nachbarn um eine Gefälligkeit bitten oder mich ganz einfach mit meinem Mann absprechen, der ja auch ein Auto hat.
Und da es nichts gibt, was es im Internet nicht gibt, kann man sich online seine Lebensmittel bei Allyouneed Fresh bestellen.
Das klingt nun etwas extravagant und die Vorzeige-Hausfrauen aus meinem Bekanntenkreis blicken bei dem Gedanken allein schon hilfesuchend in den Herrgottswinkel. Aber tatsächlich erleben solche Lebensmittel-Lieferservice einen regelrechten Aufschwung, nicht nur in den Neubaugebieten dieser Nation. Denn gerade Berufstätigen bleibt oft gar nichts mehr anderes übrig. Natürlich wäre hier (wie immer beim Einkaufen) ein Preisvergleich wichtig, ansonsten halte ich eine solche Dienstleistung für gar keine schlechte Idee.

Würde ich jetzt gleich Schweinshaxe, Smoothie und Fairtrade-Schokolade bestellen, bekäme ich morgen zwischen 8 und 18 Uhr meine Lieferung.
Spätestens ab 19 Uhr wären wir also dann satt und glücklich.

Aber bis dahin wollte der Bub eigentlich schon wieder zurück sein.

Alle Fotos: Horrorszenario: Leerer Kühlschrank und kein Auto! ©sabienes.de
Text: Horrorszenario: Leerer Kühlschrank und kein Auto! ©sabienes.de

13 Kommentare zu “Horrorszenario: Leerer Kühlschrank und kein Auto!

  1. Hmm… wieso finde ich diesen Artikel nicht auf der Startseite? Habe ihn nun aus meiner Mailbox heraus aufgerufen, alles ok. Aber wenn ich auf die Startseite zurückgehe, springt mich als erstes eine Pfütze an! 😀

  2. Äh …
    Klingt für mich jetzt wirklich nach Luxusproblem.

    1. Studiersohn hätte ja auch mit der Bahn fahren können, so wie 1000 andere Studiersöhne auch. Dafür gibt es üblicherweise auch günstige Tickets. Und in Unistädten kommt man eh gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln klar. Dass man ihn dazu eventuell bis zum Bahnhof fährt, ist klar.

    2. Wenn der Sohn trotzdem das Auto nehmen durfte, hätte man das auch für ein paar Tage so vorausplanen können, dass man in dieser Zeit nicht unbedingt einkaufen muss. Dafür hätte man dann auch den Sohn einspannen können, dass er fürs Auto-Ausleihen erst mal noch den ohnehin wohl gut gefüllten Vorrat noch mal aufstockt, so dass man nicht mal Obst und Co kaufen muss, weil auch das nicht nach einem Tag verschimmelt.

    3. Halbe Stunde Fußmarsch ist durchaus mal gesund. Für den Rückweg könnte man sich dann ausnahmsweise ja dann auch mal ein Taxi leisten. (Das gilt natürlich auch für Rentner, die mal zum Arzt müssen; Krankentransporte kann man dann eventuell sogar erstatten lassen)

    4. Man kann nicht nur im Internet einen Lieferservice finden, die Supermärkte bieten den auch an. Wie schnell die liefern können, muss man halt fragen, die kommen natürlich nicht wegen einem Brot.

    5. Für vergessene Eier und Co, kann man in netter Nachbarschaft normalerweise auch mal was ausleihen, bzw. bringen die vielleicht keinen Großeinkauf, aber mal eine Frischmilch oder so sicher auch mal schnell mit.

    6. Mann mit Auto kann aber so was von gut einkaufen. Zum Beispiel mal in der Mittagspause oder eben nachmittags bis abends am Supermarkt vorbeifahren. Die langen Öffnungszeiten der meisten Supermärkte erlauben womöglich sogar das Männer-Auto zu benutzen, um nach seiner Heimkehr damit noch schnell zum Supermarkt zu fahren.

    7. Ein gut gefüllter Vorratsraum und Kühlschrank sollte einige Tage ohne einkaufen Überleben ermöglichen, erst recht, wenn ein Sohn-Esser wegfällt.

    Also Horror seh ich da echt nicht …

    Dass man ohne Auto in unserer Zeit unbequemer lebt als früher, wo es überall kleine Läden gab, zu denen man zu Fuß hingehen konnte, das schon. Aber das muss man natürlich einkalkulieren, wenn man in ein reines Wohngebiet zieht. Mit etwas Planung, Absprachen, Kreativität und / oder ein wenig Mehrkosten, lässt sich das aber durchaus organisieren.

    • @Rosemarie: Danke, dass du so explizit auf mein Luxusproblem so explizit eingegangen bist! 😉

      Scherz bei Seite: Du hast hoffentlich die Ironie meines Artikels verstanden, oder? Ich wollte einmal ausarbeiten, wie abhängig wir von unserem fahrbaren Untersatz geworden sind.
      Inzwischen hat sich aber meine Lage deutlich verschlechtert: Mein Auto ist längere Zeit verliehen Und nein. Der Studiersohn kann nicht auf die Öffis zurückgreifen.
      LG Sabienes

  3. Äh … ich gestehe, dass ich die Ironie tatsächlich nicht gesehen habe.

    Dann hätte ich meinen Artikel, falls ich denn geschrieben hätte, auch ironisch gefasst.

    Das liegt … ja, an wem? Ich denke, das ist fast eine eigene Diskussion wert.
    – Ich könnte auf dem Schlauch gestanden sein – ganz sicher nicht ausgeschlossen 🙂
    – Du könntest es zu wenig ironisch geschrieben haben

    Ich glaube, es ist eine Mischung aus vielem. Gerade weil ich normalerweise sehr empfänglich für Ironisches bin und dann gerne auch mal verstärke, denke ich, dass zu meinem Unverständnis für deine Ironie vermutlich noch ein paar Dinge dazu kommen, die Probleme des Austauschs über das Internet angehen.
    Gerade vor Kurzem habe ich dazu einen sehr interessanten Bericht gelesen, wie sehr die Emoticons das Verständnis eines Textes erleichtern. Denn sie bilden einen ganz hilfreichen Ersatz für fehlende Mimik, Tonfall und Körpersprache. Gerade bei ironischen Texten macht das doch oft den Unterschied aus. Denn die Worte selbst bleiben einem ernsthaften Text doch sehr ähnlich. Allein, wie es gesagt wird, macht da einen Unterschied. Manchmal entlarvt allein das Grinsen im Gesicht des anderen das Verständnis.

    Zu Körpersprache und Co. kommt aber auch noch die Gesamtatmosphäre, die sich in der Realität auf die ganze Gruppe überträgt, im Netz natürlich nicht. Wer gerade im „Ironie-Modus“ ist, verstehe auf Anhieb einen anderen ironischen Text, wer gerade auf „genervt“ gebürstet ist, kann das komplett in den falschen Hals bekommen. Die Partner im Netz sind immer wieder in komplett unterschiedlicher Stimmung, auch ich bin manchmal empfänglicher für das eine und manchmal eher taub.

    Bei dir war ich dann wohl auch gerade auf Ironie-taub eingestellt. Das kommt – und das finde ich einen weiteren wichtigen Aspekt im Netz – nicht zuletzt auch darauf an, mit welchen Inhalten im Netz man zuvor zu tun hatte. Und da liegt mE ein weiterer wesentlicher Grund für solche Missverständnisse, man findet im Netz einfach alles ernsthaft „vertextet“ und kommuniziert. Eben auch jede Menge an Dingen, die man, die man eigentlich nicht für möglich gehalten hätte. Das Netz hat Kommunikation verändert, da schreiben viele, vieles, was früher eben gar nicht ernsthaft diskutiert worden wäre.

    In der Realität kennt man sich zudem oft, wenn man etwas flapsig über bestimmte Ereignisse bereichtet, da weiß man auch ohne viel Miminik oft, dass das der andere gar nicht ernst gemeinst haben könnte.
    Mein größter Fehler war daher eigentlich, zu antworten, obwohl ich dich gar nicht gut genug kenne, um deinen Text richtig beurteilen zu können. Und damit habe ich dich in eine Ecke geschoben, in die du gar nicht hingehörst.
    Und dafür möchte ich mich dann auch entschuldigen, denn es gibt ja dann wiederum genug Leute, die später einer Meinung und Interpreation folgen und nicht mehr der urspünglichen Aussage.

    Und nun drücke ich dir die Daumen, dass sich deine Lage bald wieder verschlechtert, denn trotz aller Alternaviten, wenn man mitten drin steckt, ist es einfach nur blöd.

    LG
    Rosemarie

    • @Rosemarie: Du musst dich überhaupt nicht entschuldigen! Wirklich nicht! Mir ist es schon klar, dass das Internet ein sehr ungenaues Medium ist, zumal wir beide uns sonst nicht weiter kennen. Du kennst also meine besondere Form des Humors oder der Ironie nicht, da kann es schon zu Missverständnissen kommen. Tatsächlich steckt ja auch hinter jedem Scherz ein Körnchen Wahrheit. Und die sieht im Moment bei mir wirklich so aus, dass ich wieder auf meinem Berg festsitze, das Wetter schlecht ist und mir absolut kein Auto zur Verfügung steht. Wahrscheinlich geht das noch bis Freitag so und es macht mich inzwischen schon ein bisschen nervös.
      Aber wie schon gesagt, dass ist wirklich ein Luxus, in dem wir leben. Meine Mutter und meine Großmutter wären solche Wege ohne mit der Wimper zu zucken gelaufen. Bei jedem Wetter.
      LG Sabienes

      • Und doch fand ich es wichtig, es klarzustellen, auch für mich.
        Und weil ich dein Artikel auf der Ironie-Ebene tatsächlich eine Menge Potential bietet 🙂
        Sowohl witziges, aber auch ernsthaftes über genau das gleiche Resultat: Dass wir doch manchmal recht dumm dastehen, wenn uns Techniken und moderne Errungenschaften verloren gehen, die es vor ein bis zwei Generationen noch gar nicht gab. Was sage ich da – vor wenigen Jahren! Denn was wären wir inzwischen ohne Handys?
        Der moderne Menschen geräte wohl an den Rand des Ausssterbens, wenn man ihm seine Computertechnik wegnimmt …

        Ja, ich kenne tatsächlich solche Nöte auch. Und statt das Beste draus zu machen, verwende dann auch ich meine Energie, mit den Umständen zu hadern und womöglich noch zu Verkomplizieren.

        Auf jeden Fall ist es doch immer für eines gut: Man kann ironische Artikel schreiben und … vielleicht sogar ein ganzes satirisches Buch 🙂

        Dir wünsche ich jetzt einen baldigen Freitag und bis dahin schönes Wetter 🙂

        LG
        Rosemarie

  4. Wie ich sehe habt ihr überlebt? 😀
    Wenn wir mal zu faul zum Einkaufen waren (in der Woche) lassen wir uns die Option offen, abends was (Pizza oder so) zu bestellen.
    Beim Nachdenken fiel mir auf, dass ich „früher“ IMMER freitags einen Großeinkauf (für Sohn und mich) gemacht habe, zwischendurch war nur eine Ausnahme. Finanziell wars sehr knapp und so gab es Fleisch – wenn überhaupt- nur am WE und Kartoffeln, Eier, Milch, Spaghetti, Kakau, Müsli … was damals eben absolut unentbehrlich …Kaffee!!!… war, war immer vorhanden. Heute wandert fast täglich was frisches in den Haushalt…. allerdings hab ich es ganz einfach…. 400m weiter ist ein ( der nächstgelegene ) Discounter mit Bäcker… also wenn wir was nicht da haben, ist es reine Faulheit….

    • @Miki: Natürlich haben wir diese autolosen Tage überlebt – irgendwie … 😉
      Im Nachhinein betrachtet war für das Gefühl, dass ich auf meinem Berg feststecke, viel schlimmer, als alles andere. Besonders weil das Wetter schlecht war, so dass ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad nichts erledigen konnte. Außerdem war der Mann nicht verreist …
      Und vielleicht kommen diese Ängste wirklich auch noch aus der Zeit, in der die Kinder klein gewesen sind und man eine ganze Menge Zeug gebraucht hat.
      LG Sabienes

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