Ich ging durchs Feuer

52 Bücher, Woche 27

Gestern, am 8. Mai jährte sich das Ende der Nazi-Diktatur und des 2. Weltkriegs.

Ein schöner Anlass für Fellmonsterchen von Monstermeute & Zeugs, uns in ihrem Projekt 52 Bücher die Aufgabe zu stellen, Bücher über den Nationalsozialismus vorzustellen.

Ich habe mich für Ich ging durchs Feuer und brannte nicht Ich ging durchs Feuer von Edith Hahn Beer entschieden.

Zuerst kann keiner so recht glauben, dass mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Wien etwas Schlimmes passieren wird.
Aber bald muss die junge Edith erkennen, dass sie als Jüdin immer mehr Aggressionen ausgesetzt ist.
Während die Schwester gegen Lösegeldzahlungen ins Ausland fliehen kann, wird ihre Mutter in ein Vernichtungslager nach Polen verschleppt.
Sie selbst kommt in ein Zwangsarbeiterlager nach Deutschland.

Dort gerät sie an deutsche ‘arische’ Papiere und heiratet den Deutschen Werner Vetter, ein eingefleischtes NSDAP-Mitglied.
Die Ehe läuft nicht gut und als er erfährt, dass sie Jüdin ist, wird das natürlich nicht besser. Um einen Skandal zu vermeiden, verlässt er sie nicht. Doch sie erlebt mit und durch ihn eine wahre Hölle.
Nach außen spielt sie die brave deutsche Hausfrau und Mutter, insgeheim hat sie unendlich viel Angst, dass ihre Deckung auffliegt und wünscht sich nichts Sehnlicheres, als den Einmarsch der Allierten.

Tatsächlich hat sie die Kriegsjahre und den Holocaust überlebt und lebt nun in Israel.

Ich habe mir schon immer die Frage gestellt: Wie hat man damals einen Menschen als Juden identifizieren können?
Denn solange jemand nicht Samuel Goldmann heißt und Schläfenlocken trägt, ist das doch gar nicht so einfach, es sei denn, man hat Einsicht in die Papiere von dieser Person oder kennt seine Familiengeschichte (sprich: Arier-Ausweis).

An dieser Lebensgeschichte kann man gut erkennen, dass uns alle – egal, wo wir her sind, welchen Glauben wir haben usw. – immer mehr verbindet, als uns trennt.
Was uns auseinander reißt und unsere Bindungen zerstört, sind allein die Dogmen, die andere über unsere Köpfe hinweg ausgeben.

Dieser Gang durch die Hölle (eine Anspielung auf Dantes Göttliche Komödie), den Edith Hahn Beer erlebt hat und hier beschreibt, hat mich sehr beeindruckt und die Geschichte ist mitunter unglaublich spannend!

Text: Ich ging durchs Feuer und brannte nicht ©Sabienes

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