Populismus in der Blogosphäre und auf meinen Blogs

populismus

Populistische Themen, wohin das Auge schaut

Die BILD-Zeitung benutzt ihn, der Seehofer auch, Frauke Petry sowieso und bei den Stammtischbrüdern gehört er quasi zur Kernkompetenz: Der Populismus. Damit meine ich das Aufbereiten von meist politischen oder gesellschaftlich relevanten Themen mit einfachen Worten und dem Aufzeigen von einfachen (und bequemen) Lösungsmöglichkeiten.
Populismus ist die Wunderwaffe aller Pegidas unserer Zeit, die bereits in allen 1000jährigen Reichen geschwungen wird und wurde.
In einem Artikel in „Die Welt“ wurde dieses soziologische Phänomen sehr schön analysiert und als Rache auf die arroganten Eliten charakterisiert:

Mit der Front-National-Chefin marschieren heißt auch für Verlierer, siegen zu lernen.

Und genau dies ist ungefähr genau das aktuelle Thema (bzw. meine persönliche Themaverfehlung) beim Webmasterfriday.

Populistisch oder einfach nur populär?

Populismus kann populär sein und populäre Themen können populistisch aufbereitet werden. Populismus ist nur als Rechtspopulismus eine Erfindung der Rechten und Braunen, wird aber von ihnen gerne genutzt. Denn anscheinend drängt es dieses Klientel zum Stereotypen und da sind wir schon wieder bei den einfachen Worten und Lösungen.
Linke Kräfte kommen oft aus der intellektuellen Ecke (oder sie bilden es sich ein, von dort zu kommen) und dadurch gelingt es ihnen oft nicht, populäre Sachverhalte in einfache Worte zu kleiden, wenn man einmal von dem wirklich genialen Slogan „Atomkraft – Nein Danke!“ aus den 70er Jahren absieht.

Populismus in der Blogosphäre

Ich habe bislang erst wenige populistische Blogs gefunden, was vielleicht auch daran liegt, dass ich nicht nach ihnen gegoogelt habe. Aber auf Facebook existieren etliche solcher Seiten und man kann einen ganzen Feierabend damit verbringen, sie bei der Konzernleitung anzuzeigen, was in der Regel vergebliche Liebesmüh bedeutet.

Populismus auf meinen Blogs?

Genau genommen betreibe ich auch ab und an auf meinen Blogs eine Form des Populismus, zum Beispiel bei diesem Artikel oder dieser hier auf Frau Sabienes.
Denn wenn ich diesen Begriff auf das Wesentliche reduziere und möglichst gesinnungsfrei behandle, bleibt die Versuch, einen komplizierten Tatbestand in möglichst einfache Worte und kurze Logo WebmasterfridaySätze zu kleiden.
Dieses Kunststück gelingt Kinderbuchautoren und Werbetextern ganz wunderbar und weil mir meistens nicht so sehr nach gehobener Intellektualität ist, kann ich das auch.
Wenn mich also jemand nach meiner Meinung zur Flüchtlingsproblematik fragt, monologisiere ich nicht über unsere Verantwortung als Deutsche, den Rüstungsexporte in Krisenregionen und dem ersehnten demografischen Wandel.
Ich sage ganz einfach:

„Irgendwo müssen die armen Leute doch hin!“.

Sowas versteht die Frau Petry wahrscheinlich nicht und der Herr Seehofer würde nicht zugeben, dass er mir zustimmt.

Aber die Stammtisch-Fraktion vielleicht doch. Und auf die kommt es auch an.

Foto: Populistische Themen, wohin das Auge schaut ©sabienes.de
Text: Populismus in der Blogosphäre und auf meinen Blogs ©sabienes.de

8 Kommentare

  1. Alice Wunder sagt:

    Oder so: „Wir schaffen das!“ war eine arg verkürzte Wahrheitsverdrehung. Richtiger, aber unpopulärer wäre gewesen: „Wir müssen das schaffen! Das ist Alternativlos!“

    • Sabienes sagt:

      @Alice Wunder: Das wären 2 Sätze und der erste sogar noch ein Vierwort-Satz. Viel zu kompliziert!
      Ich musste eine ganze Woche lang über denen Gravatar lachen! 😉
      LG
      Sabienes

  2. Hans sagt:

    Herr Seehofer geht ja quasi „eigene Wege“ bei der Flüchtlingspolitik, aber ob ich auf ein Zugeständnis warten würde?

  3. Ludwig sagt:

    Also ich glaube ich nutze auf meinem Blog öfters mal Populismus, denn ich habe auch öfter mal politische Themen im Angebot. Doch daran ist an sich nichts verkehrt. Nur werden von gewissen Kreisen oft Lösungen angeboten, die so nicht umgesetzt werden können. Wenn eine Frau Merkel sagt: „Wir schaffen das!“ ist das ein Versprechen und eine Parole. Wenn eine Frau Petry (oder wer auch immer) sagt, dass wir an der Grenze auf Flüchtlinge schießen müssen, ist das nicht nur Populistisch sondern Verfassungsfeindlich. Darin liegt das eigentliche Problem.

    • Sabienes sagt:

      @Ludwig: Nur weil du auch mal politische Themen behandelst, heißt das noch lange nicht, dass du Populismus betreibst.
      „Wir schaffen das“ war wohl ein Euphemismus, weil niemand damit gerechnet hat, was da alles auf uns zu kommt. Viele schlimmer ist aber, dass das Flüchtlingsproblem und auch eine fremdenfeindliche Tendenz jahrelang unter den Teppich gekehrt worden ist.
      LG Sabienes

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