My Second Life oder: Ich hab euch tausendmal belogen!

Der Webmasterfriday meint es ehrlich

my second life

My Second Life: Wer bin ich wirklich?

Das, was ich da oben geschrieben habe, ist natürlich gelogen! Denn ich habe euch in meinen Artikeln nie belogen!
Und abgesehen von dem, was im Impressum steht, wisst ihr eigentlich schon eine ganze Menge über mich : Ich bin über 50, verheiratet, habe 2 erwachsene Söhne. Ich bin selbstständig, lese, reise und fotografiere gerne. Das ist vielleicht sogar mehr, als manch einer meiner Nachbarn über mich weiß.
Aber wie ehrlich sollte man als Blogger eigentlich sein?
Das ist die Frage, die der Webmasterfriday heute stellt und nun eine ehrliche Antwort von uns erwartet. Logo Webmasterfriday

My Second Life

Diese Vorstellung ist verlockend und geisterte gerade in den ersten Jahren des Internets in den Köpfen mancher User herum: Einfach sich im Internet eine Art Second Life aufbauen! Dort ist man der König (oder Königin) und reich und schön und besonders toll und erstürmt dann den erstbesten Chatroom (oder Forum, Newsgroup und was es früher sonst noch alles so gab)
Und diese Leute existieren heutzutage immernoch.
Doch inzwischen reagieren viele Nutzer recht sensibel auf Trolle und Fakes. Außerdem ist das Lügen gar nicht mehr so einfach, denn wir sind alle recht transparent geworden, wie man zum Beispiel aus den Ermittlungserfolgen hinsichtlich Internetkriminalität weiß. Aus einer simplen IP-Adresse kann sogar ein Depp einige Rückschlüsse ziehen. Dennoch könnte es in manchen Fällen sinnvoll sein, sich eine weitere Identität aufzubauen.
Aber inwieweit kann und sollte diese von dem wirklichen Ich abweichen?

Mein Business-Ich

Manchmal kann es sinnvoll sein, sein Business-Ich von seinem eigentlichen Leben strikt zu trennen.
Auf einer geschäftlichen Facebookseite wird es kaum jemand interessieren, dass der Geschäftsführer auf niedliche Katzenfotos steht und gerne Helene Fischer hört. Da preist man als knallharter Geschäftsmann natürlich sein sensationell tolles Produkt an und teilt dann die wirklich schönen Sachen mit seinem privaten Account.
Aber ist das unehrlich? Hat man sich dadurch ein Second Life geschaffen?
Eigenlich nicht, man zeigt nur nicht überall die Facetten seines Lebens.

Wir haben uns tausendmal belogen …

Ich habe im Laufe der Zeit etliche Blogger persönlich kennengelernt und hatte nie den Eindruck, dass es bei meinen Kontakten eine allzu große Diskrepanz zwischen dem virtuellen und wahren Ich gibt.
Ich weiß natürlich nicht, wie es den anderen Bloggern mit mir gegangen ist. Denn wir alle neigen natürlich dazu, im Internet lediglich die Schokoladenversion unseres Selbst zu präsentieren.
Doch belügen wir uns damit gegenseitig?
Ich glaube nicht.
Denn auch, wenn ich hier wirklich möglichst authentisch schreibe, werde ich euch niemals verraten, dass ich manchmal eine wirklich ätzende, missmutige und regelrecht hässliche Person bin (Meistens finden solche Ereignisse zwischen dem Aufstehen und der 2. Tasse Kaffee statt).

Aber diese Facette meines Seins kennen auch im wahren Leben nur sehr wenige Menschen.

Foto: My Second Life: Wer bin ich wirklich? ©sabienes.de
Text: My Second Life oder: Ich hab euch tausendmal belogen! ©sabienes.de
Zum Verteilen:

13 Kommentare

  1. Avatar for Sabienes Nila sagt:

    Haha Sabine, wegen deiner Überschrift habe ich jetzt einen „Ohrwurm“ 🙂
    Oh Gott!
    Ich persönlich bevorzuge auch eher die Blogs, in deren Schreibweise man Persönlichkeit und auch eine gewissen Ehrlichkeit wiederfindet. Klar, dass man sich eher von seine Schokosseite zeigt, wobei ich sagen muss, dass ich Blogautoren, die sich selber von der humorvollen Seite zeigen, sehr sympatisch finde.
    Meinen vollen Namen habe ich als Blogger dennoch alle die Jahre nie preis gegeben. Eine gewissen Anonymität möchte ich mir bewahren.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Nila

    • Avatar for Sabienes Sabienes sagt:

      @Nila: Ich finde das schön mit dem Ohrwurm 🙂 Ich habe den nämlich auch …
      Ich weiß nicht, wie das in Österreich ist. Aber auf deutschen Blogs muss man ein Impressum mit vollen Namen führen. Aber wer guckt da schon nach?
      LG Sabienes

  2. Guten Morgen,
    sehr gutes Thema. Leider gibt es viele, die sich hinter etwas in der virtuellen Welt verstecken. Sie leben das aus, was sie im normalen Leben nicht machen. Leider…
    Lg Sandra

  3. Warum sollte es im Netz anders sein als im Real Life? Als Person aus Fleisch & Blut präsentiere ich mich ja auch je nach Situation der Lehrerin meiner Tochter anders als der Kassiererin im Supermarkt, dem potentiellen Auftraggeber anders als meiner Nachbarin usw… das macht übrigens sogar unsere Katz‘: je nachdem mit wem sie es zu tun hat, verhält sie sich komplett unterschiedlich. Scheint mir her ein Zeichen von Intelligenz als von Verlogenheit zu sein – obwohl, ich las mal, dass zum Lügen auch eine ganz schön große Portion Intelligenz gehöre … also, alles irgendwie eng miteinander verwoben und facettenreich ist hierfür wohl der beste Ausdruck.
    Verlogen wäre für mich eher, wenn ich vorsätzlich vorgaukeln würde, dass ich in einem chicen Einfamilienhaus wohne statt im 123-Zimmer-Schlösschen mit Personal…
    LG
    SvL

  4. Avatar for Sabienes Alex L sagt:

    Hallo Sabienes,
    denke, man soll als Blogger ehrlich rüberkommen und natürlich ist es auch so, dass man im Internet gut miteinander umgehen sollte. Wenn man den Menschen hinter einem PC real kennenlernt, kann es oft passieren, dass man auf einer anderen Wellenlänge ist. Das kann durchaus so sein wie ich denke.

    Damals zu AOL-Chat Zeiten, oh je, schon so lange her, habe ich mal im Citytalk gechattet und mich mit diesen Personen verabredet und der Chat war lediglich eine kurze Kennenlernphase, sodass man sich dann real gleich nochmals kennenlernen kann. Im Internet sind viele etwas anders als offline und aber es gibt Blogs, die so ehrlich sind, dass da jedes private Detail verraten wird.

    Na ja, so sehr ins Private möchte ich persönlich nicht gehen. Ich behandele halt meine Themen sachlich oder versuche zumindest und offline bin ich auch ein normaler Mensch mit Schwächen und Stärken wie jeder andere auch.

    Heute ist mein Kommentiersamstag und ich verlinke dich auf Bloggertips.guru im späteren Blogpost, der heute noch erscheint.

  5. Avatar for Sabienes Fuji-Bär sagt:

    Hallo Sabienes!

    Ich finde Deinen Artikel genau treffend. Wenn ich nicht persönlich sein möchte dann blogge ich nicht sondern mache einen Firmenseite.

    Leider ist diese Ehrlichkeit oft nicht mehr gegeben. Kooperationen und bezahlte Links zählen mehr als Ehrlichkeit. Früher gehörte es zum guten blogger-Ton ehrlich zu sein. Aber seit ca. 6 Jahren sind die meisten nur noch auf der Suche nach dem Euro.

    Auf meinem Blog muss ich ehrlich sein. Denn meine Kunden und Models treffe ich früher oder später im Real-Life.

    Beste Grüße,

    Tom

    • Avatar for Sabienes Sabienes sagt:

      @Fuji-Bär: Ich weiß ja nicht, ob es früher wirklich besser gewesen ist …. Da es aber nun viel mehr Blogger gibt, ist auch der Anteil der Faker gestiegen.
      LG
      Sabienes

  6. Avatar for Sabienes ClaoWue sagt:

    Ich finde es voll in Ordnung, wenn man nur einen Teil von sich in seinem Blog preis gibt. Aber dieser Teil sollte dann ehrlich sein. Sollte jemand das Bedürfnis haben schauzuspielern (äh, also zu schauspielern schaut jetzt auch nicht besser aus *grins*), darf er das gerne tun, aber es bitte kenntlich machen.

    Apropos: Den Ohrwurm hab ich auch… *seufz*

  7. Avatar for Sabienes Birgit sagt:

    Liebe „Sabienes“,
    macht direkt Sinn, darüber mal wieder nachzudenken. Als ich anfing, war mir schon etwas mulmig, so in die Öffentlichkeit zu gehen. Und ja: in Deutschland muss das Impressum wohl ausführlicher und „ehrlich“ sein. Interessant auch zu beobachten, dass das Impressum auch sehr häufig angeklickt wird. Hm… Die Frage, als wer und wie ich mich auf einem Blog präsentiere würde ich mittlerweile austauschen in: Wie hat mich das Bloggen verändert? Nach nur knapp einem Jahr hat sich bei mir zumindest viel getan. Ich bin und schreibe mutiger und in jedem Artikel zeige ich eine Seite von mir. Nebeneffekt: Ich lerne mich selbst sogar besser kennen.
    Übrigens danke für deine Verlinkung als coolen Blog 😉 Das Kompliment gebe ich gerne zurück: denn nur was man selbst innen ist, kann man im Außen erkennen.
    Liebe Grüße
    Birgit

    • Avatar for Sabienes Sabienes sagt:

      @Birgit: Zuallererst möchte ich mich für deine liebe Mail bedanken und gleichzeitig entschuldigen, weil ich noch nicht geantwortet habe. Aber manchmal komme ich einfach zu nix.
      Interessant, was du über das Impressum sagst. Meins wird auch oft angeklickt und ich selber schaue mir das bei anderen Blogs auch oft an.
      LG Sabienes

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