Das große Durcheinander im Social Web

Social Web

Großes Durcheinander im Social Web

Theoretisch ist das gesamte Social Web eine prima Bühne, um andere Menschen zu erreichen, Meinungen einzuholen und zu bilden und um über aktuelle Themen zu diskutieren.
Und oft geschieht das auch – ich erinnere mich dabei um die Tweets über die Affäre Wulff vom letzten Jahr.

Aber oft herrscht hier ein totales Durcheinander:
Trolle ergötzen sich an ihren Spams, wichtige Themen werden mit seltsamen Tags eigenartig zugeordnet, jeder redet möglichst deutlich aneinander vorbei.
Und das ärgert im Moment den Webmasterfriday so sehr, dass er diesen Umstand zur Frage der Woche macht.

Diskussionen im InternetLogo Webmasterfriday

Früher gab oder gibt es immer noch zu fast jedem Thema eine Newsgroup oder ein Forum.

Irgendwann wurde dann das Web 2.0 geboren, das „Mitmachweb“, und ein Marc Zuckerberg sah sich genötigt, Facebook zu erfinden.
Irgendjemand anders erfand den Microbloggingdienst Twitter und wer von dem ganzen Geschwätz immer noch nicht genug gehabt hat, konnte seinen eigenen Blog eröffnen.

Moderation im Social Web

Newsgroups und Foren wurden oder werden häufig moderiert, wer sich da erlaubt „Off Topic“ zu posten, kann ziemlich gemein auf den Grill geworfen werden.
Auch ein gescheiter Blogbetreiber moderiert seinen Blog und löscht Spams und unpassende Kommentare.

Auf Facebook, Twitter und Google+ kann man sich relativ frei bewegen, bzw. glauben das viele.
Dennoch bieten gerade solche Plattformen ob ihrer Organisation und ihrer Tragweite ein gewisses Maß an Anarchie.

Damit meine ich: die Diskussionen, die im Social Web durchaus entstehen, werden nicht moderiert, nicht in notwendige Bahnen gelenkt und laufen bestenfalls so ab, wie eine Talkshow mit Sandra Maischberger:
Jeder, der meint, dass er was kapiert hat, lässt seine Umwelt auf Gedeih und Verderben daran teilhaben und es entsteht ein heilloses Durcheinander.

So what?

Meine erste Reaktion auf dieses Thema war tatsächlich: „Na und? Juckt mich das überhaupt?“
Denn eigentlich weiß ich aus jahrelanger, schmerzlicher Erfahrung mit Newsgroups, dass man sehr viel Glück haben muss, um die richtigen Gruppen zu finden.

Vielleicht ist das Social Web auch nur ein Spiegel der Menschen an und für sich!

Denn Diskussionen im wahren Leben laufen doch manchmal auch ganz ähnlich ab, oder?

Foto: Großes Durcheinander beim Entenrennen in Elsenfeld-Rück ©Sabienes.de
Text: Das große Durcheinander im Social Web ©Sabienes.de

Was die anderen meinen:

  • Pincus kritisiert die Beeinflussung durch soziale Medien
  • Perfect SEO möchte über seine rote Unterhose posten
  • Thomas Liedl bevorzugt Blogs für Diskussionen
  • Saphira lässt sich nicht gerne auf 140 Zeichen bei Twitter beschränken
  • Bei Manni wird der Begriff Social Media analysiert

20 Kommentare

  1. Sabrina sagt:

    Interessante Sichtweise. Ich bin ja eigentlich davon überzeugt, dass wir im Social Web nicht so diskutieren, wie im realen Leben. Doch, wenn ich’s mir genau überlege, könntest du sogar Recht haben. Immerhin hauen auch bei realen Diskussionen einige Teilnehmer wortlos ab 🙂

  2. pincus sagt:

    Vielen Dank für die Kommentare, auch zum Wadenmuskel. 😀 Bin heute das erste mal bei Webmaster Friday und bin ja überwältigt. Das ist doch mal ein gelungenes Forum. Echte Meinungen, klare Aussagen und nich das ganze Gelaber. Dein Blog übrigens klasse, guck gleich mal alles in Ruhe an.

    schönes WE

  3. Manni sagt:

    Auch ich wusste erst nicht recht was mit dem Thema anzufangen (… was juckts mich …). Allerdings finde ich, dass in den social-networks hemmungs- und distanzloser von Diskussionen abgewichen und beschimpft wird. Face to face ist halt anders als Facebook.

    LG
    Manni

    • Sabienes sagt:

      @Manni: Für jüngere Generationen könnte dieses Thema relevanter sein. Aber wir „Alten“ diskutieren ja immernoch analog 😉
      LG
      Sabienes

      • Manni sagt:

        Wir „Alten“ :roll:

        Das merke ich sonst eigentlich, nur in der Mukkibude oder bei anderem Sport … (Früher waren 10 kg eben 10 kg, heute habe ich manchmal das Gefühl das 10 kg zu 15 kg werden) 😆

  4. Sandra sagt:

    Ich denke auch, dass die Diskussionskultur im Netz eine andere ist als offline. Vermutlich ist es einfach primär der Tatsache geschuldet, dass man dem Gegenüber eben nicht in die Augen gucken muss, wenn man etwas Unangenehmes, Beleidigendes etc. von sich gibt.

  5. Du bringst es mit einem Beitrag zu dieser Thematik auf den Nenner! Es fehlt hier einfach immer die Moderation und jeder Quatsch durcheinander, zwar gibt es die ein oder andere Gruppe zum Beispiel bei Facebook aber dort wird auch nicht hat durchgegriffen.

    Das Durcheinandergequatsche stört viele und daher wird im Regelfall die Diskussion in ein Forum oder Blog ausgelagert, zumindest wenn es tiefer greifend gehen sollte. Ich finde bei Facebook die Gruppen einfach zu öde, da niemand bestrebt ist das Beste herauszuholen.

    Es gibt zwar ein paar schöne Gruppen, dennoch wartet man dort sehr lange auf eine Antwort (zum Beispiel Programmierergruppen) oder es verläuft im Sand. Bei einem Forum es im Regelfall nicht so… Zumindest sind dort die Moderatoren bemüht den Themenfokus zu halten.

    • Manni sagt:

      @Nico
      Grundsätzlich stimmt, dass die Moderation in Foren die Linie hält und die Teilnehmer an ergebnisorienterter Diskussion interessiert sind. 😎

      Andererseits habe ich gerade in Programmierforen so viel „Disserei“ gelesen, wie sonst kaum irgendwo und so manch ein Moderator spielt sich da auf, als wäre er der „Herr der Dinge“. :roll:

      In Diskussionen auf Blogs, geht es auch mal in Seitenlinien und hier geht es auch nicht immer ein Ergebnis, sondern Brainstorming. 😛

      LG
      Manni

      • Sabienes sagt:

        @Manni: Das stimmt. In vielen Foren wird man blöd angeredet. Was mich aber am meisten stört, ist die vorsintflutliche Technik, die diese Oberflächen haben und die viele Werbung.
        LG
        Sabienes

        • Manni sagt:

          Die massive Werbeflut ist wirlich ätzend, vor allem als Layer- oder Popupmüll, meist ein Grund die Seite direkt wieder zu verlassen.

    • Sabienes sagt:

      @Nico Ich habe aber auch leider feststellen müssen, dass viele Foren immer schlechter werden.
      Sabienes

  6. @Manni && @Sabienes ich muss euren Einwänden Recht geben, aber ein Forum ist nur so gut wie seine Moderatoren. Es gibt viele User in Foren vor allen Dingen auch im Programmiererbereich, welche denken Sie sind der größte und müssen andere Dietzen…

    Aber jeder Programmierer hat mal so angefangen und die gleichen Fehler gemacht, solche Leute muss man natürlich wieder auf dem Boden der Realität holen. Dies kann aber auch nur um ein guter Moderator machen. Wenn die Qualität bei einem Forum nachlässt, sollte man sich Gedanken machen ob man dort sich weiter beteiligt. Oder auf die Verantwortlichen drauf zugeht und fragt wieso Sie nichts unternehmen.

    In diesem Sinne, wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Grüße Nico

    • Sabienes sagt:

      @Nico: Allerdings habe ich auch schon den anderen Fall in Foren erlebt, wenn irgendwelche Dummies meinen, sie können mit einem selbstgehosteten WordPress-Blog ganz schnell reich und schön werden, ohne sich mit einem Minimum an Technik auseinanderzusetzen. Und auf die Dauer kann eine solche ehrenamtliche Arbeit schon nerven.
      LG
      Sabienes

  7. @Sabienes In der Tat, so was gibt es :roll: Aber unentgeltlich würde ich mir als Moderator nicht die Mühe machen. Eine Seite welches sich mit der Programmierung beschäftigt verdient den ein oder anderen Euro und wenn der Betreiber seine Moderatoren nicht großzügig entschädigt, hat er bald keine mehr und dann passiert sowas in Foren. Würde ich in einem Forum als Dummie bezeichnet, wäre ich weg und würde mich wahrscheinlich nicht wieder in diesem Forum beteiligen. Wenn sowas in einem Forum passiert, wenden sich auch andere User von diesem Forum ab. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass Forum stirbt aus und die angeblichen Schlaumeier sind dann unter sich. 😛

    • Sabienes sagt:

      @Nico: Und dieses Szenario, wenn die guten Leute nicht mehr schreiben, ist dann das Ende eines jeden guten Forums …
      Sabienes

  8. Die Moderation in Social Networks ist oftmals wirklich schwierig. Zwar hat jeder Profil-Inhaber oder Seitenbetreiber die Möglichkeit, unpassende Kommentare zu löschen, oft werden diese jedoch an anderen Stellen einfach wieder eingefügt.

    Aber wie du richtig sagst, ist das wichtigste, die richtigen und passenden Kanäle und Gruppen zu finden. Damit kann man viel unnötigen Mist im Social Web sparen

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