Diätss
Ich mache mal wieder Diät und zwar die Nicht-Diät.
Die ist eigentlich ganz einfach einzuhalten, der Jo-Jo-Effekt, der gemeine und gefährliche, tritt auch so gut wie nie ein.
Man muss sich nur an folgende Regeln halten:
1. Wenn du etwas isst und keiner sieht es, dann hat es keine Kalorien.
2. Wenn du eine Light-Limonade trinkst und dazu eine Tafel Schokolade isst,
dann werden die Kalorien in der Schokolade von der Light-Limonade vernichtet.
3. Wenn du mit anderen zusammen isst, zählen nur die Kalorien, die du mehr isst als die anderen.
4. Essen, das zu medizinischen Zwecken eingenommen wird, z.B. heiße Schokolade, Rotwein, Cognac zählt NIE.
5. Je mehr du diejenigen mästest, die täglich rund um dich sind, desto schlanker wirkst du selbst.
6. Essen, das als ein Teil von Unterhaltung verzehrt wird (Popcorn, Erdnüsse, Limonade, Schokolade
oder Zuckerln), beim Videoschauen oder beim Musikhören, enthält keine Kalorien, da es ja nicht als
Nahrung aufgenommen wird, sondern nur als Teil der Unterhaltung.
7. Kuchenstücke oder Gebäck enthalten keine Kalorien, wenn sie gebrochen und Stück für Stück
verzehrt werden, weil das Fett verdampft, wenn es aufgebrochen wird.
8. Alles was von Messern, aus Töpfen oder von Löffeln geleckt wird, während man Essen zubereitet,
enthält keine Kalorien weil es ja ein Teil der Essenszubereitung ist.
9. Essen mit der gleichen Farbe hat auch den gleichen Kalorieninhalt (z.B. Tomaten und Erdbeermarmelade,
Pilze und weiße Schokolade).
10. Speisen die eingefroren sind, enthalten keine Kalorien, da Kalorien ein Wärmeeinheit sind.
Foto: Kalorienbomben in einem Wiener Kaffeehaus
All you can eat

Jeder, der was auf sich hält sollte einmal in seinem Leben einen Aufenthalt in einem 4-5 Sterne-Hotel mit Frühstück buchen.
Dann kann man nämlich sich morgens am Buffet den Teller mehrfach überhäufen und hernach über das Wesen des Essens meditieren.
Als Kind machte ich mit meinen Eltern Urlaub in einer Familienpension im Allgäu. Da gab es für jeden 2 Brötchen und 2 Scheiben Graubrot, abgepackte Butter und Marmelade und Sonntags ein Ei. Wurst und Käse gab nur in Ausnahmefällen, Obst und Gemüse nie.
Heutzutage gibt es in jedem größeren Hotel eine Frühstücksabfütterung, bei der sich die Tische biegen. (Die einzeige Ausnahme dürfte ein Hotel in New York sein)
Man findet nicht nur die obligatorischen Semmeln, Graubrot und Päckchen mit Aufstrich. Es gibt verschiedene Sorten Eier, Wurst, Schinken, Käse. Für die schlanke Linie findet man Jogurth und Obst, der weltgewandte Reisende darf sich an Würstchen und Bückling laben. Man frühstückt natürlich auch Salate und Orangensaft fehlt niemals. Ganz zu schweigen vom Kuchen, der heimlich in Servietten eingewickelt wird und in diversen Handtaschen verschwindet (“Wer soll das alles essen?”) Und in Malmö fand ich sogar Ginseng- und Vitamintabletten neben dem Kaffeeautomaten.
Was in einem mittelgroßen Hotel zwischen 7 und 10 Uhr aufgetischt wird, entspricht schätzungsweise dem täglichen Bruttosozialprodukt eines mittelamerikanischen Kleinstaates.
Leistet man sich einen Urlaub mit kompletter Verpflegung landet man bruttosozialprodukttechnisch und wöchentlich gerechnet bei Sri Lanka. Ist es ein All-Inclusive Urlaub dürfte Moldawien in die Rechnung mit eingehen.
Wer das alles essen will ist nach den 14 Tagen Jahresurlaub entweder adipös oder bulimisch. Wahrscheinlich sogar beides.
Früher, lange vor 5-Sterne Club und Familienpension und der allgemeinen übergroßen Nahrungsfülle war derjenige der Sieger, der innerhalb kürzester Zeit am meisten Kalorien in sich hineinschaufeln konnte. So einer konnte gut arbeiten und überlebte wahrscheinlich auch den strengsten Winter.
Heute müssen wir nicht mehr so viel und hart arbeiten und frieren auch meistens nicht mehr so viel. Ernährungswissenschaftler rechnen damit, dass wir nur noch ein Drittel der Kalorienmenge benötigen, als noch unsere Vorfahren vor 100 Jahren.
Unsere Aufgabe heute besteht darin, auszuwählen, welches Nahrungsmittel uns am besten bekommt und zu bestimmen, welche Menge wir davon zu uns nehmen wollen.
Damit tun wir uns immer noch schwer und es braucht sehr viel Übung und Überwindung.
Die schönsten Hotelanlagen befinden sich unter anderem in Ländern wie Sri Lanka oder Domenikanische Republik. Überwindung würde es für mich bedeuten, wenn ich mich dort als Urlauber über das Buffet hermachen würde.











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