Praktizierte Tapferkeit am Beispiel von Samuel Koch

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Kampfeshandlungen und Tapferkeit

Tapferkeit

Wahrscheinlich habt ihr euch gestern – wie ich und wie Millionen andere Fernsehzuschauer auch – die letzte Sendung des Fernseh-Urgesteins „Wetten dass …?“ angeschaut. Und natürlich war man schon ein bisschen wehmütig, dass diese samstägliche Familienzusammenführung nach 31 Jahren vorbei ist. Andererseits war man auch froh und dankbar, dass die Schmerzen, die ein gewisser Markus Lanz sich, seinen Gästen und seinem Publikum wegen dieser denkbar schlechten Moderation ein Ende haben wird. Und wenn man einmal ehrlich ist: ein Knaller war dieses Finale nun wirklich nicht!
Was mir aber in Erinnerung bleiben wird, war der Auftritt von Samuel Koch.

Tapferkeit am Beispiel von Samuel Koch

Wie wir alle wissen, verunglückte Samuel Koch vor 4 Jahren während einer Sendung von Wetten dass …? so schwer, dass er seitdem ab der Halswirbelsäule querschnittsgelähmt ist. Das bedeutet nicht nur, dass er nicht mehr laufen kann, sondern auch, dass er Arme und Hände nicht bewegen kann und die Möglichkeit, seinen Kopf zu bewegen, sehr eingeschränkt ist. Dennoch hat er seinen Traum wahrgemacht und eine Schauspielschule besucht. Seine unfreiwillige und tragische Popularität ist mit Sicherheit nicht hinderlich für seine Arbeit als Schauspieler, ebenso helfen wohl die Möglichkeiten, die das ZDF hat, ihm die Wege zu ebnen.
Aber es sind nicht nur die günstigen Rahmenbedingungen, die ihn hier unterstützen. Es ist auch seine innere Stärke und sein Wille, das Beste aus dieser Situation zu machen. Auf die Frage von Markus Lanz, ob er in dem Unfall einen Sinn für sein weiteres Leben erkenne, antwortete Samuel Koch:

Ich versuche, dem Ganzen an Un-Sinn zu nehmen.“

Und das ist für mich die beste Antwort, die man auf eine solche (saublöde) Frage geben kann.

Diese Tapferkeit, die Samuel Koch an den Tag legt, gibt mir nach meinem eigenen Unfall sehr zu denken. Denn auch wenn ich ständig über Rückenschmerzen lamentiere – ich sitze nicht im Rollstuhl.

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Die Aktion Story Pics geht dem Ende zu und die Schreiberlinge müssen nun ganz

tapfer

sein, weil sie jedem Teilnehmer von uns eine Geschichte basteln müssen!

Story Pic1 Burka oder Hidschab   Ganzkörperschleier in DeutschlandZur Übersicht die bisher gefallenen Wörter: Aufbruch, fremd, unerkannt, Grausamkeit, Treffen, Gefühl, Markierung, flüchten, Talisman, Willkür, Goldkettchenträger, Feuerpause, Kommissar, Gefängnisfraß, Geständnis, Killerviren, Gemetzel, vorsintflutlich, ballern, eisig, Interpol, Fluchtfahrzeug, Polizeireporter, Schattenmann, gestresst, Prohibition, korrumpieren, Motorradgang, ironisch, Opfer, Feuer, Schmuggel, picobello, Denunziant, Gangsterliebchen, Glück, Schotten, suchen, Epidemie, Luxus, gefährlich, Zeit, schlafen, Angriff, Insassen, Kietz, heldenhaft, tolerieren.

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Foto: Tapfere Krieger bei einem Theaterstück ©sabienes.de
Text: Praktizierte Tapferkeit am Beispiel von Samuel Koch ©sabienes.de

12 Kommentare

  • Iris 14. Dezember 2014 um 12:26

    Mir geht es auch oft so, dass ich, wenn ich mich schlecht fühle und mir gerade körperlich etwas fehlt, was mehr als ein Schnupfen ist, mich gerne an Leuten orientiere, die wirklich allen Grund zum Jammern hättten und es nicht tun. Manchmal schäme ich mich dann auch dafür, dass ich in vergleichbar guter Lage wie ein Waschlappen agiere. Solche Auftrittte wie gestern finde ich zwar nicht immer richtig, aber sie sind auf jeden Fall gut geeignet, Menschen Mut zu machen.
    LG Iris

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    • Sabienes 14. Dezember 2014 um 21:46

      @Iris: Ich bin mir nicht sicher, ob gestern der Samuel nicht ein bisschen vorgeführt worden ist. Aber als es dann im Publikum die Standing Ovations gegeben hat, habe ich mir gedacht, dass sein Auftritt wichtig war.
      LG
      Sabienes

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  • Danny 14. Dezember 2014 um 13:17

    vor samuel koch sollte man wirklich den hut ziehen!
    ich finde es wirklich bemerkenswert mit welcher tapferkeit er an sein leben gegangen ist. manch anderer hätte kapituliert und wäre in diese depressionen gefallen, aber er gibt niemanden die schuld an dem unfall und geht seinen weg. er kämpft und macht das beste aus der situation.
    ich bin immer wieder erstaunt wie fröhlich und glücklich er in manchen interviews erscheint.
    man sollte viel öfter über die kleinen dinge glücklich sein.

    Antworte
    • Sabienes 14. Dezember 2014 um 21:47

      @Danny: Er ist mit Sicherheit ein sehr starker Charakter!
      LG
      Sabienes

      Antworte
  • Sandra 14. Dezember 2014 um 15:18

    Hallo Sabine,

    ich habe den Auftritt nicht gesehen, weil ich auf unserem eher dörflichen Weihnachtsmarkt unterwegs war. Mit unseren Wehwehchen, die zwar hinderlich aber nicht wirklich einschränkend, als auch mit unseren Klagen über dies und das ist manchmal wirklich Jammern auf höchstem Niveau. Mir hilft es manchmal einfach nur um 20:00 Uhr die Tagesschau anzusehen um ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen und festzustellen, dass wir wirklich meist vom Glück gesegnet sind.

    Liebe Grüße
    Sandra

    Antworte
    • Sabienes 14. Dezember 2014 um 21:55

      @Sandra: Tagesschau ist natürlich Hardcore! Aber mit Samuel Koch kann ich mich eher identifizieren. Hätte ich bei meinem Unfall nicht so viel Glück gehabt … gar nicht dran denken …
      LG
      Sabienes

      Antworte
  • moni 14. Dezember 2014 um 15:21

    Liebe Sabine,
    das war wirklich eine außergewöhnlich gute Antwort auf die (wie immer) sehr schlichte Lanz-Frage, Hut ab, kann ich da nur sagen!
    Das alltägliche „normale“ Leben fordert schon eine große Portion Mut / Tapferkeit von uns, umsomehr wenn man behindert ist, egal in welcher Form.
    Natürlich bewundere ich Menschen, die mit solchen Einschränkungen immer noch ein gutes Leben führen.
    Es überwiegt aber meine Dankbarkeit, dass ich in meinen ganz persönlichen Grenzen gesund und munter bin und gibt mir natürlich auch die Kraft, den Mut und die positive / tapfere Grundeinstellung die unbedingt nötig ist, um das Leben – dieses eine Leben, das uns geschenkt wurde – zu meistern!

    Dir einen frölichen und angenehmen 3.Adventssonntag und liebe Grüße
    moni

    Antworte
    • Sabienes 14. Dezember 2014 um 21:56

      @moni: Da bin ich wenigstens nicht die Einzige, die die Lanz-Frage blöde fand! 😉
      LG
      Sabienes

      Antworte
  • Romy 14. Dezember 2014 um 16:58

    Ich habe in keine einzige Wetten Dass Sendung geschaut, seit eine nette Dame als Co-Moderatorin engagiert wurde. Das fand ich eine ganz schlimme Entscheidung für die Show.

    Mit einer Einschränkung zu leben, ist nicht immer leicht, dass wissen wir mit unserem Sohn selbst sehr gut. Bewundernswert, wenn man sein Schicksal annimmt und versucht, immer das Beste aus der Situation zu machen. Das ist wirklich sehr tapfer.

    LG Romy

    Antworte
    • Sabienes 14. Dezember 2014 um 21:58

      @Romy: Was ist denn mit deinem Sohn?
      LG
      Sabienes

      Antworte
  • Karin 18. Dezember 2014 um 14:49

    Leider kann ich nicht wirklich mitreden, was Wetten das betrifft. Schauen wir nämlich nicht. Aber natürlich habe ich auch den Unfall von S. Koch mitbekommen. Eine schreckliche Geschichte… die einen mehr wie deutlich macht – wie schnell sich das Leben von einer Sekunde zu anderen ändern kann.
    lg

    Antworte
    • Sabienes 18. Dezember 2014 um 21:57

      @Karin: Das geht manchmal Ruckzuck, es ist unglaublich.
      LG
      Sabienes

      Antworte

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