Taste the Waste
Ein Dokumentarfilm von Valentin Thurn
Nachdem ich ich angeregt von diesem Film über das Thema der Lebensmittelverschwendung in diesem Artikel aus der Sicht einer 2-Weltkriegs-Generation geschrieben habe, war ich nun endlich im Kino, um mir diese Reportage von Valentin Thurn anzusehen.
Ich wurde in meinen Erwartungen nicht enttäuscht.
Man muss sich gewisse Fakten vor Augen führen:
Das Essen, dass wir in Europa wegwerfen (keine Kartoffelschalen und verschimmelte Brötchen, nein: richtiges Essen) würde zweimal ausreichen, um die ALLE Hungernden in der Welt zu ernähren!
Jeder 2. Kopfsalat wird aussortiert, über 40 Prozent aller Kartoffeln kommen nicht ins Netz und zum Verbraucher, weil sie irgendeiner Norm widersprechen. Bäcker, die ihre Filialen in Supermärkten betreiben, werden angehalten, bis nach 18 Uhr mit dem gesamten Sortiment aufzuwarten.
Früher wurden Reste vom Schweinebauern abgeholt und an die Tiere verfüttert und man hat sich so auf einen gewissen Kreislauf und auf eine Wiederverwertung rausreden können.
Seit 2006 ist dies EU-weit verboten.
Angeblich geht es hier um einen Schutz vor Tierseuchen, ich persönlich vermute aber, dass da eine kräftige Intervention der Futtermittel-Lobbiesten dahinter steckt.
Dann gibt es das Paradoxon, von dem Veronique aus Kamerun erzählt: Auf dem Großmarkt von Paris sortiert sie Bananen aus, die wegen Schönheitsfehler nicht verkauft werden können. Sie selber oder arme Leute, Obdachlose dürfen sich von dem “Müll” nicht bedienen. Die Bananen kommen aus ihrer Heimat Kamerun, dort können es sich die meisten Familien nicht leisten, dieses Obst zu kaufen.
Apropos Müll: Es gibt anscheinend in größeren Städten Mülltaucher die des Nachts die Abfälle nach Essbarem untersuchen. Ich möchte das ja nicht machen, aber was die alles aus den Tonnen ziehen ist schon enorm.
Ich bin davon überzeugt, dass viele Probleme, die wir auf der Welt haben, sei es die Klimaveränderungen, Rekord-Dürreperioden, wachsende Armut und Hunger in den Ländern der 3. Welt, aber auch Übergewicht in den Industrienationen mit diesem Überangebot und dieser Verschwendung zusammenhängen.
Denn um diese Unmengen an Lebensmitteln herzustellen, die wir dann ja bei uns daheim wegschmeißen wollen, muss die Landwirtschaft extrem durchorganisiert und technisiert werden. Das heißt: möglichst große Felder, die möglichst fett gedüngt werden in möglichst armen Ländern, deren Bevölkerung dort immer mehr verknechtet wird.
Vielleicht sollte man gerade in der nun beginnenden Vorweihnachtszeit einmal unter diesen Gesichtspunkten einkaufen gehen.
Es gibt auch ein Buch zu diesem Film, ich werde es wohl in diesem Jahr häufiger verschenken:
Die Essensvernichter: Taste the Waste – Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist
Ab Ende März gibt es diesen Film auf DVD und man kann ihn sich hier schon mal vorbestellen:
Taste the Waste
Wenn ihr euch noch mehr über den Film informieren wollt, dann könnt ihr das hier auf der offiziellen Filmseite tun: TasteTheWaste:
Hier findet ihr auch die Links für Facebook und Twitter und andere relevante Links.
Text: Taste The Waste ©Sabienes




Man könnte verrückt dran werden!!! Und die Einzelne hat das Gefühl, sie könnte nichts dagegen ausrichten – unsere einzige Chance ist, es trotzdem zu versuchen!
@Susanne: Wenn jeder für sich selbst versucht, möglichst gut zu planen, damit weniger weggeschmissen wird, ist schon mal viel gewonnen.
LG
Ich finde das selber auch total erschreckend und versuche möglichst gezielt einzukaufen. Leider passiert es uns öfter mal, dass die Bananen z.b. zu schnell schwarz werden, oder mal ne Wurst abläuft. Also so ein paar Tage über MHD essen wir noch, aber wenn ich das Gefühl habe, es ist nicht mehr gut, kommts weg.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass wir einen Komposthaufen haben, wo einfach alles drauf kommt. Dort bedient sich unsere Katze wohl manchmal, auch mal Waschbären und im Winter die Vögel. Und wer weiß was sonst noch.
Und dann haben wir ja später gute Erde für unseren Garten. Aber trotz allem finde ich es furchtbar, dass soviel in Läden entsorgt wird und nicht einfach an die Tafeln oder sonst wo weitergegeben wird.
Dummerweise wird sich daran nicht so schnell was ändern. Es gibt zu viele Ignoranten da draußen
Lg Ela
@Ela: Wir Verbrauchen können schon sehr viel gegen diese Verschwendung tun. Aber was noch viel wichtiger ist, ist dass langsam ein gewissen Bewusstsein in der Bevölkerung entsteht.
LG