Terrorgefahr in Deutschland? Müssen wir uns fürchten?

terrorgefahr in DeutschlandDie Terroranschläge von Paris, Brüssel und auch Nizza waren schrecklich, aber gottlob weit weg. Und so haben wir uns in unserer Gartenzwerg-Nation bequem zurücklehnen können.

Aber am letzten Montag passierte das Unglaubliche und Hass und Gewalt kamen nach Deutschland und nicht nur das: Sie erreichte mit Würzburg und Ansbach nun auch noch die allerprovinziellste Provinz. Eine Gegend, bei der nicht mal alle Deutschen auf Anhieb sagen können, wo genau sie sich befindet.

Müssen wir uns nun fürchten?

Gewalt bleibt Gewalt.

Man darf hier nicht vorschnell urteilen. Denn auch, wenn am Freitag Abend die Münchner Polizei von einer Terrorismuslage ausgegangen ist, handelte es sich wohl nach den momentanen Erkenntnissen um den Amoklauf eines psychisch kranken Jugendlichen (der zufällig halt iranischer Herkunft gewesen ist)

Bei dem Axt-Täter, der im Zug von Würzburg nach Ochsenfurt etliche Menschen schwer verletzte und bei dem Attentäter in Ansbach ist ein islamistischer Hintergrund nicht von der Hand zu weisen. Dennoch:

Um große Aktionen im Sinne von „Allahu akbar“ und „Tötet die beschissenen Ungläubigen“, wie sie die Welt in Paris erleben musste, scheint es sich nicht gehandelt zu haben. Vielleicht wollten die Täter auch noch schnell eine der vermeindlichen Jungfrauen im Paradies abbekommen, solange noch welche da sind. Und vielleicht wollten sie bloß ihre 15 Minuten Ruhm haben. Aber:

Das macht es nicht besser. Denn Gewalt ist und bleibt Gewalt. Und vor Gewalt fürchte ich mich!

Terrorgefahr in Deutschland?

Ich weiß nicht, ob wir nun in Deutschland einer vermehrten Terrorgefahr ausgesetzt sind. Aber ich möchte euch an dieser Stelle ein Video aus der Redaktion der Tagesschau zeigen, das mich fast ein bisschen beruhigt hat. In diesem Clip wird erläutert, dass es dank ETA, IRA und RAF in den 70ern und 80ern mehr Terroropfer gegeben hat, als in den letzten Jahren. Ich finde allerdings den Vergleich mit dem statistischen häufigen Tod durch Ersticken fragwürdig.
Aber schaut einfach mal selbst:

Ach ja, ganz vergessen: Es gibt auch noch viele Menschen, die in den letzten Jahren dem rechten Terror zum Opfer gefallen sind.

Haben wir uns mit den Flüchtlingen den Terror ins Land geholt?

Gestern schrieb jemand auf Facebook einer anderen Person auf die Pinnwand:

Hast du jetzt endlich aus deinem Refugees Welcome gelernt?

Sind wir Gutmenschen, wir „Bärchen-Schmeißer“ (äußerst despektierliche Bezeichnung für diejenigen, die im Oktober auf dem Münchner Hauptbahnhof die Flüchtlinge willkommen hießen) nun Schuld an der Terrorgefahr, gerade in Deutschland? Haben wir uns den Terror ins Land geholt?

Nein.

Terroristen kommen überall hin – siehe Anschlag auf das World Trade Center 2001.
Terroristen sind oftmals schon lange im Land – siehe Anschläge in Nizza und Brüssel.

Wir sind gegenüber der Gewalt abgestumpft

Wir müssen nicht in erster Linie den islamischen Terror fürchten, sondern unsere Gleichgültigkeit gegenüber der allgemeinen alltäglichen Gewalt.

Es ist inzwischen völlig normal, in den Medien, auch in solch seriösen Sendungen wie Tagesschau tote Menschen zu sehen. Es werden von Augenzeugen per Handy Fotos und Videos gedreht und meistbietend an die Nachrichtenagenturen verkauft. Dank der sozialen Medien sitzen wir dermaßen in der ersten Reihe, wenn irgendwo auf der Welt etwas passiert, dass wir gegenüber dem ganzen Leid und Elend abstumpfen.
Unser Nachwuchs ballert in Spielen wie Counterstrike in einer lebensecht animierten Grafik alle möglichen, virtuellen Feinde ab und es braucht mir keiner erzählen, dass dabei nicht in einem gewissen Maß eine Art Gehirnwäsche stattfinden kann.

Und wir haben den Respekt verloren.
Den Respekt vor dem Leben und vor den Menschen.

Und auch das macht mir Angst.

Foto (ab heute experimentiere ich mit einer anderen Darstellung meiner Beitragsbilder): Terrorgefahr – Sind wir nun im Visier von Terroristen? ©sabienes.de
Text: Terrorgefahr in Deutschland? Müssen wir uns fürchten? ©sabienes.de

5 Kommentare

  • Tanja L. 26. Juli 2016 um 19:17

    In fast allem kann ich dir zustimmen, aber nicht in Bezug auf PC-Spiele. Hast du eigentlich selber einmal Counterstrike oder Unreal Turnament oder so gespielt? Falls nein, wie kannst du dann beurteilen was da vor sich geht? Weil du es irgendwo im Fernsehen gehört hast? Diese dumme Diskussion, dass PC-Spiele gewalttätig machen ist echt zum kotzen (sorry wenn ich es so sage). Niemand der Kampfsport macht (was früher ja dazu diente Kriege zu führen) oder boxt wird per se als potentieller Gewalttäter verurteilt (ist ja Sport). Aber mit einer Maus Pixel auf andere Pixel zu schießen, das soll dazu führen, dass millionen Menschen zu potentiellen Massenmördern werden? Übrigens sind Spiele wie CS mittlerweile als eSport extrem beliebt, mit Preisgeldern, von denen so mancher Profisportler nur träumen kann.
    Richtig ist, dass wir nicht einfach mit den Schultern zucken sollten, wenn wieder einmal etwas passiert. Aber andererseits, was sollen wir tun? Kerzen anzünden und Blumen niederlegen hilft ja leider auch nicht. Eine echte Idee habe ich hier auch nicht, außer, dass wir nicht mehr wegschauen sollten bei den kleinen Dingen im Alltag. Wenn Jugendliche und Erwachsene ihren Müll oder ohre Kippen auf die Straße schmeißen (oder in Vorgärten) und damit zeigen, dass Ihnen das Allgemeineigentum und das Eigentum einzelner total egal ist, sollte man sie darauf ansprechen. Jugendliche oder gar Kinder, die schon mit Bier in der Hand rumrennen sollte man melden können (hier können die Eltern hoffentlich noch regulierend eingreifen bevor es zu spät ist) und selber versuchen, anderen ein Vorbild zu sein. Denn wenn wir wieder als Gesellschaft funktionieren wollen, müssen wir weg von dem „Ich Zuerst“-Denken.

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    • Sabienes 26. Juli 2016 um 21:33

      @Tanja L.: Ich glaube fast, dass in Bezug auf Computerspiele und hier gerade Sachen wie Counterstrike sowas wie ein Generationenkonflikt besteht. Und nein, ich habe es selbst nicht gespielt. Aber ich habe 2 inzwischen erwachsene Jungs, denen ich immer mal mit Grausen über die Schulter geschaut habe und wir hatten viele Diskussionen deswegen.
      Trotzdem und Gottseidank sind beide nicht zu gewalttätigen Menschen geworden – was natürlich die Theorie, nach dem Einfluss solcher Spiele widerlegen würde.
      Dennoch meine ich, dass auch solche Spiele einen ganz negativen Einfluss auf junge Menschen haben können, besonders dann, wenn das Umfeld nicht stimmt, wenn es irgendwelche Probleme gibt usw. Jeder Jugendliche hat problematische Phasen, mal mehr, mal weniger und sind in solchen Situationen viel sensibler für Einflüsse.
      Es wird auch nicht jeder zu einem Amokläufer, nur weil er im Schützenverein ist. Aber bei vielen solchen Tätern gibt es eine Verbindung dazu.
      Und es ist erwiesen, dass viele Amokläufer bestimmte Spiele konsumiert haben. Das ist leider so. Auch wenn nicht jeder Gamer zum Kriminellen wird.
      LG Sabienes

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      • Tanja L. 6. August 2016 um 18:49

        Achtung, am 17. August startet wieder die größte Versammlung potentieller Amokläufer Europas in Köln! Mein Freund und ich sind an zwei Tagen auch dabei! Auf zur Gamescom! 😛

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  • Lippenstift-und-Butterbrot 29. Juli 2016 um 16:15

    Diese ganzen Computerspiele kenne ich nicht, habe sie nie gespielt und nur bei Anderen gesehen und finde sie fürchterlich. Nicht nur im Fernsehen wird ständig Gewalt gezeigt – hier meine ich nicht die Gewalt, die wirklich passiert, sondern die, die in Unterhaltungsfilmen zu sehen ist. Hier wird Jemand geschlagen oder getreten, steht immer wieder auf und schlägt zurück. Das ist doch idiotisch. Im realen Leben läuft so etwas anders. Ein paar Schläge und das war’s. Die Jugendlichen oder Kinder glauben ja zum Schluss: Hau ein paar Mal zu, der Andere steht ja doch wieder auf. So etwas ist auch der Grund, warum ich gewalttätige PC-Spiele ablehne. Wir haben so genug Gewalt in der Welt.

    Die Diskussion, dass wir uns mit den Flüchtlingen die Terrorgefahr ins Land geholt haben, ist völliger Quatsch. Es passt momentan gut ins Konzept. Die Terroristen gab es bereits vorher, sie waren im Land und traten plötzlich hervor.

    Für Außenstehende ist es immer ziemlich leicht, Politik zu machen. Ich hätte es so und so gemacht, dann wäre das und das nicht passiert. Ach ja? Politik geht ein bisschen anders. Das ist wie beim Fussballspiel, wo alle vor dem Fernsehen sitzen und gute Ratschläge geben, was der Spieler alles falsch macht und selbst gar nicht Fussballspielen können. Genauso ist es in der Politik. Ratschläge kann Jeder geben. Ändern oder helfen zu ändern, das ist angesagt. Aber da ziehen sich die Meisten in ihr Mauseloch zurück. Wozu haben wir denn unsere Politiker, kommt dann der Kommentar.

    Diese ganze Diskussion, die ins Falsche abtriftet, geht mir total auf die Nerven. Schwingt nicht nur schlaue Reden und gebt irgendetwas wieder, das ihr irgendwo aufgeschnappt habt, sondern haltet euch verdammt noch mal an die Fakten.

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    • Sabienes 2. August 2016 um 20:14

      @Sabine: Du hast so Recht! Diese ganzen Debatten und Gesprächsrunden und Talk-Shows! Das hält die Verantwortlichen lediglich vom Arbeiten ab und verunsichert das Volk.
      Wir sollten die Probleme lösen und nicht nur darüber reden.
      LG
      Sabienes

      Antworte

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