Warten auf Weißnichtwas
Manchmal ist mir so nach Ringelnatz
Ein Leierkasten wringt sich aus.
Es klingt nach Leben und Sterben.
Im Schutt im Winkel hinterm Haus
Liegen häßliche Scherben.
Am Fenster quält sich ein winziges Tier,
Läuft immer dieselbe Schleife.
Es klingelt. – Ein Armer bietet mir
Schnürsenkel an. Oder Seife.
Es ist nichts neu und nichts verstellt
An meinen Gegenständen.
Nichts lockt mich hinaus in die Außenwelt.
Nichts hält mich hinter vier Wänden.
Joachim Ringelnatz
Foto: Leierkasten in Torun (Thorn), Polen






Ein schönes Foto mit einem sehr passenden Text! Wahrscheinlich ein Vorgriff auf baldige Zeiten, wenn eine Hyperinflation in Europa grassiert – und der Leierkastenmann resp. die -frau gar nicht so schnell drehen kann, um nicht zu verhungern! Die Großbanken, die an den sogenannten EU-Krisenländern sich dumm und dämliche verdient haben, können ihre jetzigen Verluste nicht in den Wind schreiben. Es geht um über neun Billionen! Und wer soll zahlen? Wir? Die Kleinen
@Kiat: Bei aller Freundschaft, Kiat. Aber man sollte solche Krisen nicht herbei reden!
So ernst die Gefahr auch ist.
LG
Sabienes
Hast ja recht, ich werde versuchen mich zu zügeln!
@Kiat: Macht ja nix. Dafür bekommst du nun von mir den Titel: Kommentatorin des Tages!
Danke dafür.
Sabienes
Uih, da fühle ich mich geehrt
@Kiat: Kannst du auch
Ringelnatz ist genial, ich mag am liebsten das mit der Briefmarke!!! Dein Foto ist witzig, der halbe Haussatnd beim Leierkasten.
Liebe Grüße
@Sandra: Den Briefmark kenne ich auch:
Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm geweckt.
Er wollte sie wiederküssen,
Da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens.
Ringelnatz und Morgenstern: Die 2 sind richtig gut!
LG
Sabienes