Alte Kameras – Technische Optik für Punkt, Punkt, Punkt

Alte Kameras – Technische Optik für Punkt, Punkt, Punkt

alte kameras
Alte Kameras – analog, ohne Automatik, Filmvernichtung

Alte Kameras – die jüngeren Leser unter euch kennen vielleicht nur noch die Handy-Kamera an ihrem Smartphone. Oder ihr besitzt vielleicht sogar eine digitale Spiegelreflexkamera mit allem Pipapo.
Wir älteren Semester wissen aber noch, was es für ein Gefummel sein kann, einen Film in eine Kamera einzulegen. Wir wussten noch den Zusammenhang zwischen Blende und Belichtungszeit und ISO oder ASA.
Und verließen manchmal das Fotogeschäft unseres Vertrauens mit einer Tüte voller Fotos vom letzten Urlaub, die alle nichts geworden sind.

Alte Kameras

Ich kann mich an meine erste Kamera nicht mehr wirklich erinnern. Aber ich weiß noch, dass man sie mit einem Rollfilm füttern musste. Das relativ große Negativformat (6 cm x 6 cm) produzierte eigentlich gar nicht so schlechte Fotos.
Im folgenden zeige ich meine Sammlung von alten Fotoapparaten, die ich entweder von meinem Vater geerbt habe oder die mir geschenkt wurden. Es sind aber weder historische Balgenkameras mit einem Ziehharmonika-Gehäuse, noch der klassische doppeläugige Klassiker aus dem Hause Rollei dabei.
Dennoch geben sie ein schönes Abbild ab, das ganz unter dem Motto steht:

„Du hast den Farbfilm vergessen!“

Agfa Clack

(Ein Klicke auf das Bild macht es groß)

Aus Gründen, die mir nicht bekannt sind besitze ich zwei mehr oder weniger identische Kameras des Modells Agfa Clack. Sie sind beide ganz ordentlich angeschrammt und ich würde gerne wissen, auf welchen Ausflügen, Urlauben und Familienfeiern sie ihre Besitzer begleitet haben. 
Übrigens ist es unerlässlich, alte Kameras so zu fotografieren, dass man noch jedes Staubkörnchen sehen kann. Das erhöht den Eindruck der Authentizität.

Die Firma Agfa aus München war neben Leica und Rollei einer der bekanntesten Hersteller für Fotoapparate und Fotozubehör in Deutschland. Sie meldete 2005 Insolvenz an. Praktischer Weise bin ich auch in dieser Zeit auf die Digitalfotografie umgestiegen, denn der Agfa Agfachrome war damals mein bevorzugter Film für Dias.

Die Agfa Clack hatte ihre Namen von dem Geräusch, das der Auslöser gemacht hat und ist heutzutage unter den noch real existierenden Liebhabern der Lomografie der große Renner.

Agfa Box

 

agfa box
Ist das eine Agfa Box oder eine Camera Obscura?

Ob das eine Modell aus der Reihe Agfa Box ist?
Keine Ahnung. Dieses relativ große Teil könnte auch eine Camera Obscura darstellen. Ich habe früher dieses Gerät auch bei anderen Leuten niemals im Einsatz gesehen und weiß nur, dass es mit Rollfilm fotografiert.

Kodak Instamatic 224

Die Instamatics galten als DIE Filmvernichtungsmaschinen schlechthin, weil sie stellenweise ganz grauenvolle Fotos produziert haben. Kodak führte aber damals die Filmkassetten ein, was einem von der manchmal unerträglichen Filmeinlegerei (am besten im Schatten, noch besser im Dunklen) befreite. Und sie hatte am Gerät bunt bebilderte Auswahlmöglichen für das Wetter. Wahrscheinlich ist in den 60er und 70er Jahren die Hälfte aller Urlaubsbilder mit einem solchen Gerät fabriziert worden.

Und in dieser Kamera scheint auch noch ein Film zu liegen.
Ich habe mir schon überlegt, ob ich nachgucken soll. Aber ich weiß gar nicht, wer mir heutzutage sowas entwickelt.
Und wahrscheinlich kostet das dann ein Vermögen …

Im Übrigen war die Instamatic der Namensgeber für den Photosharing-Dienst Instagram. Aber das habt ihr schon geahnt, oder?

Leica

Eine Leica ist eine Leica ist eine Leica – mehr muss man dazu gar nicht sagen, glaube ich.

Dieses Modell mit dem berühmten Elmar-Objektiv macht wahrscheinlich bessere Fotos, als viele andere Fotoapparate.
Sollte ich mich einmal dazu entschließen, alte Kameras auszuprobieren, so könnte es diese sein.

Rollei 35 T

Die Rollei 35 war zwar eine normale Kleinbildkamera, konnte aber zu ihrer Zeit von den Einstellmöglichkeiten und der Bildqualität mit den Spiegelreflexkameras mithalten. Dieses Modell ist einer der erfolgreichsten Kameras aus Deutschland gewesen. Ich selbst habe auch noch mit ihr fotografiert. Leider hakt der Filmtransport ein bisschen und das ist wirklich ein ziemlich nervenzerfetzend.

Und mit was fotografiere ich heute?

panasonic lumix
Meine Lumix

Ich habe mich auch in der digitalen Fotografie jahrelang mit Spiegelreflexkameras samt Wechselobjektiven herumgeärgert. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich das alles gar nicht brauche und mir eine Systemkamera zugelegt – also eine Kamera mit einem festmontierten Zoom-Objektiv. Und da die Firma Panasonic in der Lage ist, Kameras zu bauen, die GENAU auf mich zugeschnitten sind, laufe ich nun mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ1000 durch die Gegend.

Und ich bin sehr zufrieden!

Technische Optik bei Punkt, Punkt, Punkt

alte kameras

Technische Optik wäre eigentlich das Thema der Woche vom letzten Sonntag bei Punkt, Punkt, Punkt gewesen. Aber ich habe mich im Kalender vertan und über einen Sturm auf Teneriffa geschrieben. Heute wäre also der Sturm dran, dafür gibt es bei mir was über alte Kameras.

Blickt ihr noch durch? 😉

Egal. Erzählt mir lieber von euren alten Kamera-Schätzen und ob ihr noch Erfahrungen mit Analogfotografie habt!

Alle Fotos: Alte Kameras – Technische Optik für Punkt, Punkt, Punkt ©sabienes.de
Text: Alte Kameras – Technische Optik für Punkt, Punkt, Punkt ©sabienes.de

14 Gedanken zu “Alte Kameras – Technische Optik für Punkt, Punkt, Punkt

  1. Hallo Sabine,

    du hast ja wirklich einen tollen Fundus an alten Kameras, klasse. Auf Fotos aus den 70ger Jahren sind immer alle irgendwie gelbstichig gewordenen mit den Jahren. Da war die Oberfläche des Fotopapiers vermutlich noch nicht sehr farbbeständig. Kennst du diese Aufnahmen auch, wo jeder (und auch die Umgebung) so ausschaut, als habe die Gelbsucht mächtig zugeschlagen? Hier gibt es auch noch einige alte Kameras, man müsste sich mal die Mühe machen sie auszuprobieren.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • @Sandra: Rot gehört zu den Farben auf der Wollskala, die als erstes im Licht verblassen. Blau, Gelb und deren Mischfarben bleiben länger erhalten. Vielleicht liegt das aber auch an der Oberfläche des Fotopapiers und an der Kunst, die Farben bei der Vergrößerung zu filtern.
      Liebe Grüße Sabienes

  2. Schön Sammlung. Die Fotos davon sind genau passend zum Thema. Meine Rollei 35 habe ich vor ein paar Jahren verkauft, ebenso eine komplett analoge Minolta Spiegelreflexkamera aus dem 70ern. Ich habe einen ganzen Karton voll altem Kamerakram im Keller stehen. Mein Vater hat gerne und gut fotografiert und wir hatten eine Dunkelkammer im Keller. Ich habe es geliebt, dort Zeit mit ihm zu verbringen und die Techniken schon im Grundschulalter gelernt. Meine erste Kamera war eine 35 mm Kleinbildkamera von agfa. Sie hat von Weihnachten 1980 bis Ende der 80er oder Anfang der 90er gehalten.

    • @Ines: Mein Vater auch viel fotografiert und auch selber entwickelt. Aber helfen durfte ich ihm nie. (Vielleicht wollte ich auch nicht, keine Ahnung)
      Ich habe noch eine analoge Nikon, die vor ein paar Jahren verkaufen wollte. Und dann dachte ich mir, dass man ein solches Gerät eigentlich behalten sollte.
      Liebe Grüße Sabienes

  3. Hallo liebe Sabine,

    Toll ist das , das du uns all diese Alten Kameras und deine jetztige zeigst.
    Ich habe auch viele aufgehoben, aber deine sind der Hit.

    Als ich deine jetzige sah…hab ich sofort nachgeschaut und bekam Lust endlich
    eine neue zu erwerben..
    Die Agfa Box schau aus wie eine Camera Obscura, zumindest in meinen Augen.

    Danke fürs zeigen…
    Liebe Grüsse
    Elke

  4. Herrlich, liebe Sabine,
    du hast da ja wirkliche Schätzchen aus der guten alten Zeit in der Fotografieren noch echte Handarbeit war.
    Danke fürs Zeigen, mir ist echt das Herz aufgegangen… ♥
    Lieben Gruß
    moni

  5. Ohja die alte Kamera, ich habe damals eine bekommen von meinen Onkel, eine damals sehr gute mit gutem Objetiv. Damit habe ich so vele Bilder gemacht und es hat vel SPaß gemact. Filme einlegen, alles noch per Hand. Nicht wissen wie die Bilder aussehen am Ende.

    Entwickeln hat imme 2 age gedauert, sollte es mal schneller gehen musste man einen Aufpresis bezahlen. Und dann die Negative die man gehütet hat, damit nichts kaputt geht. War schon eine tolle Zeit mit der Kamera.

    Liebe Grüße
    Julia

    • @Julia: Genau! Man hat Aufpreis für die Express-Entwicklung bezahlen müssen. Ich habe noch einen riesigen Karton voller Negative. Ich glaube, da werden sich meine Erben drum kümmern müssen.
      Die armen Jungs. 😉
      Liebe Grüße Sabienes

  6. Ich habe als Volontärin noch im Labor gelernt, Filme zu entwickeln. Ich habe mir etliche Oberteile in der Dunkelkammer versaut, die heruntergefallene Filmrolle auf Knien tastend auf dem Boden gesucht … schöne alte Zeit. Heute kriegen wir die Bilder selbstverständlich per mail. Die Volontäre von heute schauen mich an, als wäre ich hundert Jahre alt, wenn ich von meinen Anfängen erzähle. Dabei ist das noch keine 20 Jahre her. Deine Sammlung ist wirklich beeindruckend!
    Liebe Grüße,
    Nicole von dailydress.de

    • @Nicole: Genau, man hat sich mit dem Entwickler alles eingesaut! Das weiß ich auch noch.Und wenn man das Rotlicht einschalten konnte, hat man wenigstens ein bisschen was gesehen. Mit der digitalen Fotografie ist ein ganzer Berufszweig verschwunden.
      Liebe Grüße Sabienes

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