Besinnliche Weihnachtszeit oder kollektiver Kaufrausch?

Der Webmasterfriday zweifelt an der Kommerzialisierung
besinnliche weihnachtszeit im stall von bethlehem
Besinnliche Weihnachtszeit in Bethlehem

Früher habe ich Weihnachten geliebt!
Aber früher war ich noch ein Kind und Kinder lieben Weihnachten. Da freut man sich auf die neuen Spielsachen und über die leckeren Plätzchen, staunt über den Lichterglanz und das heimelige Gefühl von Kerzenschein. Außerdem konnte ich alle gängigen Weihnachtslieder auf der Blockflöte spielen und war damit automatisch das bravste Mädchen unter dem Weihnachtsbaum.
Und heute?
Heute nervt mich Weihnachten eher. Und die sogenannte besinnliche Weihnachtszeit halte ich für einen arg strapazierten Gemeinplatz. 
Auch der Webmasterfriday stellt sich die Frage, ob nicht vor lauter Kommerz der Sinn von Weihnachten zu kurz kommt.

Besinnliche Weihnachtszeit?

Weihnachten gehört als die Zeit der Geburt von Jesus Christus zu einem der drei wichtigsten Feste im Christentum. Eigentlich wäre das für einen Christen nun Anlass genug, um sich zu besinnen und gleichzeitig zu freuen. Denn Jesus, der Erlöser, eine historische Person, die auch in nichtchristlichen Religionen als Prophet und Wohltäter anerkannt wird, wurde geboren. Dies gilt sogar, wenn man den Erkenntnissen aus der modernen Forschung zur Folge das eigentliches Geburtsdatum ein paar Monate später ansetzen müsste.
Es geht hier ja ums Prinzip.

Wenn sich aber sämtliche westlichen Industrienationen spätestens ab dem 1. Advent in einer Art Ausnahmezustand der ganz anderen Art befinden, sollte einem das zu Denken geben.
Denn urplötzlich wird das olympische Prinzip Größer, Höher, Weiter auf Dekoration, Kleingebäck, teure Geschenke und festliche Kleidung übertragen. Und vor allen Dingen: Man MUSS sich amüsieren! Man MUSS die gängigen Weihnachtsmärkte besuchen, dort unheimlich viel Spaß mit unheimlich tollen Leuten haben. Dazu dudelt die immerzu gleich penetrante Weihnachtsmusik, wie „Last Christmas“ oder „Jingle Bells“.
Weihnachten ist die Zeit, in der alles PERFEKT sein muss: Das Essen, die Deko, das Outfit, die Freunde und die Familie. Das Volk verfällt in einen kollektiven Kaufrausch und besorgt Nahrungsmittel, tonnenweise Geschenke, Haushaltsinventar und natürlich Bekleidung. Dabei wird ein Idyll hochgehalten, das völlig illusorisch ist.

Die schlimmsten Familienfehden und die übelsten Ehestreitigkeiten entstehen bekanntlich unterm Tannenbaum.
Besinnliche Weihnachtszeit? So nicht.

Was bedeutet Weihnachten eigentlich?

Ursprünglich war Weihnachten die Zeit der Wintersonnenwende und somit für unsere vorchristlichen Urahnen ein ganz wichtiger Zeitpunkt.
Denn damals konnte man sich nicht sicher sein, dass diese immens dunkle Nacht jemals vorüber gehen wird und die Sonne wiederkommt, die Erde wärmt und für die Lebensgrundlage aller Lebewesen sorgt. Die Winterzeit war früher eine Zeit, in der man kaum aus seiner Lehmhütte kam. Denn draußen war es kalt und lebensfeindlich, drinnen konnte man sich gemeinsam am Feuer wärmen und den letzten Kanten Brot teilen.

Mit Sicherheit haben die frühen Christen und Missionare ihre Chance erkannt und die Geburt von Jesus, dem Erlöser, Lichtbringer und Heilsbringer genau in diese Zeit verlegt. Mit diesem Kunstgriff kann man sogar ganz gut leben, denn die Symbolik wäre ja stimmig.
Und für mich liegt hier die wahre Bedeutung von Weihnachten begründet: Zusammenhalt in dunklen Stunden üben, das Gefühl der Gemeinschaft mit Familie und Freunden genießen und sich auf die kommenden, helleren, wärmeren Tage freuen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine schöne Adventszeit und eine besinnliche Weihnachtszeit!

Foto: Besinnliche Weihnachtszeit in Bethlehem ©sabienes.de
Text: Besinnliche Weihnachtszeit oder kollektiver Kaufrausch? ©sabienes.de

2 Gedanken zu “Besinnliche Weihnachtszeit oder kollektiver Kaufrausch?

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