du hast den bogen raus

Du hast den Bogen raus! Mutmachen für Anfänger

du hast den bogen raus
Wie man an einem schlechten Tag sein Selbstwertgefühl wieder hebt

Kennst du solche Tage?
Du hast die beste Freundin beleidigt, einen Kratzer ins Auto gefahren, in der Arbeit hast du einen ultimativen Bock geschossen und/oder überhaupt hast du den Eindruck, dass du ein absolut unwürdiger, untauglicher Mensch seist. Meistens gehen solche Tage schnell vorbei, manchmal können sie etwas länger dauern. Dabei stimmt das alles, was du dir in diesen Momenten der Selbstgeißelung alles so vorwirfst, überhaupt nicht.
Denn DU hast den Bogen raus! Der Trick dabei ist, genau diesen Bogen (oder das Talent, das du hast) herauszufinden.

Jeder Mensch kann irgendein Talent

Natürlich steckt nicht in jedem von uns ein Albert Einstein oder ein Yehudi Menuhin. Nicht jeder von uns kann so schön singen, wie Shakira (die mag ich nämlich) oder ist so sexy, wie Heidi Klum (ist die wirklich sexy?). Aber wenn man mal diese Extremtalente außen vor lässt, dann hat jeder von, wirklich JEDER irgendein Talent. Irgendwas gibt es, das wirklich jeder von uns gut kann.

Das liebe Geld

Aber wie erkennt man ein Talent, eine bestimmte Eigenschaft oder ein gewisses Können an sich selbst?
Das ist schwierig, denn in unserer Gesellschaft spielt das liebe Geld immer eine große Rolle. Eigentlich messen wir alle unsere Talente an der Frage, ob wir uns dank diesem speziellen Können im Winter etwas Warmes zum Essen kaufen können oder eben nicht. Vielleicht können wir dieses Talent nicht monetarisieren. Denn es gibt Eigenschaften, die auf den ersten Blick relativ unspektakulär erscheinen, ohne die aber keine Gesellschaft vernünftig existieren könnte.
Andererseits ist es natürlich nicht gesagt, dass man mit einer solchen Eigenschaft nicht doch Geld verdienen könnte.

Du hast den Bogen raus! Na klar. Aber womit?

Bogenschütze
Du hast den Bogen raus – aber nun?

Von welchen Talenten spreche ich eigentlich?
Hier ein paar Beispiele, die vielleicht auch auf dich zutreffen. Vielleicht sind das Dinge, die du besser kannst, als ich oder besser, als irgendein anerkanntes Genie:

  • du kannst lachen – schnell, herzlich und über alles und den dümmsten Witz. Und bei allen um dich herum geht die Sonne auf,
  • du hast ein Kuchenrezept, dank dem du ruckzuck in kürzester Zeit einen ganz tollen Kuchen backen kannst,
  • du hast nach den ersten beiden Urlaubstagen die 20 wichtigsten Floskeln in der Sprache deines Urlaubslands im Kopf,
  • du hast einen Blick für Farben,
  • du kannst durch zwei Finger pfeifen,
  • du bist der Kumpel, der auf einer Feier nüchtern bleibt und alle anderen nach Hause fährt,
  • du weißt genau, wie spät es ist, ohne dass du auf die Uhr schauen musst.

Was will ich jetzt von dir?

Da jeder von uns einmal so einen Shit-Happens-Tag erlebt, ist es wichtig, dass man sich darauf vorbereitet. Deswegen empfehle ich dir, an einen guten Tag eine Liste zu erstellen, an dem du deine kleinen und großen Talente vermerkst. Ziel dabei ist es, möglichst banale Talente aufzudecken. Denn diese sind wie gesagt, sehr wichtig.
Klebe dir diesen Zettel auf deinen Spiegel und lege ihn in dein Tagebuch. Oder schreibe einen Artikel auf deinem Blog. Hauptsache, du weißt im Notfall, wo du ihn suchen musst.

Diese Liste könnte zum Beispiel so aussehen:

Ich habe den Bogen raus – Die Liste von Sabienes

  1. Ich kann zuhören,
  2. ich kann reden,
  3. ich kann fotografieren,
  4. ich kann schwere Zeiten durchstehen,
  5. ich kann mit Fön und Rundbürste umgehen,
  6. ich kann neue Dinge lernen und/oder ausprobieren,
  7. ich kann mich sehr in Aufgaben hineinknieen und so lange herumtüfteln, bis ich zufrieden bin.

Diese Talente sehe ich bei mir tatsächlich.
Und nun kommst du!

Punkt, Punkt, Punkt

Es gibt noch einen weiteres Talent von mir: Wenn bei der Aktion Punkt, Punkt, Punkt ein Thema vorgeschlagen wird, mit dem ich gar nichts anfangen kann, so finde ich dennoch eine Lösung für einen Beitrag.
Der Vorschlag „Bogen“ kam diesmal von Daggi. Eigentlich wollte ich was vom Bogenschießen erzählen, aber diesen Mutmachartikel fand ich irgendwie netter.
Die Redewendung: „Du hast den Bogen raus“ kommt übrigens aus dem Bogenschießen und nicht vom Geigenspiel.
Wie gesagt – ich kann auch mal was neues lernen!

Wie hat euch dieser Artikel gefallen? Eigentlich betreibe ich ja kein Coaching, insofern bin ich mal ganz gespannt, wie er bei euch ankommt.

Alle Fotos: Du hast den Bogen raus! Mutmachen für Anfänger ©sabienes.de
Text: Du hast den Bogen raus! Mutmachen für Anfänger ©sabienes.de

12 Gedanken zu “Du hast den Bogen raus! Mutmachen für Anfänger

  1. Den Artikel finde ich konstruktiv und gut. Gerne mehr davon.

    Ich kann kochen, lachen, fotografieren, Zeichensetzung, Rosen beschneiden, Katzen und Hunde dressieren, mit Schwung zutreten, Blumensträuße binden, mit Blicken töten, Schlussstriche ziehen, schwimmen, fluchen wie ein Bierkutscher und umarmen.

  2. Hallo Sabine,

    seit gestern Abend und Nacht weiß ich, dass ich hunderte von juckenden Stechmückenbeulen oder zu sterben überstehen kann. *Lach*, auf die Erkenntnis hätte ich verzichten können.
    Eine Kann-ich-gut-Liste habe ich auch irgendwo, Anstoß sie wieder herauszufischen habe ich jetzt bekommen. Denn du hast absolut recht, üble Tage vergehen besser, wenn man weiß, dass es durchaus viel Positives zu erleben gibt.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • @Sandra: Mückenstiche! Im Moment sitze ich mit den feuchten Tüchern auf dem Sofa. Diese Blutsauger waren eine unglaublich unnötige Erkenntnis!
      LG Sabienes

  3. Sehr gut! Ja, jeder hat Talente und kann irgendwas, aber ich glaube, es geht noch nicht mal darum was zu können. Schon gar nicht besser zu können als andere, sondern an sich selbst zu glauben, und daran, dass man alles so gut kann und macht, wie man es eben machen kann. Stattdessen wertet man sich selbst immer ab (ja, man hat gelernt bescheiden zu sein und sein Licht eher unter den Scheffel zu stellen), oder misst sich an anderen. Dabei ist jeder mit seinen Talenten, und seien sie noch so unspektakulär, wichtig und trägt zum großen Ganzen damit bei.

    Es gibt aber ja auch negative Talente, die gehören dann allerdings auch dazu. Auf die aktuelle Situation hier in Hamburg bezogen bin ich mir sicher, dass auch die Chaoten noch was anderes können als um sich zu schlagen. .. Für sie wäre ein bisschen Brainstorming und das Erstellen so einer (positiven) Liste sicher hilfreich.
    Ansonsten glaube ich, dass man seinen Talenten noch nicht so ganz traut wenn man sie aufschreiben, und im Fall des Falles die Liste suchen und erst mal durchlesen muss… 🙂

    LG Sabine

    • @Teamworkart: Um von einem Dach aus Steine auf Menschen zu schmeißen oder eine Bäckerei zu überfallen, braucht man keine Talente – weder negative, noch positive.
      LG Sabienes

      • Das stimmt, das würde ich auch nicht als Talent bezeichnen… Aber da ich immer an das Gute im Menschen glaube, vermute ich eben, dass auch solche Menschen noch irgendwelche guten Talente haben….

  4. Das erste, was mir ins Auge gefallen ist, war „du kannst durch zwei Finger pfeifen“, etwas, was ich absolut nicht beherrsche. Ich kann aber meine Zunge U-förmig rollen, so dass es aussieht wie eine kleine Röhre. Irgendwann habe ich gelesen, dass das gar nicht jeder Mensch kann, was mich damals sehr erstaunt hat, denn das war für mich selbstverständlich. Meine Kleine ist ganz stolz, seit sie das weiß, denn sie kann es auch 🙂

    • @Daggi: Das nennt man Shitali oder Sitali und ist im Yoga die „Kühlende Atmung“. Sie zügelt den Appetit und hilft beim Konzentrieren und hilft sogar gegen Hitzewallungen. Du atmest durch die Zungenrolle langsam ein (darf ruhig ein bisschen zischen), dann hältst du den Atem 5 Sekunden lang an und atmest langsam wieder durch die Nase aus. 5 Minuten am Tag reichen 😉
      LG Sabienes

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