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Gesichtsbuch – Was soll ich bloß mit diesem Facebook?

Gesichtsbuch
Gesichtsbuch

Seit einiger Zeit habe ich einen Account beim Gesichtsbuch, also bei Facebook und da ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll, hätte ich ihn fast vergessen.

Aber wie es der Zufall will, hat mich gestern eine Bekannte ‚geadded‘ – so sagt man das, wenn man behauptet, jemanden, der sich in der gleichen virtuellen Community wie man selbst herumtreibt, zu kennen.

Mitten im Gesichtsbuch

Naja, eigentlich kennen wir uns gar nicht wirklich! Wir sind uns ein paarmal in einer Newsgroup begegnet (das sind Institutionen aus den Anfängen des WWW – ich glaube, zu der Zeit hat Sue Ellen noch gesoffen). Aber ich habe mich trotzdem gefreut und weiß jetzt wenigstens, wie sie aussieht. SIE weiß es aber nicht von mir! Denn ich bin ja gemein und ein Fuchs und gebe kaum private Bildchen von mir im Internet preis. …Ähem…

Also hatte ich ab gestern morgen um 10.30 Uhr bereits eine Freundin beim Gesichtsbuch. Bei der Durchsicht ihrer Freundesliste traf ich auf 2 weitere Bekannte (ebenfalls auch aus dieser Newsgroup), die ich meinerseits sofort geadded habe.

So kann ich nun vermelden, dass ich seit gestern Mittag über 3 Facebookfreunde verfüge!

Und konnte den ganzen Tag nichts arbeiten, weil ich mich um dieses blöde Facebook kümmern musste. Es gibt dort verschiedene Tools, eigentlich kleine Quizfragen. Nun weiß ich, dass ich meinen Neigungen gemäß in Rom sehr glücklich leben könnte, dass mein ansteckendes Lachen jedem, der mich sieht, als erstes auffällt und das meine Vertrauensseeligkeit mein größtes Problem mit anderen Menschen sei. Sollte uns das nicht zu denken geben? Aber nein, ist doch nur „Just For Fun!“.

Wichtige Informationen und Zeitvertreib

Außerdem traf mich die Erkenntnis, dass mein Hexenname ist Edon the naked Witch und mein Indianername Chief Yellow Wulf sei.
Ich könnte noch viel mehr machen: ein Mafiaspiel spielen, virtuelle Unterhosen und Topfpflanzen verschenken usw… Auf jeden Fall gibt es dort genügend Material, um sich die Zeit totzuschlagen.

Denn solche Institutionen wurden anscheinend für Querschnittsgelähmte und sonstige Bettlägerigen erfunden, die ohnedies den lieben langen Tag ohne Abwechslung, dafür bei einigermaßen klarem Verstand vor sich hindämmern würden.

Freundeportale sind in der letzten Zeit teilweise zu Recht ziemlich in Verruf geraten. Zuviel sind die Informationen, die man auf diese Weise der ganzen Welt zur Verfügung stellt. Zugroß die Gefahr, dass damit Schindluder getrieben wird. Denn von irgendwas müssen diese Seitenbetreiber auch leben, bestenfalls schaffen sie das mit Werbeeinnahmen – und beim Gesichtsbuch scheint das zu funktionieren.

Ich frage mich: was soll ich den ganzen Tag chitten und chatten, twittern und twattern, zingen und pingen?
Wie viel Profil habe ich eigentlich, dass ich es mehrfach in die ganze Welt hinausposten muss?
Denn wer kennt wen schon wirklich? Soll wirklich irgendein Nasenbohrer-VZ über meine Zeit bestimmen?

Hoffentlich findet keiner von meinen neuen Freunden heraus, dass ich auch noch einen Zwitscher-Account habe!

Foto: Schönes Gesicht aus Mainsandstein gemeißelt ©Sabienes.de
Text: Gesichtsbuch – Was soll ich bloß mit diesem Facebook? ©Sabienes.de

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