Origin – Der neueste Thriller mit Robert Langdon von Dan Brown

Origin – Der neueste Thriller mit Robert Langdon von Dan Brown

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Origin – Robert Langdon und die künstliche Intelligenz

Edmond Kirsch, schwerreicher und zugleich genialer Zukunftsforscher und Informatiker lädt zu einem Vortrag ins Guggenheim Museum in Bilbao ein. Dort will er die Lösung auf die essentielle Frage aller Fragen klären:

Woher kommen wir – Wohin gehen wir?

Unter den handverlesenen Gästen befindet sich auch Robert Langdon, sein langjähriger Freund und ehemaliger Professor. Und natürlich nimmt auch die Direktorin des Museums und Verlobte des spanischen Kronprinzen, Ambra Vidal an dieser Veranstaltung teil.
Aber Kirsch wird, bevor er dieses Rätsel, welches zugleich die Grundlage aller Religionen darstellt, lösen kann, auf offener Bühne erschossen.
Langdon und Vidal sehen die weltverändernde Entdeckung von Edmond Kirsch bedroht und eilen in dessen Privatgemächer nach Barcelona. Dort soll sich der Code befinden, mit dem die Präsentation erneut publiziert werden kann. Dabei werden sie von verschiedenen Mächten und Interessengruppen verfolgt und bedroht.
Aber sie haben tatkräftige und kluge Unterstützung.
Unter anderem von einer künstlichen Intelligenz namens Winston, die aus der Feder Edmond Kirschs stammt.

Dan Brown

Der US-amerikanische Autor Dan Brown, Jahrgang 1964, ist aus der internationalen Thriller-Szene nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich unterrichtete er Englisch und Spanisch, reiste viel durch Europa und betätigte sich als Sänger und Liedermacher. Erste nennenswerte Erfolge als Schriftsteller erreichte er mit seinem Buch Diabolus, das erst nach seinen Welterfolgen Da Vinci Code (Sakrileg) und Illuminati in Deutschland bekannt geworden ist.
Dan Brown gilt als einer der erfolgreichsten Schriftsteller aller Zeiten und lebt mit seiner Familie in New Hampshire.

Origin – Ein typischer Dan Brown

Origin ist ein ganz typischer Dan Brown, geschrieben nach dem allseits bewährten Dan-Brown-Rezept.
Man nehme:

  • eine nette, aber zugleich übertrieben hochintelligente Hauptfigur, am besten mit fotografischem Gedächtnis, mehrsprachig (Robert Langdon),
  • eine bildschöne und zugleich ebenfalls intelligente Frau (Ambra Vidal)
  • unendliche finanzielle Mittel (hauptsächlich durch Edmond Kirsch)
  • durchgeknallte, rigide religiöse Führer (diesmal die Palmarianisch-katholische Kirche und andere Vertreter von verschiedenen Religionen)
  • Orte in Europa mit einer anerkannten kulturellen Relevanz.

Aber auch, wenn diese Rezeptur ein wenig öde und wiederholend klingt, überrascht Brown seine Leser dennoch mit gewissen Wendungen und führt sie somit ganz gerne in die Irre. Aber selbst das ist typisch Brown, denn auch in Origin ist zum Schluss alles anders, als man zunächst vermutet.

Ein schöner Zug von Dan Brown ist, dass er seinen Protagonisten Robert Langdon mit all seinen Fähigkeiten nie ganz hundertprozentig in den Vordergrund rückt. Es gibt immer wieder andere Personen, die ihm an Geist und Wagemut ziemlich ebenbürtig sind oder sogar noch ein wenig schlauer. In diesem Fall ist natürlich Edmund Kirsch die anerkannte Intelligenzbestie und natürlich Winston. Aber der zählt eigentlich nicht wirklich.
Der Vorteil dieses Stilmittels ist der, dass man sich als geneigter Leser nicht total unwürdig und blöde vorkommen muss, da auch der Langdon nicht alles weiß und kann.
Ich zumindest leide nicht unter Klaustrophobie.

Origin – Meine Meinung

Origin ist ein gekonnt geschriebener und spannender Thriller, der aber ziemliche Längen aufweist.
Die Flucht von Langdon und Vidal aus Bilbao kam mir fast so vor, als wäre sie in Slow Motion erzählt. Auch das Liebesweh von Vidal zwecks ihres Kronprinzen Julián konnte ich irgendwann kaum mehr ertragen.
Bei der dann zum Schluss dann weltweit ausgetragenen Präsentation von Edmond Kirsch habe ich mich gefragt, wie viele Zuschauer bis zum Ende durchgehalten haben, ohne vorher einzuschlafen.

Während der Lektüre von Origin habe ich es sehr bereut, dass wir uns auf unserer Reise 2016 lediglich die Außenanlagen des grandiosen Guggenheim Museum in Bilbao angeschaut haben. Und mein letzter Aufenthalt in Barcelona ist schon so lange her, dass diese Stadt einmal einen erneuten Besuch vertragen könnte. 

guggenheim museum bilbao

Das Guggenheim Museum in Bilbao

Fazit:

Origin ist ein weiterer spannender Thriller von Dan Brown, der leider einige Längen aufweist. Das schadet diesmal sehr dem interessanten Ende, über das es sich wirklich lohnen würde, länger nachzudenken.
Mitunter hat man den Verdacht, dass Browns Ideen langsam zur Neige gehen. Inzwischen dürfte er ja auch bald alle Geheimgesellschaften, um die sich eine angewandte Verschwörungstheorie spinnen lässt, abgehakt haben.
An seine Welterfolge Sakrileg und Illuminati (mein absoluter Favorit) kommt er mit diesem Thriller leider nicht heran.

Übrigens ist die Eingangs erwähnte Frage aller Fragen gar nicht so neu und längst beantwortet!
Denn wie wir alle wissen, ist die Antwort immer 42. (Siehe Per Anhalter durch die Galaxis)

Wer würde sich über dieses Buch freuen:

  • Eingeschworene Fans von Dan Brown.
  • Leser, die Thriller bevorzugen, die nicht so ganz nervenzerfetzend sind
  • Leute, die noch einen exquisiten Reiseführer für Barcelona suchen, besonders was kryptische Bauwerke wie die Sagrada Familia angeht
  • Mütter, die sich dieses Buch gerne von ihrem Sohn zu Weihnachten schenken lassen (Danke!)

Für wen wäre dieses Buch eher nicht geeignet:

  • Leser, die ein Buch mit über 600 Seiten weder länger in den Händen halten können, noch lesen wollen
  • Leser, die sich auch bei dem softesten Thriller fürchten
  • Und natürlich Leser, bei denen in einem guten Thriller literweise das Blut spritzen muss.

Bibliografisches

origin buchcover dan brown

Bibliografisches zu dem Buch „Origin“ von Dan Brown

  • Titel: Origin
  • Originaltitel: Origin
  • Autor: Dan Brown, Axel Merz (Übersetzung)
  • Taschenbuch: 672 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1 (31. August 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404177142
  • ISBN-13: 978-3404177141
  • Preis Stand März 2018: 12,00 € (Taschenbuch), 28,00 € (Gebundene Ausgabe), 22,99 € (Kindle), 16,99 € (Audio-CD, gesprochen von Wolfgang Pampel mit Musik von Andy Matern)
  • Bestelllink Amazon

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buch-Challenge 2018, Aufgabe 12: Lese ein Buch mit einem Gebäude oder Bauwerk auf dem Cover.

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Alle Fotos: Origin – Der neueste Thriller mit Robert Langdon von Dan Brown ©sabienes.de
Text: Origin – Der neueste Thriller mit Robert Langdon von Dan Brown ©sabienes.de 
Zusammenfassung
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Origin von Dan Brown
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8 Antworten

  1. moni sagt:

    Danke, liebe Sabiene,
    für diese interessante Rezension. Ich habe die bisherigen Bücher von Dan Brown auch gelesen und will mir diesen neuen Roman natürlich nicht entgehen lassen. Jetzt weiß ich aber, was auf mich zukommt. Ich fürchte mich nicht vor dicken Büchern und werde mir also Zeit und Geduld gönnen, beim Lesen dieses „Schinkens“, wenn ich ihn dann erworben habe! Ich warte ja immer auf die TB-Ausgabe!
    Angenehmen Freitag,
    lieben Gruß
    moni

    • Sabiene sagt:

      @moni: Die Taschenbuchausgabe wäre wirklich wesentlich handlicher. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass dicke Taschenbücher eher unansehnlich werden. Hoffentlich musst du nicht allzu lange warten!
      LG
      Sabienes

  2. Iris sagt:

    Hallöchen,
    die Rezension kommt wie gerufen, denn „Origin“ liegt hier auf meinem Nachttisch im Krankenhauszimmer und ich wollte heute mit der Lektüre beginnen. Ich scheine auch die richtige Leserin zu, denn das Buch bekam ich tatsächlich von meinem Sohn zu Weihnachten und ich bin sowieso eingefleischter Dan Brown Fan. Jetzt hoffe ich nur noch dass ich nicht so lange hierbleiben muss, bis die 600 Seiten geschafft sind. „Illuminati“ ist übrigens auch mein Favorit. Und wenn das neue Buch jetzt gewisse Längen hat dann werde ich auch die verordneten Ruhephasen, die ich einhalten soll, einlegen. Eine Einschlafhilfe wird es aber wahrscheinlich trotzdem nicht sein

    LG Iris

  3. Kirsi sagt:

    Hallo Sabiene,
    ja auch hier liegt dieses Buch – mein Mann fing mit Dan Brown an und ich schenkte es ihm zu Weihnachten. Aber er „hängt“ hinterher, liest gerade mal Inferno … es dauert also noch. Deine Rezension kommt also wie gerufen, mal schauen, vielleicht nehme ich es mir jetzt doch mal zur Hand, wenn ich Simon Beckett beendet habe.
    Viele Grüße
    Kirsi

  4. Daggi sagt:

    Das Buch hatte ich völlig aus dem Blick verloren, dabei wollte ich das ja auch noch lesen. Aber es ist wie immer, die Zeit, sie fehlt.

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