Oxen. Das erste Opfer – Ein Thriller von Jens Henrik Jensen

Oxen. Das erste Opfer – Ein Thriller von Jens Henrik Jensen

Oxen Buchcover Rezension

Oxen – Der erste Band der Oxen-Trilogie von Jens Henrik Jensen

Spanien: Zuerst verschwindet der Hund, dann stirbt sein Besitzer bei einem Autounfall.
Dänemark: Ein Hund stirbt. Danach ertrinkt dessen Besitzer beim Kajakfahren.
Zufall?
Der ehemalige Elitesoldat Niels Oxen streift mit seinem Hund ‚Mister White‘ durch die Wälder Dänemarks. Dort will er jagen, fischen und ein bisschen kiffen. Hauptsächlich will er aber seine Ruhe haben und seine Traumata aus seinen Einsätzen in Bosnien und Afghanistan bekämpfen.

Doch ganz unvermittelt gerät er in einen obskuren Mordfall. Der Exbotschafter und Begründer eines Thinktanks, Hans-Otto Corfitzen wird ermordet in seinem Schloss Nørlund aufgefunden. Oxen bekommt ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann: Gemeinsam mit der Geheimdienstmitarbeiterin Margrete Franck soll er den Täter finden.
Dabei kommen die beiden einem mächtigen Geheimbund auf die Spur, der seine Fäden durch die gesamte dänische Gesellschaft spinnt, dem Danehof. 

Jens Henrik Jensen

Jens Henrik Jensen, Jahrgang 1963, stammt aus Søvind in Dänemark und arbeitete jahrelang als Journalist. Seit 1997 begann er mit dem Verfassen von Kriminalromanen. Dabei wurde er auch im deutschsprachigen Raum mit der Nina-Portland-Reihe bekannt. Erst im Jahr 2015 hat er sich entschlossen, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit den drei Bänden der Oxen-Reihe hat er sich recht flott in die Bestsellerlisten geschrieben. Eine Verfilmung ist bereits geplant.
Jensen lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Søvind.

Der Danehof

Den in dem Buch vorkommende Danehof gab es tatsächlich. Es handelte sich hierbei um das dänische Parlament in der Zeit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert, das anstelle des Königs die Gesetzgebung und das Steuerrecht verwaltete. Die Mitglieder des Danehofs bestanden zu dieser Zeit aus Magnaten, Geistlichen und Adligen.
Ansonsten ist über diese Institution recht wenig bekannt.

Oxen. Das erste Opfer – Meine Meinung

Bücher, die extrem gehypt die Bestsellerlisten erstürmen, schrecken mich eigentlich immer ein bisschen ab. So ging es mir auch bei dem vorliegenden Thriller, dessen seltsamer Titel mir überall entgegen gesprungen ist. Nur gut, dass ich mich diesmal dennoch entschlossen habe, dieses Buch zu lesen!
Mir wäre ansonsten ein wirkliches Lesevergnügen entgangen.

Die Story ist sehr gut strukturiert. Die einzelnen Handlungsstränge greifen perfekt ineinander. Dazu werden die beteiligten Personen gut vorgestellt und porträtiert. Besonders natürlich der Held Niels Oxen selbst, der immer wieder von Alpträumen heimgesucht wird, in denen er bestimmte Szenen aus seinen Kriegseinsätzen neu erleben muss.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Die wundersame Wandlung Oxens vom suchtaffinen Waldschrat mit PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) zu einem vorzeigbaren Ermittler ging ein wenig zu schnell und zu glatt von sich. Aber in dem Maße, in dem er sich stabilisiert, verliert seltsamerweise die kluge und toughe Agentin Franck an Power.
Die Beschwerden, Intrigen und Lügen rund um die Person Oxens, die in seiner Vergangenheit als Soldat und zwischendurch als Polizist die Runde gemacht haben, sind vielleicht ein bisschen zu stark aufgetragen. Vielleicht wollte der Autor hier den geneigten Leser in die Irre führen.
Leider mag ich Verschwörungsszenarien aller Art gar nicht. Die Wiederbelebung einer Institution wie den Danehof könnte auch in dem unsäglichen Werk Offenbarung 23 thematisiert worden sein (ist es vielleicht auch, keine Ahnung.) Allerdings sind diese Geheimbundaktivitäten auf ein erträgliches Maß konzentriert.

Eine neue Millenium-Trilogie?

Bei der Oxen-Trilogie liegt vielleicht der Vergleich mit der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson nahe. Aber ohne die beiden Folgebände zu kennen (sie werden erst im Laufe 2018 auf Deutsch erscheinen), fehlt mir hier ein wenig die Tiefe in den Personen und in der Handlung.
Aber Jensen geht mit seiner Trilogie in eine ganz gute Richtung.

Fazit:

Das Buch liest sich äußerst spannend. Die Schauplätze waren sehr gekonnt und oft auch ungewöhnlich gestaltet. Ich musste trotz einiger grausigen Abschnitte nicht knöcheltief durch Blut waten, was mich immer sehr erleichtert.
Dieser Thriller erhält also meine absolute Empfehlung und ich freue mich schon auf die beiden weiteren Bände.

Wem könnte dieses Buch gefallen?

  • Leser, die einen handwerklich gut gemachten Thriller zu schätzen wissen
  • Leser, die skandinavische Thriller mögen.

Für wen wäre dieses Buch eher nicht geeignet?

  • Alle Leser, die Krimis und Thriller verachten
  • Leser, die sich in eine verwickelte Story nicht einfinden mögen.
  • Vielleicht manche Hundeliebhaber (es kommen hier Tiere zu Schaden)

Bibliografisches:

oxen buchcover das erste opfer

Bibliografisches zu dem Thriller „Oxen“

  • Titel: Oxen. Das erste Opfer
  • Autor: Jens Henrik Jensen, Friederike Buchinger (Übersetzung)
  • Originaltitel: De Hængte Hunde
  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (8. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423261587
  • Preis Stand Dezember 2017: 16,90 € (Broschiert), 13,99 € (Kindle), 13,99 € (MP3 CD, gelesen von Dietmar Wunder)
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(Alle Angaben ohne Gewähr)

Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buchchallenge 2017, Aufgabe 40: Lese ein Buch, das in Dänemark, Schweden, Norwegen oder Finnland spielt

oxen das erste opfer

Alle Fotos: Oxen. Das erste Opfer – Ein Thriller von Jens Henrik Jensen ©sabienes.de
Text: Oxen. Das erste Opfer – Ein Thriller von Jens Henrik Jensen ©sabienes.de 
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Oxen. Das erste Opfer. Ein Thriller von Jens Henrik Jensen
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2 Antworten

  1. Daggi sagt:

    Oxen war für mich ein mega Highlight.

    Ich durfte den Autor ja in der Buchmesse treffen und ich fand es äußerst spannend, zu hören, warum er den Balkankrieg thematisiert hat.

    • Sabiene sagt:

      @Daggi: Ich weiß! Und ich habe diesen Thriller eigentlich nur gelesen, weil ich deine begeisterte Rezension gelesen hatte. Zuvor wusste ich gar nichts damit anzufangen, weil der Titel mich nicht angesprochen hatte.
      LG
      Sabienes

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