Kultur

Regionalkrimis – Die mörderische Leselust aus der Provinz [Werbung*]

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Regionalkrimis – Die mörderische Provinz

Ist euch das auch schon aufgefallen, dass von Ostfriesland bis nach Niederbayern gemordet wird, was das Zeug hält? Aber auch im Allgäu oder an der Ostsee muss man sich mittlerweile fragen, ob es dort überhaupt noch eine nennenswerte Bevölkerungsdichte gibt.
In Oberbayern hingegen laufen sich die verschiedenen Ermittler ständig vor die Füße, weil man ja gerne dort mordet, wo andere Urlaub machen.

Und ihr ahnt es wohl schon: Es geht in diesem Artikel um Regionalkrimis.

Der Aufstieg eines Subgenres

Früher spielten Krimis meistens in einem (nebligen) London, in Amerika oder an anderen Orten der Welt, die jeder Mensch irgendwie regional zuordnen kann. Mitte der 80er Jahre erschien der erste Eifelkrimi von Jaques Berndorf und damit der allererste erfolgversprechende Regionalkrimi überhaupt. Er spielte in der Provinz, die Kulisse war einmalig und die dort agierenden Personen verfügten über sowas wie Lokalkolorit.

Diese Veröffentlichung galt damals in der Branche als ziemlich riskant. Heute fahren die Regionalkrimis den Verlagen meist gute bis sehr gute Auflagen ein.

 Warum lesen wir so gerne Regionalkrimis?

Es ist kurz gesagt einfach ein Vergnügen, einen Regionalkrimi zu lesen, besonders wenn er von einem guten Autor geschrieben wurde. Er vermittelt einem ein gewisses heimeliges Gefühl, gerade wenn man die Gegend kennt – oder kennenlernen möchte. Ein solcher Kriminalroman hat irgendwie einen Touch von Landlust und Heimatroman und manchmal sogar ein bisschen etwas von einem Reiseführer.
Auf die Idee, einmal die Nordseeinsel Amrum zu besuchen, hat mich der Autor Krischan Koch (Flucht übers Watt, Dreimal Tote Tante) gebracht.
Den eigentlich fiktiven Ort Niederkaltenkirchen bei Landshut kenne ich gut, weil ich einmal in einem (nicht fiktiven) Nachbardorf gewohnt habe. Und Rita Falk hat mit ihrem Franz Eberhofer schon Recht: Der Leberkäse und die Brezn sind in dieser Gegend unschlagbar lecker.
Ich habe mit dem Roman Tod am Teide viel über Teneriffa gelernt und mit Tod auf Borkum bin ich die ganzen Straßen in Borkum-Stadt noch einmal entlang gegangen.

Wo spielen die meisten Regionalkrimis?

Ein Regionalkrimi kennt keine geografische Grenze und selten ist einem Autor eine Provinz zu unbedeutend oder zu peinlich, um ihn nicht zum Schauplatz eines Mordes zu ernennen. Aber einige Regionen haben sich im Moment als bei den Lesern besonders beliebt hervorgetan.Der bereit
Hier in dieser Grafik seht ihr, wo die beliebtesten Regionalkrimis spielen:

Inforgrafik Regionalkrimis

(Diese und noch andere Grafiken zu dem Thema Regionalkrimis findet ihr im Audible Magazin)

Ganz persönlich: Meine liebsten Regionalkrimis

Meine persönliche Favoritenliste der Regionalkrimis, bzw. der regionalen Ermittler sieht so aus:

  1. Der bereits erwähnte Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen bei Landshut. Inzwischen ist mit mit „Kaiserschmarrndrama“ bereits der neunte Krimi aus der Feder von Rita Falk erschienen. Das besondere an diesen Büchern ist, dass im Epilog immer ein paar typisch bayerische Kochrezepte von der Oma stehen.
  2. Alle Bücher von Krischan Koch, der seinen Polizeiobermeister Thies Detlefsen im fiktiven Nordseeort Fredenbüll ermitteln lässt. Diese Polizeistation soll eigentlich aus Kostengründen geschlossen werden. Aber es passieren dort an der Küste vor Amrum und Sylt immer so viele Untaten, dass man eine Schließung nicht verantworten kann.
  3. Alles von Kommissar Kluftinger. Das Autoren-Duo Volker Klüpfel und Michael Kobr feiern mit ihrem kauzigen Allgäuer sehr verdiente Erfolge.
  4. Die Raunheim-Krimis von Sandra Hausser. Allerdings bin ich hier ein bisschen befangen, weil ich mit der Sandra befreundet bin. Gut und spannend sind ihre Regionalkrimis aber ohne Frage.
  5. Außerdem mag ich sehr die Bücher von Andreas Föhr, Jörg Maurer und Nicola Förg. Diese Regionalkrimis spielen alle in Oberbayern und das ist für mich die tollste Gegend überhaupt.
  6. Nele Neuhaus mag ich nur ein bisschen, aber ich bewundere sehr ihren Fleiss. Allerdings mag ich ihre Idee, einen blaublütigen Kommissar ermitteln zu lassen, nicht so sehr. Eine solche Person passt gut nach Großbritannien, aber nicht in den Taunus.

Außerdem frage ich mich, ob die Kommissar-Wallander-Krimis von Henning Mankell nicht auch in das Genre Regionalkrimi gehören. Denn wer kennt schon Ystad oder die Provinz Schonen? (Außer mir, ich stand schon in der Mariagatan vor dem Haus, in dem Kurt Wallander gewohnt hat.)

Zum Schluss:

Ich mag Regionalkrimis, weil damit einzelne Regionen (nicht nur aus Deutschland) zur Sprache kommen und dem Leser nahe gebracht werden können. Dieses Genre ist aber auch oft ein Sprungbrett für kleinere, regionale Autoren ins Literaturbusiness, was man ihnen nur vergönnen kann.

Über die Zutaten für einen gelungenen Regionalkrimi könnt ihr in diesem netten Artikel vom Deutschlandfunk mehr lesen.

Und dann hätte ich gerne Tipps für gute Regionalkrimis, die ich noch nicht kenne.
Wer kann mir da weiter helfen?

beliebte Regionalkrimis

Alle Fotos: Regionalkrimis – Die mörderische Leselust aus der Provinz [Werbung*] ©sabienes.de
Text:Regionalkrimis – Die mörderische Leselust aus der Provinz [Werbung*] ©sabienes.de
Grafik: Die Grafik darf ich mit freundlicher Genehmigung des Audible Magazin veröffentlichen

*Dieser Artikel kam im Zusammenhang einer Kooperation mit dem Audible Magazin zustande.

4 Gedanken zu „Regionalkrimis – Die mörderische Leselust aus der Provinz [Werbung*]

  1. Liebe Sabiene,
    momentan wird ja die „Heimat“ neu entdeckt und so verwundert diese lange Reihe regionale-deutscher Krimis überhaupt nicht, gell. Kluftinger kenne ich, hat mir gut gefallen.
    Ich bin ganz Deiner Meinung, Komissar Wallander gehört eigentlich auch in eine besondere Reihe, aber er zählt wohl eher zu den Schweden-Krimis. ;-)
    Zu Nele Neuhaus mag ich nichts sagen. Ich habe von ihr gelesen und war eher nicht so begeistert. Irgendwie so seicht und inzwischen auch total ausgelegt auf die unweigerlich folgende Verfilmung!
    Lieben Gruß
    moni

    1. @moni: Die Bücher von Neuhaus sind gar nicht sooooo schlecht. Aber was mich an der Verfilmung dann gestört hat, ist dass man einen unrechtmäßigen Hype gefördert hat. Denn so gut sind die Krimis von ihr dann auch wieder nicht gewesen.
      LG
      Sabienes

  2. Ich lese gerade den zweiten Krimi einer Ermittlerin, die in der Nähe meines Geburtsortes ermittelt. Ich hatte mich so darauf gefreut, aber die Orte sind auswechselbar und die Geschichten selbst sagen mir bisher gar nicht zu. Bin arg enttäuscht.

    Für mich zählt da auch Viveca Sten dazu, wenn Du ins Auslang gehst :) und Petra Busch lese ich auch gerne, die lässt zwischen am Oberrhein ermitteln.

    1. @Daggi: Das ist ja wirklich enttäuschend, wenn du in diesem Krimi deinen Geburtsort gar nicht wieder findest. Mir geht es mit der Serie „Rosenheim Cops“ ganz ähnlich. Denn die Stadt Rosenheim kann ich in den Aufnahmen nur kaum erkennen. Außer dass das Gebäude, in dem die Polizeistation sein soll, in Wirklichkeit das Rathaus ist.
      Viveca Sten und Petra Busch kenne ich nur dem Namen nach, aber ich habe noch nie was von denen gelesen.
      LG
      Sabienes

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