Suhrkamp Taschenbücher in allen Farben des Regenbogens

Suhrkamp Taschenbücher in allen Farben des Regenbogens

Bunte Bücher von Suhrkamp
Die bunten Bücher von Suhrkamp

Es wird mal wieder Zeit, dass ich mich bei dem Projekt 52 Bücher von Monstermeute & Zeuchs beteilige und sie fragt ausgerechnet in dieser Woche:

Das grünste Buch in meinem Bücherschrank

Denke ich an grüne oder überhaupt bunte Bücher, fällt mir ein, wie ich zum ersten Mal die bunten Buchrücken der Suhrkamp-Taschenbücher gesehen habe.

Ich bin als Kind in Hamburg in der Nähe des Univiertels aufgewachsen, wo damals Ende der 60er, Anfang der 70er die linksrevolutionär angehauchten Buchläden wie die Pilze aus dem Boden schossen.

Die bunten Bücher von Suhrkamp

Man erkannte diese kleinen, dunklen, manchmal im Souterrain gelegenen Geschäfte meist daran, dass mindestens ein halb abgerissenens Protestplakat an der Mauer neben ihrem Schaufenster hing – gleich neben dem APO-Zeichen und den Rauchschwaden, die durch die geöffnete Tür waberten.
Denn in den Läden wurde zu den obligatorischen Rothändle oder Gauloise gerne heiß und politisch und äußerst intellektuell diskutiert: der Krieg in Indochina, Nixon, Sozialismus und andere Dinge, von denen ich nichts verstand.

An einer Wand stand dann ein Regal voll mit den schönen Suhrkamp-Büchern, der Farbe nach geordnet, wie ein Regenbogen des Lesens, ein Farbspektrum der Literatur.

Und das hat mich sehr fasziniert – viel mehr als die Buchtitel, von denen ich natürlich auch nichts verstand.
Ich klebte mir deshalb an den Schaufenster die Nase platt (reingetraut habe ich mich in solche Läden nur sehr selten) und träumte von einer eigenen Wohnung mit eigenem Bücherregal, in dem ich genau so einen Regenbogenschatz von Suhrkamp verwahren würde.

Inzwischen habe ich tatsächlich einige Bücher aus diesem Verlag, der Farbe nach habe ich sie natürlich nicht geordnet, sondern nach dem Autor (obwohl es ja Menschen geben soll, die ihre Bücher der Größe nach ins Regal stellen, insofern wäre eine Archivierung der Farbe nach gar nicht so abwegig).

Ich habe genau 4 grüne Bücher von Suhrkamp:

  • Max Frisch – Stücke 1
  • Hermann Hesse – Der Weltverbesserer
  • Hermann Hesse – Der Steppenwolf
  • Berthold Brecht – Schweyk im zweiten Weltkrieg.

Dabei fällt mir auf, dass das alles bereits ältere Auflagen sind und ich frage mich, ob Suhrkamp bei Neuauflagen die Farben beibehält.
Oder kann es geschehen, dass ein grüner Hesse (ich meine den Autor, keine schlabbemäuligen Offenbacher) dann irgendwann mal blau oder gelb oder pink wird?

Ob dem Hermann das gefallen täte?

Foto: Bunte Suhrkamp-Bücher auf der Frankfurter Buchmesse ©Sabienes.de
Text: Suhrkamp Taschenbücher in allen Farben des Regenbogens ©Sabienes.de

10 Gedanken zu “Suhrkamp Taschenbücher in allen Farben des Regenbogens

  1. Meine „grünsten“ Bücher sind die Gesammelten Schriften für Erwachsene von Erich Kästner – erschienen bei Droemer Knaur, 1969. Ich habe viele semi-antiquarische Bücher. Und auch antquarische. Und ich liebe Reprints von antiquarischen Büchern. Beispielsweise einen Reprint eines Homöopathischen Tierarztes aus dem 19. Jahrhundert. Der schwurbelt nicht, sondern geht gleich zur Sache über. Und wird konkret – das liebe ich.

    • @Kiat: Ich glaube, dass die besten homöopathischen Bücher alt sind – auch wenn sie in einer neuen Auflage erschienen sind: Börike, Kent und natürlich Hahnemann himself!
      Die gesammelten Schriften von Erich Kästner für Erwachsene kannte ich noch gar nicht.
      Lg
      Sabienes

  2. Hallo,

    zur Frage nach dem Farbwechsel bei Suhrkamp kann ich mit einem Beispiel Antwort geben. Ich besitze „Andorra“ von Frisch aus den 70ern in schlichtem Dunkellila und ganz neu ebenfalls von Suhrkamp in Türkisblau und mit Bild von Frisch auf dem Cover. Beides Suhrkamp-Taschenbücher.

    Bei mir gibt es zwei Orte für Bücher im Haus: Im Wohnzimmer sind sie nach Aussehen sortiert, also v.a. nach Farbe, weil ich es so schöner finde. Im Arbeitszimmer nach Sprachen und dann dabei nach Autoren im Alphabeth, damit ich was finde. Allerdings merke ich mir Bücher eigentlich immer nach dem Aussehen. So suche ich oft das mit den rosa Punkten oder so, wo mir leider der Titel entfallen ist.

    LG Iris

  3. Schönes Regenbogenfarbenbild… Nach Farben zu sortieren, wäre auch mal eine tolle Idee. Nach Sachgebieten hatte ich schon mal, momentan ganz langweilig nach Autoren, da wäre mal Zeit für eine neue Logik.

    Kann es sein, dass Du auf Häppchen-Feed umgestellt hast? Ich sehe in meinem Reader seit heute nur noch Auszüge Deiner Artikel.

      • Ich kann natürlich nur für mich sprechen: Mir wäre ein kompletter Feed sehr lieb, weil ich häufig unterwegs via Handy lese und ein schnarchlangsames Netz habe. Jedes Weiterklicken wird da zur Geduldsprobe, während komplette Feeds ohne Probleme in meinem Reader angezeigt werden.
        Als die Pharmama mal eine kurze Zeitlang auf Häppchen umgestellt hatte, haben ihr einige sogar Liebes- oder zumindest Leseentzug angekündigt. 😉 In den Kommentaren waren damals die meisten für Vollfeeds, die scheinen also in der Tat wesentlich beliebter zu sein. Wobei ich wegen gekürzter Feeds kein Blog aus meinem Reader schmeißen würde, aber evtl. hin und wieder mal einen Artikel wegscrollen, wenn mich der Auszug oder die Überschrift nicht gleich „packt“.

        • @Fellmonsterchen: Man ist immer so hin- und hergerissen. Es heißt, mit einem Vollfeed lockt man die Leute nie auf die eigene Seite, aber du hast recht und mir persönlich ist ein Vollfeed auch sympathischer.
          Ich habe auch schon wieder umgestellt.
          Und danke für dein Feedback!
          LG
          Sabienes

  4. Hm, das Sortieren der Bücher nach Farbe wäre an sich auch keine schlechte Idee, aber ich bin zu faul dazu, muss ich ehrlich zugeben. Ich bin ja schon neidisch, wenn jemand seine Bücher nach Autor oder ähnlich „langweiligem“ sortiert hat, bei mir ist alles bunt durcheinander – wenigstens weiß zumindest ich, wo sich welches Buch in welcher Schachtel/Regal/Kiste/Schrank/Dachboden befindet… 😉

    • @MestraYllana: Ich glaube, die Angewohnheit, seine Bücher nach irgendeinem System zu ordnen, ist typisch deutsch.
      Naja, und ich kann meine Herkunft nicht verhehlen und ordne meine Bücher nach Autoren und ein bisschen nach Genre. 😉
      LG
      Sabienes

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