Tanz auf dem Vulkan – Der Teide auf Teneriffa

Tanz auf dem Vulkan – Der Teide auf Teneriffa

Tanz auf dem Vulkan
Vulkankrater des Teide

Am Sonntag vor einer Woche war ich auf dem Teide.

Der Teide ist mit 3718 Metern nicht nur der höchste Berg Teneriffas und Spaniens, sondern auch der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Zum Vergleich: die Zugspitze kann nur läppische 2962 Meter aufweisen und ist zudem kein Vulkan; allerdings verfügt auch der Teide seit seinem letzten Ausbruch im Jahr 1798 über keine nennswerte Ausbruchsaktivität.

Tanz auf dem Vulkan

Wenn man den Teide besteigen will, kann man mit einer Seilbahn (das Schild von einer Firma für Seilbahntechnik aus der Schweiz gab mir Vertrauen) von 2.356 auf 3.555 Meter fahren. Für die restlichen 163 Meter benötigt man Bergschuhe und eine Erlaubnis. Letztere hat man sich ein paar Tage vorher mit Hilfe der Frau Becker (Navigation) bei einer netten jungen Frau im Büro des Nationalparks Teide in der Hauptstadt Santa Cruz geholt. Dieses Papier muss man dringend mitnehmen und den dortigen Mitarbeitern des Alpenvereins (oder wie immer dies auf spanisch heißt) abgeben. Die sitzen gekleidet in der Nationaltracht bestehend aus einer knallroten Jack-Wolfskin-Survivaljacke und Sonnenbrille am Beginn des Aufstiegs herum und sagen einem, dass man genau 1 Stunde und 30 Minuten für Auf- und Abstieg, inklusive Rast auf dem Gipfel (Krater bitte nicht betreten) hätte.

Am Vulkankrater

In meiner Sturm- und Drangzeit habe ich etliche Zeit auf den Bergen des Bayerischen Inntals verbracht. Ich bin vielleicht nicht der beste Bergwanderer, schon gar kein Kletterer, meine Erfahrung liegt auch schon etliche Jahre zurück. Aber ich mag dieses Glücksgefühl, wenn man der ganzen blöden Plackerei endlich oben auf einem Gipfel steht.
Dort ist die Luft klarer und kühler.
Auf 3.700 Metern ist sie oft gar nicht richtig vorhanden. Deswegen braucht man für diese lächerlichen 163 Meter ziemlich lange. Denn man muss mit Schwindel, Kopfweh, Übelkeit fertigwerden. Auf der windigen Höh‘ überfällt einem dann eine gewisse Euphorie, weil man das alles geschafft hat. Vielleicht waren das aber auch die Schwefeldämpfe, die dort oben aus dem Krater wehen – wer weiß?
Im übrigen gibt es auf dem Pico del Teide kein Gipfelkreuz, kein Edelweiß und keine Jausenstation.

Dennoch lohnt sich der Weg in die Emilio Calzadilla Nummero 5 (4. Etage), um sich dort die (kostenlose) Erlaubnis zu holen.

Schönen Gruß an die nette Signora!

Foto: Krater auf dem Teide  ©Sabienes.de
Text: Tanz auf dem Vulkan  – Der Teide auf Teneriffa ©Sabienes.de

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