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Tickende Zeitbombe – Ein Baccus-Borg-Krimi von Elke Schwab

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Tickende Zeitbombe – Gefahr im Fitnessstudio

Die Kommissare Lukas Baccus und Theo Borg langweilen sich gerade durch öden Papierkram. Da kommen ihnen die jüngsten Vorkommnisse in einem Saarbrücker Fitnessstudio ganz zupass. Zwar wären der tödliche Stromunfall des Hausmeisters und das Verschwinden der Putzfrau noch kein richtiger Fall. Aber da Lukas den Betreiber des Studios kennt, melden sich die beiden Kommissare zum Trainieren an. Doch gleich die erste Trainingsstunde endet in einem Fiasko. Denn Geiselnehmer stürmen das Studio und nehmen alle Anwesenden, Besucher wie Personal, in Geiselhaft.
Ihre Forderungen sind etwas verworren, können aber erfüllt werden. Die Geiseln und die Polizeikräfte glauben, nun alles überstanden zu haben. Aber es kommt noch schlimmer.
Denn nach der Flucht der Geiselnehmer ist der Albtraum noch lange nicht vorbei.

Elke Schwab

Elke Schwab, Jahrgang 1964 arbeitete jahrelang im Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales in Saarbrücken.
Ihren ersten Kriminalroman Ein ganz klarer Fall veröffentlichte sie im Jahr 2001. Inzwischen hat sie mit ihren Kriminalromanen mehrere Preise gewonnen und ist Mitglied in der Autorenvereinigung Sisters in Crime.
Elke Schwab lebt nun auf einem Bauernhof im Elsass.

Tickende Zeitbombe – Meine Meinung

Ich gebe einmal zu, dass ich beim Lesen des ersten Viertels etwas entnervt gewesen bin. Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem der Täter seine verschwommenen, kruden Ansichten zu Wort bringt. Natürlich wird von einem psychopathischen Täter auch solches Gedankengut erwartet. Aber irgendwie bringen einen diese Einschübe (im Laufe des Buchs wird es noch mehrere geben) nicht recht weiter. Der Prolog lässt den Leser auf einen Psychothriller hoffen, in dem man tief in die untersten Schichten einer abgedrehten Psyche eintauchen wird.
Aber bereits ein paar Seiten später stellt man ernüchternd fest, dass dem wahrscheinlich nicht so sein wird. 

Die Gegensätzlichkeit in diesem Roman

Der Roman ist für mich irgendwie gegensätzlich.

Die Autorin liefert Szenen ab, die wirklich spannender nicht sein können. Die Schilderung des Stromausfalls, bei dem der Hausmeister zu Tode kommt, ist zum Beispiel ein echter Klassiker. Der Verlauf der Geiselnahme und die angstvolle Situation der Geiseln ist bedrückend. Die Flucht der Geiselnehmer samt der Szene mit dem Angler in Woustwiller fand ich einfach großartig.

Aber dann findet man wieder Szenen und holprige Dialoge, die irgendwie unprofessionell daherkommen und sich so anfühlen, wie bei jedem anderen Provinzkrimi auch.

Der rote Faden

Manchmal schien es mir so, als hätte die Autorin ab irgendeinem Zeitpunkt den roten Faden verloren. Letztendlich musste sie hier die italienische Immobilienmafia genauso mitspielen lassen, wie ein gleichgeschlechtliches Liebespärchen und eine frustrierte Rächerin. Ich glaube, sie ist den unterschiedlichen Komponenten nicht mehr ganz Herr geworden. Hätte sie die „Bösen Gangster“ nicht einfach „böse“ sein lassen können? Normale, bodenständige Geldgier allein reicht doch schon mal, da braucht man die Mafia eigentlich nicht mehr.
Dafür hätte ich mir mehr Worte für die Opfer dieses ersten Showdowns gewünscht, um die Dramatik zu steigern.

Die Spannung

Jetzt werde ich ein paar positive Worte finden. Denn eigentlich fühlte mich von diesem Roman sehr gut unterhalten.
Als nach dem ersten Drittel eigentlich schon alles wortwörtlich in die Luft geflogen ist, machte ich mir Gedanken um den weiteren Verlauf der Story. Aber mit der Beendigung der an sich schon aufregenden Geiselnahme war das Schlimmste noch lange nicht überstanden. Denn die Gangster folgen ja einem äußerst ausgefuchsten, maliziösen Plan.
Eine Spannung über Seiten hinweg am Leben zu erhalten, ist schon eine große schriftstellerische Kunst.

Fazit:

Der Roman weist leider einige Schwächen und Ungereimtheiten auf. Da die Autorin eigentlich eine recht solide Schreibkunst abliefert, bin ich mir sicher, dass sie es besser können sollte. Unterm Strich bin ich aber der Überzeugung, dass man mit Tickende Zeitbombe trotzdem einen spannenden Kriminalroman in den Händen hält.
Und ich bin gerade am Überlegen, ob ich mir die vorherigen Bände der Baccus-Borg-Reihe besorgen soll.

Übrigens: Johnny Walker und Fitnesstraining passen gar nicht gut zusammen!

Wer würde sich über dieses Buch freuen:

  • Alle Leser, die die vorherigen Buccus-Borg-Krimis kennen und lieben.
  • Leser, die über eine richtig spannende Geiselnahme lesen möchten
  • Alle Leser, die aus dem Saarland kommen

Für wen ist dieses Buch eher nicht geeignet:

  • Leser, die Krimis und Thriller US-amerikanischer Machart bevorzugen
  • Leser, die einen Grund suchen, um NICHT ins Fitnessstudio zu gehen.

Bibliografisches

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Bibliografisches zu dem Buch „Tickende Zeitbombe“
  • Titel: Tickende Zeitbombe
  • Autor: Elke Schwab
  • Taschenbuch: 344 Seiten
  • Verlag: Solibro Verlag; Auflage: Originalausgabe (3. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3960790295
  • Preis Stand November 2017: 12,80 € (Taschenbuch), 8,99 € (Kindle)
  • Bestelllink Amazon

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Hinweis: Dieses Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Solibro Verlag zur Verfügung gestellt. Diese Überlassung hat meine Rezension in keiner Weise beeinflusst.

Mit dieser Rezension beteilige ich mich bei Daggis Buchchallenge 2017, Aufgabe 57: Lese ein Buch aus einer Reihe.

Alle Fotos: Tickende Zeitbombe – Ein Baccus-Borg-Krimi von Elke Schwab ©sabienes.de
Text: Tickende Zeitbombe – Ein Baccus-Borg-Krimi von Elke Schwab ©sabienes.de

6 Gedanken zu “Tickende Zeitbombe – Ein Baccus-Borg-Krimi von Elke Schwab

  1. Liebe Sabiene,
    Danke für diese Rezension, denn jetzt weiß ich, dass ich dieses Buch nicht lesen werde. Alle drei Punkte, die für das Buch sprechen, muss ich verneinen. Am meisten stört mich allerdings, wenn Du schon schreibst, dass diese psychopathischen Gedankengänge mehrmals ausgebreitet werden. Diese Einschübe sind seit Stephen King total der Hit, nur leider wird es selten so meisterhaft ausgearbeitet wie eben bei diesem Thriller-Meister.
    Also bleibt mir nur mich zu bedanken, dass ich meine „kostbare“ Zeit mit diesem Roman nicht vergeuden brauche. Ich mag Deine ehrlichen Rezensionen und bin ein großer Fan von Dir. 😉
    Angenehmen Sonntag und lieben Gruß
    moni

    • @moni: Stimmt, der Stephen King macht das auch manchmal und kann es einfach besser.
      Ich denke, das Leben ist viel zu kurz für schlechte Bücher. Gerade habe ich das Buch „Todesregen“ von Dean Koontz für immer und alle Zeiten weggelegt. Ich kann die meisten Dystopien nicht leiden. Immerhin habe ich dieses hier rezensierte Buch bis zum Ende gelesen! Also wäre es gar nicht so schlecht. Aber eine Kaufempfehlung würde ich nicht aussprechen.
      Liebe Grüße Sabienes

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